Michael Saylors Strategie: Wie Strategy einen Bitcoin-Preis von 8.000 US-Dollar überstehen will

Michael Saylors Strategie: Wie Strategy einen Bitcoin-Preis von 8.000 US-Dollar überstehen will

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Strategy Inc. (NASDAQ:MSTR), bekannt für seine umfangreichen Bitcoin-Bestände, hat eine kühne Behauptung aufgestellt: Das Unternehmen sei in der Lage, seine ausstehenden Schulden auch dann zu decken, wenn der Bitcoin-Preis auf 8.000 US-Dollar fällt. Gründer Michael Saylor skizzierte zudem Pläne, die Wandelanleihen des Unternehmens in den kommenden Jahren in Eigenkapital umzuwandeln.

Strategys kühne Behauptung und die Bilanz

Strategy, ehemals MicroStrategy, hat kürzlich seine Aktionäre und Bitcoin-Enthusiasten beruhigt, indem es die Widerstandsfähigkeit seiner Bilanz betonte. Das Unternehmen erklärte, dass es selbst einem extremen Rückgang des Bitcoin-Preises um 88 % standhalten könne, ohne seine langfristige Position zu gefährden. In einem Post auf X hieß es: „Strategy kann einen Rückgang des $BTC-Preises auf 8.000 US-Dollar überstehen und verfügt immer noch über ausreichende Vermögenswerte, um unsere Schulden vollständig zu decken.“

Die Firma hob ihre Bilanz hervor, die Bitcoin-Reserven von rund 49 Milliarden US-Dollar (bei damaligen Preisen um 69.000 US-Dollar pro Coin) gegenüber Netto-Schulden von 6 Milliarden US-Dollar aufweist. Diese Netto-Schulden werden als Gesamtschulden abzüglich der Barreserven berechnet. In einem Szenario, in dem der Bitcoin-Preis auf 8.000 US-Dollar sinkt, würden die Reserven auf etwa 5,7 Milliarden US-Dollar schrumpfen, was immer noch den Netto-Schulden entspräche. Strategy hält derzeit 714.644 BTC zu durchschnittlichen Anschaffungskosten von 76.056 US-Dollar. Bei 8.000 US-Dollar wären diese Bestände 5,7 Milliarden US-Dollar wert, was einem nicht realisierten Verlust von 48,6 Milliarden US-Dollar gegenüber den durchschnittlichen Anschaffungskosten von 54,35 Milliarden US-Dollar entspräche.

Saylors Plan für die Schuldenstruktur

Michael Saylor kündigte an, dass Strategy plant, seine Wandelanleihen in den nächsten drei bis sechs Jahren in Eigenkapital umzuwandeln. Dieser Schritt soll die Schulden in der Bilanz durch die Ausgabe von Aktien reduzieren und die Emission neuer Senior-Schulden vermeiden. Das Unternehmen hat über 8,2 Milliarden US-Dollar an Schulden angehäuft, hauptsächlich durch Wandelanleihen, die zum Erwerb von Bitcoin verwendet wurden.

Es gibt keine größeren Fälligkeiten bis 2028, und die Fälligkeiten der Wandelanleihen sind bis 2032 gestaffelt. Saylor erklärte zudem, dass das Unternehmen über Barreserven für 2,5 Jahre verfügt, um Dividenden und Schulden zu decken, ohne zusätzliche Mittel aufnehmen zu müssen. Auf die Frage, was passieren würde, wenn Bitcoin um 90 % fiele und vier Jahre lang auf diesem Niveau bliebe, antwortete Saylor: „Wir werden die Schulden refinanzieren.“ CEO Phong Le und Executive Chairman Michael Saylor haben in jüngsten Telefonkonferenzen und Interviews betont, dass keine Schuldenklauseln direkt an den Spotpreis oder die durchschnittlichen Anschaffungskosten von Bitcoin gebunden sind.

Was passiert unterhalb von 8.000 US-Dollar?

Die Marke von 8.000 US-Dollar wird von Strategy als theoretischer „Stress-Floor“ oder „Boden“ betrachtet, bei dem der Gesamtwert der Bitcoin-Bestände in etwa den Netto-Schulden entspricht. Bei diesem Preis könnte das Unternehmen seine Schuldenverpflichtungen ohne Bitcoin-Verkäufe erfüllen, obwohl das Eigenkapital technisch bei null läge. Investor Giannis Andreou erklärte dazu: „Wenn BTC langfristig bei 8.000 US-Dollar bleibt, würden die Reserven ihre finanziellen Verpflichtungen durch Liquidation nicht mehr decken.“

Sollte der Bitcoin-Preis unter 8.000 US-Dollar fallen und über Jahre hinweg dort verharren, stünde das Unternehmen vor schwierigeren Entscheidungen. Dazu könnten die Umstrukturierung von Schulden, die Ausgabe neuer Aktien oder die Aufnahme zusätzlicher Finanzierungen gehören, anstatt erzwungener Bitcoin-Verkäufe. Phong Le betonte, dass selbst ein Rückgang des Bitcoin-Preises um 90 % über mehrere Jahre hinweg erfolgen würde, was dem Unternehmen Zeit gäbe, sich neu zu strukturieren, neue Aktien auszugeben oder Schulden zu refinanzieren. Die ersten Risse in der Finanzstruktur würden bei etwa 7.000 US-Dollar auftreten, wo besicherte Kredite, die durch BTC-Sicherheiten gedeckt sind, die LTV-Klauseln (Loan-to-Value Ratio) verletzen und zusätzliche Sicherheiten oder teilweise Rückzahlungen erfordern würden.

Kritiker und die Marktperspektive

Trotz der Versicherungen von Strategy bleiben Kritiker skeptisch. Der Ökonom Peter Schiff äußerte Zweifel, ob jemand Saylor oder Bitcoin bei einem Preis von 8.000 US-Dollar ernst nehmen würde. Die aktuelle Marktvolatilität spiegelt sich auch im Bitcoin-Preis wider, der zum Zeitpunkt der Berichterstattung in den Quellen bei 68.374,77 US-Dollar lag und in den letzten 24 Stunden um 2,22 % gefallen war.

Strategy’s Bitcoin-Bestände liegen auf dem Papier weiterhin unter Wasser, da der durchschnittliche Kaufpreis bei 76.056 US-Dollar liegt, während die Marktpreise in den letzten Wochen zwischen 65.000 und 70.000 US-Dollar schwankten. Trotz massiver nicht realisierter Verluste hält das Unternehmen an seiner Strategie fest, regelmäßig weitere Bitcoin zu erwerben und sie als ultimatives Unternehmensreservevermögen zu bewerben. Michael Saylor hat wiederholt bekräftigt, dass Strategy nicht die Absicht hat, seine Coins zu verkaufen, und weiterhin mindestens jedes Quartal BTC kaufen wird. Die MSTR-Aktien schlossen während der regulären Handelssitzung am Freitag 8,85 % höher bei 133,88 US-Dollar, zeigen aber laut Benzinga's Edge Stock Rankings eine schwache Kursdynamik über kurze, mittlere und lange Fristen.

Erwähnte Persönlichkeiten