
Netflix-Aktie unter Druck: Q4-Ergebnisse solide, doch Ausblick und Übernahme belasten
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die Netflix-Aktie (NASDAQ: NFLX) verzeichnete nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 einen deutlichen Rückgang, der im vorbörslichen Handel bis zu 7 % erreichte und sich am Mittwoch bei rund 4 % einpendelte. Trotz solider Geschäftszahlen, die die Erwartungen der Analysten übertrafen, sorgten vor allem der Ausblick für 2026 und die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery-Assets für Verunsicherung bei den Anlegern. Der Kursrutsch setzte einen Abwärtstrend fort, der die Aktie von ihren Höchstständen um über 30 % fallen ließ.
Netflix' Q4-Ergebnisse übertreffen Erwartungen, Aktie fällt dennoch
Im vierten Quartal 2025 konnte Netflix beeindruckende Zahlen vorlegen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um rund 18 % auf 12,05 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 11,97 Milliarden US-Dollar. Auch der Nettogewinn legte um 29 % auf 2,4 Milliarden US-Dollar zu, was einem Gewinn pro Aktie von 0,56 US-Dollar entspricht – ebenfalls über den erwarteten 0,55 US-Dollar.
Die Abonnentenzahl wuchs im Jahr 2025 um 8 % auf 325 Millionen, wobei im Quartal 25 Millionen neue Abonnenten hinzukamen. Der freie Cashflow fiel ebenfalls deutlich höher aus als erwartet. Trotz dieser positiven Kennzahlen reagierte der Markt verhalten, da die Anleger zunehmend "perfektes" Wachstum erwarten.
Gedämpfte Wachstumsprognosen für 2026 beunruhigen Anleger
Der Hauptgrund für die Enttäuschung der Anleger war der Ausblick für 2026. Netflix prognostiziert einen Umsatz zwischen 50,7 Milliarden und 51,7 Milliarden US-Dollar, was einem jährlichen Wachstum von 12 % bis 14 % entspricht. Dies liegt unter der Wachstumsrate von 16 % im Jahr 2025. Die untere Spanne der Prognose (50,7 Milliarden US-Dollar) verfehlte sogar die Analystenerwartungen von 50,98 Milliarden US-Dollar.
Diese Verlangsamung des Umsatzwachstums wird durch höhere Content-Ausgaben begleitet. Netflix plant, die Ausgaben für Inhalte im Jahr 2026 um 10 % zu erhöhen, nachdem im Jahr 2025 bereits rund 18 Milliarden US-Dollar für die Programmgestaltung aufgewendet wurden. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen verstärkt in Inhalte investieren muss, um das Wachstum aufrechtzuerhalten, was die Margenentwicklung bremsen könnte.
Das Abonnentenwachstum von 8 % im Jahr 2025 lag zudem unter dem der beiden Vorjahre. Obwohl für 2026 eine Verdopplung der Werbeeinnahmen erwartet wird, interpretieren viele Anleger die verhaltenen Umsatzprognosen als Zeichen für ein geringeres Mitgliederwachstum. An der Börse wird Netflix mit dem etwa 30-fachen des erwarteten Gewinns der nächsten zwölf Monate bewertet, was bedeutet, dass selbst ein Ausblick, der die Erwartungen nur erfüllt, als Mangel an positiven Überraschungen wahrgenommen wird.
Die Warner Bros. Discovery Übernahme als Unsicherheitsfaktor
Ein weiterer wesentlicher Belastungsfaktor ist die potenzielle Übernahme von Vermögenswerten von Warner Bros. Discovery (NASDAQ: WBD). Netflix hat sein Angebot kürzlich auf einen reinen Barddeal von 27,75 US-Dollar pro Aktie erhöht. Der Gesamtwert der Transaktion, einschließlich der Übernahme von Schulden von Warner Bros., wird auf etwa 82,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei andere Quellen einen Gesamtwert von 72 Milliarden US-Dollar für den reinen Barddeal nennen.
Seit der ersten Ankündigung des Deals im Dezember ist die Netflix-Aktie um rund 23 % gefallen. Anleger befürchten, dass Netflix zu viel für Warner Bros. bezahlt, zumal das Angebot durch ein feindliches Übernahmeangebot von Paramount Skydance in die Höhe getrieben wurde. Paramount Skydance bot 30 US-Dollar pro Aktie, was einem Gesamtwert von 108 Milliarden US-Dollar entspricht, allerdings inklusive Kabel- und Nachrichten-Assets, die Netflix nicht erwerben möchte.
Zudem bestehen erhebliche Integrationsrisiken, etwa bei der Eingliederung von HBO Max und den Filmstudios von Warner Bros. in das Netflix-Ökosystem. Es gibt auch Bedenken, dass Netflix den Fokus auf sein erfolgreiches Kerngeschäft verlieren könnte. Die Unsicherheit wird durch die ausstehende Genehmigung der Warner Bros. Discovery-Aktionäre im April sowie durch potenzielle regulatorische Hürden und kartellrechtliche Herausforderungen verstärkt. Um die finanzielle Gesundheit während der Akquisition zu sichern, hat Netflix sein Aktienrückkaufprogramm pausiert und sich Brückenfinanzierungen in Höhe von 67,2 Milliarden US-Dollar gesichert.
Herausforderungen bei der Content-Bindung und dem Wettbewerb
Im Aktionärsbrief räumte Netflix ein, dass das Engagement bei lizenzierten Inhalten in der zweiten Jahreshälfte 2025 zurückgegangen ist. Dies wurde auf ein geringeres Volumen an lizenzierten Inhalten zurückgeführt, nachdem es in den Jahren 2023-2024 aufgrund des WGA-Streiks eine erhöhte Verfügbarkeit gab. Obwohl die Zuschauerzahlen für Originalinhalte um 9 % stiegen, reichte dies nicht aus, um den Rückgang bei den lizenzierten Inhalten auszugleichen.
Dies unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher und hoher Investitionen in neue Inhalte, um die Zuschauerbindung zu gewährleisten. Der Wettbewerb um die "Aufmerksamkeit der Zuschauer" bleibt intensiv, und Netflix muss weiterhin erhebliche Mittel in die Content-Produktion stecken, um seine Position zu behaupten.