
Macy's: Starke Kursentwicklung trifft auf vorsichtigen Ausblick
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Die Macy's-Aktie (NYSE: M) hat im vergangenen Jahr eine beeindruckende Performance gezeigt und den breiteren Markt deutlich übertroffen. Während das Management einen umfassenden Turnaround-Plan umsetzt, der bereits erste Erfolge in Form von verbesserten Umsätzen und positiven Analystenbewertungen zeigt, bleibt der Ausblick für das kommende Weihnachtsgeschäft und das Jahr 2026 von einer gewissen Vorsicht geprägt.
Beeindruckende Kursentwicklung und Dividendenrendite
Macy's-Aktionäre hatten Grund zur Freude: Bis zum 16. Dezember stieg der Aktienkurs um 36,3 %, womit er den S&P 500, der im gleichen Zeitraum 14,8 % zulegte, klar übertraf. Unter Berücksichtigung der Dividendenzahlungen erzielte die Macy's-Aktie eine Gesamtrendite von 43,3 %, was einer Outperformance von 27,6 Prozentpunkten gegenüber dem S&P 500 entspricht.
Die Aktie eröffnete am Freitag bei 23,36 US-Dollar, mit einem 1-Jahres-Tief von 9,76 US-Dollar und einem 1-Jahres-Hoch von 24,41 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei 6,21 Milliarden US-Dollar, das KGV bei 13,82 und das Beta bei 1,44.
Fortschritte im Turnaround-Plan
Das Management von Macy's setzt einen umfassenden Turnaround-Plan um, der die Schließung unrentabler Standorte, die Neugestaltung von Filialen und die Verbesserung des Kundenservice umfasst. Ein besonderer Fokus liegt auf der Ansprache einkommensstärkerer Konsumenten, insbesondere über die Marken Bloomingdale's und Bluemercury. Die Same-Store-Sales, gemessen als "owned-plus-licensed-plus marketplace", zeigten im dritten Geschäftsquartal, das am 1. November endete, einen Anstieg von 3,2 %. Insbesondere Bloomingdale's verzeichnete im letzten Quartal einen Zuwachs von 9 %.
Die Bemühungen des Unternehmens werden auch von Analysten wahrgenommen. Michael Binetti, Analyst bei Evercore ISI, äußerte sich nach einem Besuch der Macy's-Flagship-Filiale in Chicago positiv. Er stellte fest, dass die aktuellen Veränderungen "mehr positive Fortschritte erzielen als zu jedem anderen Zeitpunkt in den letzten 15 Jahren". Die Verbesserungen umfassen ein ausgewogenes Warensortiment, visuelle Upgrades und besser geschultes Personal. Marken wie Ralph Lauren haben ihre Präsentationen aufgewertet, und sogar Nike zeigt wieder Interesse an einer Partnerschaft.
Ein neues Distributionszentrum in North Carolina, das im dritten Quartal eröffnet wurde, soll zudem die E-Commerce-Lieferzeiten verbessern und Macy's ermöglichen, im Weihnachtsgeschäft spätere Bestellfristen als viele Wettbewerber anzubieten.
Finanzielle Prognosen und Analystenbewertungen
Macy's übertraf im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen meldete am 3. Dezember einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,09 US-Dollar, während Analysten einen Verlust von 0,13 US-Dollar prognostiziert hatten. Der Umsatz belief sich auf 4,91 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 4,52 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Umsatz jedoch um 0,6 %.
Das Unternehmen hob seine Jahresziele für 2025 zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Die Nettoerlöse werden nun zwischen 21,475 Milliarden und 21,625 Milliarden US-Dollar erwartet (zuvor 21,15 Milliarden bis 21,45 Milliarden US-Dollar). Der bereinigte Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr 2025 soll zwischen 2,00 und 2,20 US-Dollar liegen (zuvor 1,70 bis 2,05 US-Dollar).
Analysten von Zacks Research erhöhten am 17. Dezember ihre Gewinnschätzung für das Geschäftsjahr 2026 auf 2,16 US-Dollar pro Aktie (zuvor 1,97 US-Dollar) und vergaben ein "Strong-Buy"-Rating. Der Konsens für den Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2026 liegt bei 2,39 US-Dollar. Die durchschnittliche Analystenbewertung für die Macy's-Aktie ist "Hold", mit einem Konsens-Kursziel von 20,50 US-Dollar.
Ausblick auf 2026: Herausforderungen und Chancen
Trotz der positiven Entwicklungen und der angehobenen Jahresziele äußerte sich Macy's vorsichtig hinsichtlich des Weihnachtsgeschäfts. Das Unternehmen geht von einem "wählerischeren" Konsumenten aus, da der Inflationsdruck die Ausgaben für nicht-essentielle Güter beeinflusst. Charles Grom, Analyst bei Gordon Haskett Equity Research, kommentierte, dass Macy's einen vorsichtigeren Ton anschlage.
Für das Jahr 2026 wird entscheidend sein, ob die Kaufkraft der einkommensstärkeren Konsumenten weiterhin stabil bleibt. Ein Rückgang der Immobilienpreise oder eine Abschwächung am Aktienmarkt könnten Indikatoren für eine nachlassende Dynamik in dieser demografischen Gruppe sein. Die Entwicklung der Same-Store-Sales bei Bloomingdale's und Bluemercury wird daher genau beobachtet werden. Michael Binetti von Evercore ISI sieht jedoch einen "Flywheel-Effekt" durch die Initiativen von Macy's, der den Kundenverkehr steigert und bessere Marken anzieht, was sich bei richtiger Pflege selbst verstärken kann.