
Naher Osten: Iran droht US-Finanzinstitutionen und Hormus-Schließung
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Die Lage im Nahen Osten hat sich in der vierten Kriegswoche dramatisch zugespitzt. Nach einem 48-Stunden-Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus hat Iran seine Drohungen ausgeweitet und zielt nun auch auf Käufer von US-Staatsanleihen ab. Diese Eskalation hat weitreichende Implikationen für die globalen Finanzmärkte und die Energiesicherheit.
Eskalation im Nahen Osten: Ultimatum und Gegendrohungen
US-Präsident Donald Trump stellte am Samstag, den 22. März 2026, ein 48-Stunden-Ultimatum an Teheran, die Straße von Hormus wieder vollständig zu öffnen, andernfalls drohten Angriffe auf iranische Kraftwerke. Diese Frist läuft am Montagabend in Washington ab. Irans Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf reagierte am Sonntag mit scharfen Gegendrohungen.
Ghalibaf erklärte in einem Social-Media-Post, dass neben Militärbasen auch US-nahe Finanzinstitutionen, die amerikanische Staatsanleihen halten, ins Visier genommen würden. Er betonte: „US-Staatsanleihen sind in iranischem Blut getränkt. Kaufen Sie sie, und Sie kaufen einen Schlag auf Ihr Hauptquartier und Ihre Vermögenswerte.“ Er fügte hinzu, dass Finanzinstitutionen, die das US-Militärbudget finanzieren, legitime Ziele seien.
Der strategische Wert der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist eine entscheidende Arterie für den globalen Energieversand. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots passiert diese Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Rest der Welt verbindet. Iran droht, die Wasserstraße vollständig zu schließen und Energieinfrastruktur sowie Entsalzungsanlagen in der Golfregion anzugreifen, sollte die USA ihr Ultimatum umsetzen.
Aktuell ist die Straße von Hormus nach iranischer Darstellung für alle Schiffe offen, außer für solche, die mit „Irans Feinden“ in Verbindung stehen. Angriffe auf Schiffe haben jedoch bereits fast den gesamten Tankerverkehr zum Erliegen gebracht. Die Wiedereröffnung der Meerenge ist zu einem vorrangigen Ziel der USA und Israels geworden, um eine sich ausweitende globale Energiekrise zu stoppen.
Finanzielle Dimension der Konflikteskalation
Die Drohungen Irans gegen Käufer von US-Staatsanleihen fügen dem geopolitischen Konflikt eine neue finanzielle Dimension hinzu. Die Aussage Ghalibafs, dass „kritische Infrastruktur sowie Energie- und Ölinfrastruktur in der gesamten Region als legitime Ziele betrachtet und irreversibel zerstört werden und die Ölpreise für lange Zeit steigen werden“, unterstreicht die potenziellen globalen wirtschaftlichen Auswirkungen.
Der Krieg, der am 28. Februar von den USA und Israel begonnen wurde, hat bereits die Weltwirtschaft erschüttert und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Die Unsicherheit über die Energiesicherheit und die Stabilität der Finanzmärkte wächst, da die Eskalation das Potenzial hat, weitreichende ökonomische Verwerfungen zu verursachen.
Militärische Reaktionen und internationale Appelle
Die USA haben ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt. Ein Kontingent von 4.500 US-Soldaten und Marineinfanteristen, darunter ein Infanteriebataillon mit Hubschraubern, F-35-Kampfjets und gepanzerten Landungsfahrzeugen, ist auf dem Weg in den Nahen Osten. Auch die 11. Marine Expeditionary Unit wurde beschleunigt entsandt.
Gleichzeitig hat Israel seine Unterstützung für die USA bekräftigt. Premierminister Benjamin Netanyahu versprach: „Was auch immer wir tun, wir tun es gemeinsam und so weit wie möglich vertraulich.“ Er rief zudem andere Staats- und Regierungschefs, einschließlich der europäischen Nationen, auf, sich den Kriegsanstrengungen anzuschließen, da Iran die Kapazität habe, „tief nach Europa hineinzureichen“.
Am Sonntag wurde die südliche israelische Stadt Arad von einer iranischen Rakete getroffen, wobei über 100 Menschen verletzt wurden. Auch die Stadt Dimona, nahe einer nuklearen Forschungsanlage, war Ziel eines Angriffs. Die vom Iran unterstützte Hisbollah bekannte sich zu einem Luftangriff, der einen Mann in Nordisrael tötete.
Die humanitäre und wirtschaftliche Bilanz
Der Konflikt hat seit seinem Beginn am 28. Februar über 2.000 Menschen das Leben gekostet und gefährdet Leben und Lebensgrundlagen in der gesamten Region. Die Kämpfe haben nicht nur die globalen Ölpreise in die Höhe getrieben, sondern auch einige der verkehrsreichsten Luftkorridore der Welt gefährdet. Eine Beruhigung der Lage ist derzeit nicht in Sicht, und weitere Wochen der Kämpfe werden erwartet.