Märkte im Iran-Dilemma: Trumps Ultimatum und die Hoffnung auf einen Deal

Märkte im Iran-Dilemma: Trumps Ultimatum und die Hoffnung auf einen Deal

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US-Präsident Donald Trump sendet im Konflikt mit Iran widersprüchliche Signale, die die globalen Finanzmärkte in Atem halten. Während ein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus die Eskalationsangst schürt, deutet Trump gleichzeitig eine mögliche diplomatische Lösung an. Investoren reagieren mit erhöhter Volatilität bei Aktien und Ölpreisen auf diese unklare Lage.

Ultimatum und widersprüchliche Signale aus Washington

Am Sonntag, dem 5. April 2026, stellte US-Präsident Donald Trump Iran ein Ultimatum, die Straße von Hormus bis Dienstag, 8 p.m. ET, wieder zu öffnen. Er warnte, Iran würde "in der Hölle leben", sollte die Forderung nicht erfüllt werden, und bezeichnete den Tag als "Power Plant Day, and Bridge Day, all wrapped up in one". Gleichzeitig äußerte Trump in einem Interview mit Fox News am selben Sonntag die Hoffnung auf eine "gute Chance" für eine Einigung bis Montag.

Iran wies Trumps Drohungen zurück und erklärte, die wichtige Wasserstraße werde erst vollständig wieder geöffnet, nachdem Teheran für die Kriegsschäden entschädigt worden sei. Über das Wochenende setzte Iran seine Angriffe in der Golfregion fort, darunter auch auf das Öl-Hauptquartier Kuwaits. Rob Subbaraman, Leiter der globalen Makroforschung bei Nomura, kommentierte die Situation: "Die Märkte sind angespannt, da die Zeit abläuft und die Ergebnisse binär sind – Waffenstillstand oder Eskalation." Er merkte jedoch an, dass Trumps Ton eine gewisse Dringlichkeit im Weißen Haus suggeriere, den Krieg zu beenden.

Märkte im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Eskalation

Die widersprüchlichen Signale zwangen Investoren, sich auf stark divergierende Ergebnisse einzustellen. Die Märkte zeigten sich volatil, begleitet von unbeständigem Ölhandel. Der S&P 500 verzeichnete in der vergangenen Woche einen Anstieg von 3,4 %, den besten Wochengewinn seit November, da Investoren in der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung "den Dip kauften". Der Cboe Volatility Index stieg von unter 20 vor dem Krieg auf rund 24 in der letzten Woche.

Mohit Mirpuri, Aktienfondsmanager bei SGMC Capital, ordnete Trumps eskalierenden Ton vom Wochenende in dessen bekanntes Verhaltensmuster ein: "Trumps eskalierender Ton [über das Wochenende] entspricht sehr seinem Drehbuch: schlagzeilengetrieben, unberechenbar und darauf ausgelegt, schnell maximalen Druck auszuüben." Mirpuri fügte hinzu, die Märkte müssten sich an diesen Politikstil gewöhnen, solange Trump im Amt sei.

Trump verschiebt Ultimatum – Aktienmärkte reagieren positiv

Am Montag, dem 6. April, sorgte eine Nachricht von Präsident Trump für Erleichterung an den Märkten: Er verschob das Ultimatum für Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, und begründete dies mit "guten und produktiven" Verhandlungen mit Teheran. Der Dow Jones Industrial Average schoss im frühen Handel um mehr als 1.000 Punkte nach oben und schloss schließlich mit einem Plus von 631 Punkten oder 1,4 % bei 46.208. Auch andere Indizes legten zu: Der S&P 500 stieg um 1,1 % und der technologieorientierte Nasdaq Composite Index um 1,4 %. Vor Trumps Ankündigung hatten Futures noch auf einen Rückgang der Aktien um fast 1 % hingedeutet.

Trump erklärte am Montagmorgen, die USA würden Angriffe auf iranische Kraftwerke und andere Energieinfrastruktur für fünf Tage aussetzen. Dies linderte die Sorgen der Investoren, dass der Iran-Krieg eskalieren und die wachsende Ölkrise verschärfen könnte. Adam Crisafulli, Leiter von Vital Knowledge, kommentierte: "Die Weltwirtschaft stand am Rande eines Abgrunds, wie ihn Trump in keiner seiner beiden Amtszeiten erlebt hatte (schlimmer als COVID und schlimmer als Zölle), und sein Selbsterhaltungstrieb ist zu groß, um absichtlich in den Abgrund zu fahren."

Ölpreise geben nach, bleiben aber erhöht

Die Ölpreise reagierten ebenfalls unmittelbar auf Trumps Ankündigung und gaben nach. Brent-Rohöl, der internationale Referenzwert, fiel unmittelbar nach der Verschiebung auf bis zu 96 Dollar pro Barrel, bevor es seine Verluste auf 101,26 Dollar reduzierte. In der Vorwoche hatte Brent noch fast 120 Dollar gekostet. West Texas Intermediate (WTI), der US-Referenzwert, sank auf 84 Dollar pro Barrel und stieg dann auf 90,11 Dollar.

Trotz des Rückgangs am Montag liegt der Rohölpreis immer noch rund 45 % höher als vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Amerikaner zahlen im Durchschnitt 3,96 Dollar pro Gallone Benzin, was einem Anstieg von mehr als 1 Dollar pro Gallone innerhalb eines Monats entspricht, so AAA.

Iran dementiert Verhandlungen – Unsicherheit bleibt bestehen

Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung wurde jedoch getrübt, als das iranische Außenministerium eine Erklärung veröffentlichte, die Trumps Äußerungen widersprach. Darin hieß es: "Wir dementieren die Aussage von US-Präsident Donald Trump bezüglich stattfindender Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran."

Obwohl Adam Crisafulli eine "Sichtlinie zur Lösung" sieht, betonte er, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen wahrscheinlich auch dann anhalten werden, wenn die Kämpfe heute enden. Chris Larkin, Managing Director für Handel und Investitionen bei E*TRADE von Morgan Stanley, merkte an, dass Investoren "greifbare Beweise für Fortschritte sehen wollen, um die Marktgewinne aufrechtzuerhalten". Die Märkte bleiben somit weiterhin in einem Zustand der Unsicherheit, während sie auf konkrete Entwicklungen im Iran-Konflikt warten.

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