
Nahost-Konflikt: Trumps widersprüchliche Signale und globale Finanzfolgen
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Die Vereinigten Staaten senden weitere Kriegsschiffe und Marineinfanteristen in den Nahen Osten, während Präsident Donald Trump gleichzeitig erklärt, seine Regierung erwäge ein "Winding Down" der Militäroperationen in der Region. Diese widersprüchlichen Signale aus Washington fallen in eine Zeit, in der der Iran mit Angriffen auf touristische Ziele weltweit droht und die globalen Finanzmärkte auf die Eskalation des Iran-Krieges reagieren. Die US-Regierung kündigte zudem die Aufhebung von Sanktionen auf iranisches Öl an, um die stark gestiegenen Kraftstoffpreise zu dämpfen.
Widersprüchliche Signale aus Washington
Präsident Trump äußerte am 20. März auf Truth Social, die USA seien "sehr nah daran, ihre Ziele zu erreichen", und man erwäge, die militärischen Bemühungen im Nahen Osten "herunterzufahren". Zu den genannten Zielen gehören die Zerstörung der iranischen Militär- und Nuklearkapazitäten. Gleichzeitig entsendet das Pentagon jedoch Tausende von US-Marines und Kriegsschiffen in die Region. Drei in Kalifornien stationierte Kriegsschiffe, darunter die USS Boxer, und etwa 2.500 Marines der 11. Marine Expeditionary Unit verließen Camp Pendleton. Eine weitere 2.500 Mann starke Marineeinheit, begleitet vom Kriegsschiff USS Tripoli, startete aus Japan. Insgesamt haben die USA damit rund 50.000 Truppen in der Region stationiert.
Um die steigenden Kraftstoffpreise zu bekämpfen, kündigte die Trump-Administration an, Sanktionen auf iranisches Öl, das sich auf Schiffen befindet, aufzuheben. Das US-Finanzministerium erteilte am 20. März eine 30-tägige Genehmigung für die Lieferung und den Verkauf von zuvor sanktioniertem iranischem Rohöl und Erdölprodukten. Der Sprecher des iranischen Ölministeriums, Saman Ghodousi, wies jedoch die Behauptung zurück, der Iran habe überschüssiges Öl auf Schiffen gestrandet, und dementierte, dass dadurch 140 Millionen Barrel für den Weltmarkt freigegeben würden.
Eskalation im Konflikt und humanitäre Lage
Der Iran-Krieg zeigt weiterhin keine Anzeichen einer Entspannung. Israel meldete am frühen Samstag anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Iran und führte daraufhin Angriffe auf Ziele in Teheran durch. Kurz zuvor hatte das israelische Militär eine Angriffswelle auf Hisbollah-Stellungen in den südlichen Vororten Beiruts im Libanon begonnen. Stunden zuvor wurden Evakuierungswarnungen für sieben Stadtteile Beiruts erneuert. Saudi-Arabien gab bekannt, in seiner östlichen Region, wo sich wichtige Ölanlagen befinden, innerhalb weniger Stunden 20 Drohnen abgeschossen zu haben, ohne dass es zu Verletzungen oder Schäden kam.
Die iranische Militäroperationszentrale Khatam Al-Anbiya warnte die Vereinigten Arabischen Emirate am Samstag davor, Angriffe von ihrem Territorium auf die umstrittenen Inseln Abu Musa und Greater Tunb im Persischen Golf zuzulassen. Bei weiterer Aggression drohte der Iran mit schweren Schlägen gegen Ras Al Khaimah in den VAE. Die humanitäre Lage ist dramatisch: Die Zahl der Todesopfer ist auf über 1.300 im Iran, über 1.000 im Libanon, 15 in Israel und 13 US-Militärangehörige in der Region gestiegen. Millionen Menschen im Libanon und Iran sind vertrieben worden.
Wirtschaftliche Auswirkungen: Ölpreise und Luftfahrt
Die Eskalation des Iran-Krieges hat die globalen Ölpreise stark beeinflusst. Der Preis für Brent-Rohöl schwankte von etwa 70 US-Dollar pro Barrel vor Kriegsbeginn auf bis zu 119,50 US-Dollar in dieser Woche. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, ist derzeit effektiv blockiert.
Die Luftfahrtbranche spürt die Auswirkungen direkt. Scott Kirby, CEO von United Airlines, teilte den Mitarbeitern am Freitag mit, dass sich die Kerosinpreise in den letzten drei Wochen mehr als verdoppelt haben. Sollten sie auf dem aktuellen Niveau bleiben, würden sie die Fluggesellschaft jährlich 11 Milliarden US-Dollar kosten. United bereitet sich darauf vor, dass der Ölpreis erst Ende nächsten Jahres wieder unter 100 US-Dollar pro Barrel fallen könnte, und kalkuliert sogar mit einem Worst-Case-Szenario von 175 US-Dollar pro Barrel.
Finanzielle Belastung für die USA
Die wirtschaftlichen Schockwellen des Krieges sind weltweit spürbar. Ein weiterer Anstieg der Ölpreise führte zu einem Einbruch des US-Aktienmarktes. Die ersten sechs Tage des Iran-Krieges kosteten die USA 12,7 Milliarden US-Dollar. Das Pentagon hat weitere 200 Milliarden US-Dollar vom Weißen Haus zur Finanzierung des Krieges beantragt, was die US-Staatsverschuldung auf einen Rekordwert von 39 Billionen US-Dollar treiben würde. Dieser zusätzliche Finanzierungsbedarf erfordert die Zustimmung des Kongresses. Senator Chuck Schumer (D-N.Y.) bezeichnete den Antrag als "inakzeptabel für einen Krieg ohne Plan" und als "absurdes und gefährliches Risiko".
Internationale Reaktionen und die Straße von Hormus
Präsident Trump zeigte sich überrascht, dass Australien keine Kriegsschiffe zur Öffnung der Straße von Hormus entsandt hat, und kritisierte auch Japan, Südkorea und die NATO. Er erklärte, die USA bräuchten oder wünschten die Unterstützung dieser Länder nicht mehr. Australiens Premierminister Anthony Albanese entgegnete am Samstag, Australien habe die angeforderte Unterstützung geleistet und keine Anfrage vom Präsidenten erhalten. Trump betonte, die Straße von Hormus müsse von anderen Nationen, die sie nutzen, bewacht und polizeilich überwacht werden, da die USA sie nicht nutzten. Er bot jedoch an, diesen Ländern bei Bedarf zu helfen.