Lululemon im Visier: Texas ermittelt wegen PFAS in Activewear

Lululemon im Visier: Texas ermittelt wegen PFAS in Activewear

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton hat eine Untersuchung gegen den Activewear-Hersteller Lululemon eingeleitet. Im Fokus steht der potenzielle Einsatz von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), auch bekannt als "Ewigkeitschemikalien", in der Kleidung des Unternehmens. Lululemon hat jedoch erklärt, diese Substanzen bereits vor über zwei Jahren aus seinen Produkten entfernt zu haben.

Untersuchung im Fokus: PFAS bei Lululemon

Die am Montag auf der Webseite des Generalstaatsanwalts angekündigte Untersuchung betrifft die Frage, ob Lululemons Sportbekleidung PFAS enthält. Diese Chemikalien bauen sich nicht leicht ab, und das Büro des Generalstaatsanwalts betonte, dass Lululemons Kunden deren Präsenz nicht erwarten würden, basierend auf dem Marketing der Marke, das Wellness und Nachhaltigkeit hervorhebt.

Paxton hat eine zivilrechtliche Untersuchungsanordnung (Civil Investigative Demand, CID) an Lululemon USA Inc. erlassen. Ziel ist es, festzustellen, ob das Unternehmen Verbraucher über die Sicherheit, Qualität und gesundheitlichen Auswirkungen seiner Produkte getäuscht hat. Das Büro des Generalstaatsanwalts wird zudem die Liste der "eingeschränkten Substanzen", die Testprotokolle und die Lieferkettenpraktiken des Unternehmens überprüfen, um die Einhaltung der angegebenen Sicherheitsstandards zu bewerten.

Generalstaatsanwalt Paxton äußerte sich dazu in einer Erklärung: „Amerikaner sollten sich keine Sorgen machen müssen, ob sie getäuscht werden, wenn sie versuchen, gesunde Entscheidungen für sich und ihre Familien zu treffen.“ Er fügte hinzu: „Ich werde es keinem Unternehmen erlauben, schädliche, giftige Materialien zu einem Premiumpreis unter dem Deckmantel von Wellness und Nachhaltigkeit an Verbraucher zu verkaufen. Sollte Lululemon gegen texanisches Recht verstoßen haben, wird es zur Rechenschaft gezogen.“ Bislang sind keine Vorwürfe des Fehlverhaltens bewiesen, die Untersuchung läuft noch.

Was sind "Ewigkeitschemikalien" (PFAS)?

Polyfluoralkylchemikalien, bekannt als PFAS, werden in Hunderten von Produkten verwendet, die rutschfest, antihaftbeschichtet oder schmutzabweisend sein sollen. Diese synthetischen Verbindungen sind dafür bekannt, dass sie sich in der Umwelt und im menschlichen Körper nur schwer abbauen.

Studien haben PFAS mit verschiedenen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht. Dazu gehören Krebs, eine schlechte Immunfunktion, endokrine Störungen und Unfruchtbarkeit. Die National Library of Medicine, die weltweit veröffentlichte Forschung verfolgt, identifiziert jedoch nur zwei Studien, die sich mit Textilien und gesundheitlichen Problemen im Zusammenhang mit endokrinen Störungen befassen.

Lululemons Reaktion und Unternehmensposition

In einer Erklärung, die der Associated Press am Montag per E-Mail zugesandt wurde, teilte Lululemon mit, dass es seit der Ausmusterung der Substanzen Anfang 2024 keine PFAS mehr in seinen Produkten verwende. Eine andere Quelle nennt das Geschäftsjahr 2023 für die Ausmusterung. Das Unternehmen erklärte, die Chemikalien seien in wasserabweisenden Produkten verwendet worden, die einen kleinen Anteil seines Sortiments ausmachten.

Lululemon betonte: „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden ist von größter Bedeutung, und unsere Produkte erfüllen oder übertreffen globale regulatorische, Sicherheits- und Qualitätsstandards.“ Weiterhin heißt es: „Wir verlangen von all unseren Lieferanten, dass sie regelmäßig Tests auf eingeschränkte Substanzen, einschließlich PFAS, von glaubwürdigen Drittagenturen durchführen lassen, um die fortlaufende Einhaltung zu bestätigen.“ Lululemon ist sich der Anfrage des Generalstaatsanwalts bewusst und kooperiert, indem es die angeforderten Unterlagen bereitstellt.

Markt und weitere Herausforderungen

Die Aktien von Lululemon fielen nach der Ankündigung der Untersuchung zeitweise um bis zu 4,5 % im New Yorker Handel am Montag, lagen aber im späten Nachmittagshandel bei weniger als 1 % Minus. Die Untersuchung des texanischen Generalstaatsanwalts stellt eine weitere Herausforderung für Lululemon dar.

Das Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von über 11 Milliarden US-Dollar meldete und sich als wellnessorientierte Marke mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Leistung positioniert, kämpft bereits mit mehreren Problemen. Dazu gehören ein nachlassendes Umsatzwachstum, wiederkehrende Qualitätsprobleme und die Forderung des Gründers nach einer Umstrukturierung des Vorstands. Zudem agiert das Unternehmen derzeit ohne einen permanenten Chief Executive Officer, da die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Kontext: Texas' Engagement für Verbraucherschutz

Die Untersuchung gegen Lululemon reiht sich ein in eine Reihe von Ermittlungen, die Generalstaatsanwalt Paxton im Rahmen der "Make America Healthy Again"-Agenda von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. initiiert hat. Im April letzten Jahres untersuchte Paxton beispielsweise den Froot Loops-Hersteller WK Kellogg Co. wegen der Verwendung künstlicher Lebensmittelfarben. Das Unternehmen, das inzwischen Ferrero International SA gehört, kündigte im Juli an, synthetische Farbstoffe bis Ende 2027 zu eliminieren.

Paxton hat auch Zahnpastafirmen untersucht, denen er vorwarf, Kinder zur Verwendung größerer Mengen Fluorid zu ermutigen, als für sicher gehalten wird. Im Dezember erklärte Procter & Gamble Co., die Menge der Crest-Zahnpasta in seinen Werbeanzeigen in Texas anzupassen, um eine altersgerechte Nutzung darzustellen.

Erwähnte Persönlichkeiten