Michael Burry warnt: KI verwandelt Big Tech in ein schlechteres Geschäft

Michael Burry warnt: KI verwandelt Big Tech in ein schlechteres Geschäft

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Michael Burry, der Investor, der durch "The Big Short" Berühmtheit erlangte, warnt eindringlich vor einer drohenden Blase im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Er argumentiert, dass der Übergang von asset-leichten Softwaremodellen zu kapitalintensiven Hardware-Geschäften den Return on Invested Capital (ROIC) großer Tech-Unternehmen drastisch senken wird, was langfristig den Aktienkursen schaden könnte.

Michael Burry: Der "Big Short"-Investor warnt vor KI-Blase

Michael Burry, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Krise 2008 berühmt wurde, sieht im aktuellen KI-Boom eine neue Blase. Er hat sein Hedgefondsgeschäft für externe Anleger geschlossen und teilt seine Analysen nun über einen Substack-Newsletter namens "Cassandra Unchained" mit über 171.000 Abonnenten. Burry vergleicht die aktuelle Entwicklung mit der Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre und bezeichnet OpenAI als das "Netscape unserer Zeit".

ROIC im Fokus: Vom Software- zum Hardware-Geschäft

Für Burry ist der Return on Invested Capital (ROIC) die entscheidende Kennzahl, die Anleger im KI-Sektor beobachten sollten. ROIC misst, wie effizient ein Unternehmen investiertes Kapital in Gewinn umwandelt. Er schreibt: "Der ROIC war bei diesen Softwareunternehmen sehr hoch. Da sie nun zu kapitalintensiven Hardwareunternehmen werden, wird der ROIC mit Sicherheit sinken, und dies wird die Aktienkurse langfristig unter Druck setzen."

KI drängt Unternehmen wie Microsoft, Google und Meta von ihren historisch asset-leichten Softwaremodellen weg hin zu einer kapitalintensiveren Zukunft, die von Rechenzentren, Chips und Energie geprägt ist. Selbst wenn KI den adressierbaren Markt für Big Tech erweitert, könnte ein fallender ROIC die Aktienkurse über Jahre hinweg belasten. Burry betont, dass die Ausgaben für den KI-Ausbau irgendwann eine höhere Rendite als die Investitionskosten erzielen müssen, um wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Parallelen zur Dotcom-Blase der 90er Jahre

Burry zieht direkte Vergleiche zur Dotcom-Blase, die 1995 mit dem IPO von Netscape begann und fünf Jahre später platzte. Er sieht eine ähnliche übermäßige Spekulation und Herdenmentalität, die die Vermögenspreise von KI-Unternehmen weit über ihren inneren Wert treiben. Das NASDAQ-Index verlor nach dem Platzen der Dotcom-Blase fast 5 Billionen US-Dollar an Wert und benötigte 15 Jahre, um seinen Höchststand wieder zu erreichen.

Er vergleicht die aktuelle Marktposition von Nvidia mit der von Cisco Systems während des Dotcom-Booms. Burry argumentiert, dass die schnellen Kapitalzuflüsse, Erwartungen und Bewertungen, die die tatsächlichen Cashflows übertreffen, Korrekturen fast unvermeidlich machen.

Burrys Wetten gegen KI-Lieblinge

Burrys Hedgefonds, Scion Asset Management, hat laut einer behördlichen Einreichung vom September letzten Jahres große Wetten gegen Nvidia und Palantir Technologies platziert. Diese beiden Unternehmen gelten als Lieblinge der KI-Ära und waren zusammen etwa 5 Billionen US-Dollar wert. Im November zeigte Burry seine Positionen gegen Nvidia und Palantir, die er als "die beste Art, gegen den KI-Boom zu wetten" bezeichnete, da Nvidia "am meisten geliebt und am wenigsten bezweifelt" werde.

Führende KI-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google und Meta investieren massiv in die Infrastruktur für ihre energie- und datenintensiven KI-Anwendungen. Bislang haben diese Unternehmen jedoch keine signifikanten Gewinnrenditen aus ihren KI-Produkten erzielt, was Investoren wie Burry dazu veranlasst, Alarm zu schlagen.

