
Neue Epstein-Dokumente: Wall Street-Größen als Nachlassverwalter genannt
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Das US-Justizministerium hat im Rahmen des "Epstein Files Transparency Act" Versionen von Jeffrey Epsteins Testamenten veröffentlicht. Diese Dokumente zeigen, dass Epstein bei der Planung seines Todes mächtige Freunde und Geschäftspartner aus der Finanzwelt als potenzielle Nachlassverwalter in Betracht zog. Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die weitreichenden Verbindungen des verurteilten Sexualstraftäters.
Neue Einblicke in Epsteins Nachlassplanung
Die nun freigegebenen Dokumente umfassen verschiedene Versionen von Epsteins Testamenten. Die finale Version, die im August 2019 unterzeichnet wurde, kurz bevor Epstein im Gefängnis starb, benannte seinen langjährigen persönlichen Anwalt Darren Indyke und seinen Buchhalter Richard Kahn als Nachlassverwalter. Diese Unterzeichnung erfolgte, während Epstein in Manhattan auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete.
Die Veröffentlichung der Akten folgt auf die Verabschiedung des Epstein Files Transparency Act. Zuvor war Epstein 2019 angeklagt worden, seine Komplizin Ghislaine Maxwell wurde 2021 wegen Mädchenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt, und bereits 2008 bekannte sich Epstein eines Verbrechens im Zusammenhang mit sexuellem Fehlverhalten mit Minderjährigen schuldig.
Prominente Namen in früheren Testamenten
In älteren Versionen seiner Testamente listete Epstein jedoch hochrangige Persönlichkeiten aus der Finanzwelt auf. Dazu gehörten der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers, der ehemalige Barclays-CEO Jes Staley und der ehemalige Bear Stearns-CEO Jimmy Cayne. Es ist wichtig zu beachten, dass die Nennung in diesen Dokumenten keine Indikation für Fehlverhalten darstellt.
Jes Staley: Die Verbindung zu JPMorgan und Barclays
Jes Staley, der 2012 als Führungskraft bei JPMorgan Chase tätig war, wurde in diesem Jahr als Ersatz-Nachlassverwalter in Epsteins Testament aufgeführt. 2013 wurde Staley zusammen mit Indyke zum Co-Nachlassverwalter befördert und behielt diese Position auch in der Version von 2014. Staley erklärte 2019 in einem Schreiben an eine britische Aufsichtsbehörde, er habe keine enge Beziehung zu Epstein gehabt.
Staley trat 2021 als CEO von Barclays zurück, nachdem eine Untersuchung der britischen Bankenaufsichtsbehörde seine Verbindungen zu Epstein beleuchtet hatte. Er wurde von der Arbeit in der Finanzbranche ausgeschlossen. Ein britisches Gericht bestätigte das Verbot Anfang dieses Jahres und stellte fest, dass Staley über eine "rein professionelle" Beziehung zu Epstein gelogen hatte.
Larry Summers: Ein unerwarteter Name
Larry Summers, ehemaliger US-Finanzminister, wurde in der Version von Epsteins Testament aus dem Jahr 2014 als Ersatz-Nachlassverwalter genannt. Ein Sprecher von Summers, Steven Goldberg, erklärte, der Ökonom habe keinerlei Kenntnis von seiner Aufnahme in eine frühe Version von Epsteins Testament gehabt und sei nicht in dessen finanzielle Angelegenheiten oder die Verwaltung seines Nachlasses involviert gewesen.
Summers trat im vergangenen Monat von seiner Lehrtätigkeit in Harvard und seinem Vorstandssitz bei OpenAI zurück, nachdem der House Oversight Committee zahlreiche E-Mails zwischen ihm und Epstein veröffentlicht hatte.
Jimmy Cayne und die Bear Stearns-Verbindung
Jimmy Cayne, der 2021 verstarb, wurde in den Versionen von Epsteins Testament aus den Jahren 2003 und 2004 als Co-Nachlassverwalter aufgeführt. Epstein hatte in den 1980er Jahren bei Bear Stearns gearbeitet, bevor er Finanzberater für Milliardäre wie Les Wexner und Leon Black wurde.
Weitere hochrangige Persönlichkeiten
Eine vorletzte Version von Epsteins Testament, die Anfang dieses Jahres vom House Oversight Committee veröffentlicht wurde, listete auch Kathryn Ruemmler, eine Top-Anwältin von Goldman Sachs, als Ersatz-Nachlassverwalterin auf. Ruemmler lehnte über JPMorgan eine Stellungnahme ab, als das Testament veröffentlicht wurde. Die Dokumente zeigen die weitreichenden Verbindungen Epsteins in die höchsten Kreise der Finanzwelt.