
Mall-Frequenz steigt, doch Einzelhändler kämpfen mit strategischen Shifts
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Amerikanische Konsumenten haben Einkaufszentren nicht aufgegeben. Nach einer verhaltenen Sommerleistung erholten sich die Malls im Oktober 2025 deutlich, mit einem signifikanten Anstieg der Besucherzahlen in Indoor-Malls, Open-Air-Shopping-Centern und Outlet-Malls im Jahres- (YoY) und Monatsvergleich (MoM).
Diese Entwicklung, basierend auf Daten von Placer.ai, deutet auf eine erneute Konsumentenbegeisterung vor der Weihnachtszeit hin. Alle Mall-Formate verzeichneten im Oktober 2025 klare YoY-Besuchszuwächse, wobei Indoor-Malls das Wachstum anführten.
Mall-Frequenz: Ein starker Oktober 2025
Die Daten von Placer.ai zeigen eine bemerkenswerte Erholung der Mall-Besucherzahlen. Im Oktober 2025 stiegen die Besuche im Vergleich zum September 2025 deutlich an:
- Indoor Malls: +6,1%
- Open-Air Shopping Centers: +5,5%
- Outlet Malls: +7,9%
Zum Vergleich: Im Oktober 2024 gab es nur geringe MoM-Zuwächse von 0,5%, 2,1% bzw. 1,4% gegenüber September 2024. Dies könnte darauf hindeuten, dass Konsumenten früher mit dem Weihnachtseinkauf beginnen oder zumindest nach Angeboten suchen.
Besucherzahlen versus Kaufkraft: Eine differenzierte Betrachtung
Obwohl die Besucherzahlen in den Malls steigen, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Konsumenten auch mehr Geld ausgeben. Die Frequenz in Einkaufszentren korreliert nicht immer direkt mit den tatsächlichen Ausgaben. Diese Diskrepanz führt dazu, dass einige Einzelhändler ihre Strategien überdenken und anpassen.
Bath & Body Works: Strategischer Wandel weg von Malls
Bath & Body Works, ein etablierter Einzelhändler in vielen Einkaufszentren, verlagert seine Filialen zunehmend außerhalb von Mall-Standorten und schließt im Zuge dessen Dutzende von Geschäften. Wendy C. Arlin, die ehemalige CFO von Bath & Body Works, erläuterte diese Strategie auf der Goldman Sachs Retail Konferenz.
Sie betonte, dass 99% der Filialen cashflow-positiv seien und es keine finanziellen Herausforderungen im Immobilienbestand gäbe. Der Plan, der seit Ende 2022 aktiv ist, sieht vor, die Filialen zunehmend außerhalb von Einkaufszentren anzusiedeln. Aktuell liegt das Verhältnis bei etwa 50-50. Für den Endzustand wird ein Verhältnis von etwa "2/3 Mall, 1/3 On Mall" angestrebt, so Arlin.
B&M: Gewinnrückgang trotz Umsatzwachstum
Auch der britische Einzelhändler B&M European Value Retail S.A. ("the Group") meldete für die 26 Wochen bis zum 27. September 2025 seine Zwischenergebnisse. Obwohl der Konzernumsatz um 4,0% auf 2.749 Mio. £ stieg, verzeichnete B&M einen deutlichen Gewinnrückgang.
Das bereinigte EBITDA (vor IFRS 16) sank um 30,2% auf 191 Mio. £, und der Konzern-Gewinn vor Steuern fiel um 55,6% auf 75 Mio. £. Tjeerd Jegen, Chief Executive Officer, erklärte, dass der "Back to B&M Basics"-Plan voranschreite und entschlossene Maßnahmen ergriffen würden, um die Einzelhandelsausführung zu verbessern und die finanzielle Leistung wiederherzustellen. Ziel sei es, ein nachhaltiges Like-for-Like (LFL)-Umsatzwachstum in Großbritannien wiederherzustellen.
Poundland: Filialschließungen und lokale Auswirkungen
Die britische Einzelhandelskette Poundland, die kürzlich verkauft wurde, befindet sich ebenfalls in einer Umstrukturierungsphase, die zu Filialschließungen führt. Die Filiale in der Front Street in Arnold soll am 6. Dezember schließen, da keine Einigung über die Mietbedingungen erzielt werden konnte.
Diese Nachricht hat bei den Anwohnern in Arnold, deren High Street wie viele andere in Großbritannien zu kämpfen hat, Besorgnis ausgelöst. Carole Elliott (66) befürchtet einen "Dominoeffekt" weiterer Schließungen. Gerald Richardson (77) berichtete, dass Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren würden. Poundland plant, sein Filialnetz von rund 800 auf 650-700 Standorte zu reduzieren. Darren MacDonald, UK Retail Manager von Poundland, äußerte Bedauern über die Schließung und versprach den Kunden weiterhin "amazing value".