Oracle im Visier: Hohe Schulden und OpenAI-Deal

Zusätzlich zu Nvidia und Palantir hat Burry auch bärische Positionen gegen Oracle offenbart, indem er Put-Optionen hält und die Aktie in den letzten sechs Monaten direkt geshortet hat. Oracle expandiert aggressiv in Cloud-Computing-Dienste, was einen kostspieligen Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten erfordert, der durch Schulden finanziert wird. Das Unternehmen hat rund 95 Milliarden US-Dollar an ausstehenden Schulden.

Im September 2025 unterzeichnete Oracle einen 300 Milliarden US-Dollar schweren Fünfjahresvertrag mit OpenAI, wonach der ChatGPT-Hersteller ab 2027 Rechenleistung von Oracle beziehen wird. Obwohl dies ein Erfolg für Oracle im Cloud-Markt ist, birgt es Ausführungsrisiken und Kapitalanforderungen. Die Oracle-Aktie war volatil und beendete das Jahr 2025 etwa 40 % unter ihrem September-Höchststand. Burry äußerte sich kritisch: "Ich mag nicht, wie es positioniert ist oder welche Investitionen es tätigt. Es hätte nicht tun müssen, was es tut, und ich weiß nicht, warum es das tut. Vielleicht Ego."

Warum Burry die Tech-Giganten meidet

Burry hat es vermieden, direkt gegen größere Technologieunternehmen wie Meta Platforms, Alphabet und Microsoft zu wetten, deren Geschäftsmodelle über reine KI hinausgehen. Er erklärte: "Wenn ich Meta shorte, shorte ich auch seine Social Media- und Werbedominanz. Wenn ich Alphabet shorte, shorte ich Google Search in all seinen Formen, Android, Waymo usw. Wenn ich Microsoft shorte, shorte ich einen globalen SaaS-Giganten für Büroproduktivität."

Er ist der Meinung, dass diese Unternehmen ("These three will not go away") ihre Ausgaben im Laufe der Zeit reduzieren, Verluste aus dem Aufbau zu großer Kapazitäten hinnehmen und den Wert einiger Vermögenswerte in ihren Büchern senken werden. Sie würden jedoch in ihren Hauptgeschäften dominant bleiben. Burry würde jedoch OpenAI shorten, wenn es mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet würde, was seine Zweifel an der schnellen Entwicklung und Wirtschaftlichkeit der KI unterstreicht.

Eine gemischte Bilanz und Skepsis

Burrys Warnungen haben die Aktienkurse bisher kaum beeinflusst, obwohl die Bedenken hinsichtlich der KI-Infrastruktur zunehmen. Seine Kritiker verweisen auf eine gemischte Erfolgsbilanz bei früheren Prognosen. So riet er am 31. Januar 2023 zum "SELL", doch der S&P 500 stieg seitdem um rund 70 %. Burry selbst gab zu, dass dies ein Fehlgriff war.

Michael Green, Chefstratege bei Simplify Asset Management, merkte an, dass Burrys "Fehler" in der Dotcom- und Immobilienblase darin bestand, zu früh dran zu sein. Alex Karp, CEO von Palantir, bezeichnete Burry auf CNBC als "verrückt". Trotz der Skepsis bleibt Burry eine einflussreiche Stimme, deren Analysen von einer großen Online-Fangemeinde verfolgt werden.

Die Rolle der "Magnificent Seven" und Marktrisiken

Die aktuelle US-Marktrallye wird stark von KI-Fortschritten und Schlüsseltechnologiegiganten beeinflusst. Unternehmen wie Nvidia und Broadcom verzeichneten erhebliche Gewinne. Burry hebt hervor, dass die starke Abhängigkeit des S&P 500 von den "Magnificent Seven"-Aktien, die etwa 35 % des Index ausmachen, ein kritisches Risiko darstellt. Diese Konzentration verstärkt das potenzielle Risiko eines Rückschlags, sollten diese führenden Tech-Aktien ins Wanken geraten, ähnlich den Risiken der Dotcom-Ära.

Erwähnte Persönlichkeiten