Michael Burry: KI-Boom eine Blase? Warnungen vor Tech-Downturn

Michael Burry: KI-Boom eine Blase? Warnungen vor Tech-Downturn

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Michael Burry, der durch seine Wette gegen die Immobilienblase der 2000er Jahre bekannt wurde, äußert sich kritisch zum aktuellen KI-Boom. Er warnt vor einer potenziellen Blase und einem bevorstehenden langen Abschwung im Technologiesektor, während er die hohen Investitionen von Big Tech in KI-Infrastruktur hinterfragt. Burry hat zudem Short-Positionen gegen prominente KI-Unternehmen wie Nvidia und Palantir.

Michael Burry warnt vor KI-Blase

Der Investor Michael Burry, dessen Geschichte im Buch und Film "The Big Short" festgehalten wurde, sieht den aktuellen KI-Boom mit Skepsis. In einem Substack-Austausch mit Anthropic-Mitbegründer Jack Clark und Podcaster Dwarkesh Patel warnte er vor einer KI-Blase und einem drohenden, lang anhaltenden Abschwung. Burry verglich den KI-Boom auch mit der Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre und bezeichnete OpenAI als das "Netscape unserer Zeit".

Die "Rolltreppen-Analogie" von Warren Buffett

Burry zog eine Parallele zu einer Geschichte von Warren Buffett aus den 1960er Jahren, die den Kauf des Kaufhauses Hochschild-Kohn in Baltimore betraf. Er schrieb: "Als das Kaufhaus auf der anderen Straßenseite eine Rolltreppe einbaute, musste er das auch tun." Letztendlich hätten beide nicht von diesem teuren Projekt profitiert, da es keine dauerhafte Margen- oder Kostenverbesserung gab und beide in der gleichen Ausgangsposition blieben.

Diese Situation, die Buffett und Charlie Munger als "auf Zehenspitzen bei einer Parade stehen" beschrieben, wendet Burry auf die KI-Implementierung an. Er befürchtet, dass Billionen von Dollar ohne klaren Nutzen für die Realwirtschaft ausgegeben werden, da Konkurrenten im gleichen Maße profitieren und somit kein Wettbewerbsvorteil entsteht. Burry prognostiziert, dass nach früheren Kapitalausgaben-Booms der Punkt erreicht ist, an dem die wahren Kosten und der Mangel an Einnahmen sichtbar werden.

Kritik an "Poster Children" Nvidia und Palantir

Burry äußerte sich besonders kritisch zu Nvidia und Palantir, die er als "zwei der Glücklichsten" bezeichnete, da ihre Produkte zufällig gut für KI geeignet waren. Er ist der Meinung, dass der Markt bei diesen beiden "Poster Children" für KI am meisten falsch liegt.

  • Nvidia: Burry beschreibt Nvidia als die "stromhungrige, schmutzige Lösung, die die Stellung hält, bis die Konkurrenz mit einem völlig anderen Ansatz kommt."
  • Palantir: Er kritisierte Palantir-CEO Alex Karp dafür, dass dieser ihn wegen seiner Short-Position gegen das Unternehmen angegriffen hatte, was Burry als Zeichen eines "nicht selbstbewussten CEOs" wertete. Er fügte hinzu: "Er vermarktet so hart er kann, um dies am Laufen zu halten, aber es wird nachlassen."

Weder Palantir noch Nvidia reagierten auf Anfragen von Business Insider zu Burrys Kommentaren. Laut einer behördlichen Einreichung vom September letzten Jahres hat Burrys Hedgefonds, Scion Asset Management, große Wetten gegen Nvidia und Palantir Technologies platziert.

Sinkende Kapitalrendite (ROIC) bei Big Tech

Ein zentrales Argument Burrys ist, dass der KI-Investitionsboom Big Tech zu einer nicht nachhaltigen Kapitalintensität treibt. Er stellte fest, dass die Kapitalrendite (Return on Invested Capital, ROIC) bei Big Tech sinkt. Dies liegt seiner Meinung nach daran, dass KI Unternehmen wie Microsoft, Google und Meta von ihren ehemals "asset-light" Software-Geschäftsmodellen weg und hin zu einer Zukunft mit datenintensiven Rechenzentren, Chips und hohem Energieverbrauch drängt.

Burry schrieb in einem Substack-Austausch: "Die Messgröße, die alle Messgrößen schlägt, ist die Kapitalrendite (ROIC), und die ROIC war bei diesen Softwareunternehmen sehr hoch. Jetzt, da sie zu kapitalintensiven Hardwareunternehmen werden, wird die ROIC sicher fallen, und dies wird die Aktien langfristig unter Druck setzen." Auch wenn KI den adressierbaren Markt von Big Tech erweitern mag, könnten fallende ROIC die Aktienkurse über Jahre hinweg belasten. Führende KI-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google und Meta investieren massiv in Infrastruktur, haben aber bisher keine signifikanten Gewinnrenditen aus ihren KI-Produkten erzielt.

Burrys Überraschungen und Bedenken

Burry nannte drei Dinge, die ihn am KI-Boom überrascht haben:

  • Googles "Stolpern", das Konkurrenten mit weniger Ressourcen eine Chance gab. Er bezeichnete es als "umwerfend", dass Google einem Startup in der KI hinterherhinkt.
  • ChatGPTs Auslösen eines "Multi-Billionen-Dollar-Infrastrukturrennens", das er mit dem Bau einer Roboter-Zukunft nach einem Prototyp verglich.
  • Nvidias anhaltende Dominanz, obwohl er erwartet hatte, dass energieeffizientere Chips sich bereits durchgesetzt hätten.

Hinsichtlich der realen Auswirkungen der KI äußerte Burry Zweifel an der Annahme, dass handwerkliche Berufe "KI-sicher" seien. Er stellte sich vor, wie jemand aus der Mittelschicht bei einem teuren Klempner- oder Elektrikeranruf stattdessen einen KI-Chatbot wie Claude nutzen könnte, um Reparaturen selbst durchzuführen. Zudem befürchtet Burry, dass KI-Chatbots Menschen "dümmer machen" könnten, beispielsweise Ärzte, die sie übermäßig nutzen und dadurch ihr medizinisches Wissen vergessen.

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