
Michael Burry kritisiert Palantir: Hohe Jet-Kosten und bärische PLTR-Prognose
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Der bekannte Investor Michael Burry, berühmt durch "The Big Short", hat erneut Palantir Technologies Inc. (NASDAQ:PLTR) ins Visier genommen. Seine jüngste Kritik konzentriert sich auf die erheblichen Privatjet-Ausgaben von CEO Alex Karp sowie auf Bedenken hinsichtlich der Rechnungslegung des Unternehmens, die er in einem X-Post und einer Substack-Kolumne äußerte. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Unternehmensführung auf und könnten die Palantir-Aktie beeinflussen.
Burrys Kritik an Palantir CEO Alex Karp
Laut Palantirs Formular 10-K für 2025 erstattete das Unternehmen CEO Alex Karp 17,2 Millionen US-Dollar für die Nutzung seines "Executive Aircraft". Diese Summe stellt einen massiven Anstieg von 123 % gegenüber den 7,7 Millionen US-Dollar dar, die für 2024 gemeldet wurden. Burry kommentierte diese Vereinbarung auf X mit den Worten: "Es ist eine ziemliche Leistung, 17,2 Millionen Dollar in einem Jahr auszugeben… besonders wenn der Jet nicht einmal gemietet ist."
Der Flugzeug ist im Besitz von Alex Karp selbst, was bedeutet, dass Palantir seinen CEO für die Nutzung seines eigenen Vermögens für Geschäfts- und Privatreisen bezahlt. Diese Praxis hat eine erneute Prüfung der internen Kontrollen von Palantir ausgelöst.
Die Flugkosten im Detail
Finanzanalysten haben Schwierigkeiten, die 17,2 Millionen US-Dollar an Reisekosten mit den üblichen Luftfahrtkosten in Einklang zu bringen. Brent Thill, Analyst bei Jefferies, lieferte eine Aufschlüsselung, was dieses Ausgabenniveau für den Zeitplan eines CEOs impliziert:
- Mittelgroßer Jet (ca. 7.000 $/Stunde): Dies würde 2.457 Flugstunden bedeuten, was etwa 28 % des gesamten Jahres in der Luft entspricht.
- High-End G650 (ca. 15.000 $/Stunde): Selbst bei einem teureren Jet würden die Kosten 1.147 Flugstunden oder 13 % des Jahres in der Luft implizieren.
Diese Zahlen werden von Thill als "erhöht im Vergleich zu Branchenkollegen" eingestuft.
Vergleich mit Branchenkollegen
Burry hob die Diskrepanz zwischen Karps Reisekosten und denen anderer großer Tech-CEOs hervor. Er merkte an, dass die 17,2 Millionen US-Dollar deutlich höher erscheinen als die Ausgaben von Branchenkollegen. Zum Vergleich:
- Meta Platforms Inc. (NASDAQ:META) CEO Mark Zuckerberg gab etwa 1,8 Millionen US-Dollar für ähnliche Reisen aus.
- Palo Alto Networks Inc. (NASDAQ:PANW) CEO Nikesh Arora verzeichnete rund 2,4 Millionen US-Dollar für private Flugreisen.
Karps Ausgaben für 2025 sind zudem mehr als doppelt so hoch wie seine eigenen Ausgaben von 7,7 Millionen US-Dollar im Vorjahr 2024.
Fragen zur Unternehmensführung und Rechnungslegung
Die Offenlegung der Jet-Kosten hat die Debatte über die interne Kontrolle bei Palantir neu entfacht. Kritiker argumentieren, dass das Reisebudget des CEOs einen Mangel an Disziplin im eigenen Haus suggeriert, obwohl das Unternehmen mit seiner "Gotham"- und "Foundry"-Software Organisationen hilft, Effizienz zu finden.
Burry äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Rechnungslegungspraktiken von Palantir. Er argumentiert, dass die Forderungen (Accounts Receivable, AR) in neun der letzten zwölf Quartale schneller gewachsen sind als die tatsächlichen Einnahmen. Dies sei ein Muster, das oft mit "nefarious tricks" wie Channel Stuffing, aggressiver Umsatzrealisierung oder verlängerten Zahlungszielen als Verkaufszugeständnisse verbunden sei. Burry ist der Ansicht, dass Palantirs Finanzdaten eher denen eines Beratungsunternehmens als denen eines typischen Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmens ähneln.
Burrys bärische Prognose für die PLTR-Aktie
Über die ethischen und buchhalterischen Kritiken hinaus hat Michael Burry eine düstere Finanzthese für die Palantir-Aktie (PLTR) vorgelegt. Am 10. Februar 2026 teilte er eine technische Analyse, die ein klassisches "Head & Shoulders"-Umkehrmuster im PLTR-Chart identifizierte.
Burry sieht einen "Landing Area" für die Aktie zwischen 50 und 60 US-Dollar. Angesichts eines kürzlichen Handels um 135,38 US-Dollar würde ein Rückgang auf die 60-Dollar-Marke einen Einbruch von 55,68 % bedeuten. Alex Karp hatte Burrys bärische Einschätzung in der Vergangenheit als "BatS—t Crazy" bezeichnet.