
Northwestern zahlt 75 Mio. US-Dollar: Ende der Antisemitismus-Ermittlungen
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Die Northwestern University hat sich mit der Trump-Administration auf die Zahlung von 75 Millionen US-Dollar geeinigt, um eine Reihe von Antisemitismus-Ermittlungen zu beenden. Im Gegenzug werden der Universität Hunderte Millionen Dollar an eingefrorenen Bundesforschungsgeldern wiederhergestellt, die zuvor aufgrund von Vorwürfen mangelnder Maßnahmen gegen Antisemitismus gekürzt worden waren. Diese Einigung ist Teil einer breiteren Initiative der Regierung, Reformen an US-Hochschulen durchzusetzen.
Einigung mit der Trump-Administration
Die Northwestern University wird über die nächsten drei Jahre 75 Millionen US-Dollar an das US-Finanzministerium zahlen. Diese Vereinbarung, die am Freitagabend bekannt gegeben wurde, beendet eine Reihe von Untersuchungen der Trump-Administration. Im Gegenzug werden der Universität die im April eingefrorenen Bundesmittel in Höhe von 790 Millionen US-Dollar innerhalb von 30 Tagen vollständig wiederhergestellt.
Zu den weiteren Verpflichtungen der Universität gehört der Widerruf des sogenannten Deering-Meadow-Abkommens vom April 2024. Dieses Abkommen wurde ursprünglich im Austausch für das Ende eines Zeltlagers pro-palästinensischer Demonstranten auf dem Campus unterzeichnet.
Hintergrund der Kürzungen und Konsequenzen
Die Trump-Administration hatte die Zuschüsse in Höhe von 790 Millionen US-Dollar gekürzt, da sie der Universität vorwarf, nicht ausreichend gegen Antisemitismus vorgegangen zu sein. Diese Kürzungen führten zu Entlassungen an der Universität sowie zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Michael Schill im September. Die Universität sah sich aufgrund des Haushaltsdefizits mit Einstellungsstopps, Kürzungen und Änderungen bei Programmen und Leistungen konfrontiert.
Die Position der Universität
Interimspräsident Henry Bienen verteidigte die Einigung und betonte, dass die Northwestern University während der Verhandlungen die volle Kontrolle über Einstellungen, Zulassungen und Lehrpläne behalten habe. Er erklärte: „Ich hätte dieses Abkommen ohne Bestimmungen, die dies sicherstellen, nicht unterzeichnet.“ Bienen fügte hinzu: „Northwestern leitet Northwestern. Period.“
Die Universität verpflichtete sich zudem zur Einhaltung der bundesstaatlichen Antidiskriminierungsgesetze und zur Entwicklung von Schulungsmaterialien. Diese sollen internationale Studierende mit den Normen eines Campus vertraut machen, der sich einer offenen Debatte widmet. Des Weiteren wird die Einhaltung von Title IX zugesichert, um sichere und faire Möglichkeiten für Frauen zu gewährleisten, einschließlich Einzelzimmer für Frauen (definiert nach Geschlecht) sowie rein weibliche Sportarten, Umkleidekabinen und Duschmöglichkeiten.
Regierungsperspektive und breitere Hochschulpolitik
Bildungsministerin Linda McMahon bezeichnete die Einigung als „einen großen Gewinn für aktuelle und zukünftige Studierende, Alumni, Fakultäten der Northwestern und für die Zukunft der amerikanischen Hochschulbildung.“ Sie betonte, dass die Reformen „kühne Führung bei Northwestern widerspiegeln und ein Fahrplan für institutionelle Führungskräfte im ganzen Land sind, der helfen wird, das öffentliche Vertrauen in unsere Colleges und Universitäten wiederherzustellen.“
Generalstaatsanwältin Pamela Bondi ergänzte, die Einigung sei „ein weiterer Sieg im Kampf der Trump-Administration, um sicherzustellen, dass amerikanische Bildungseinrichtungen jüdische Studenten schützen und Verdienste an erste Stelle setzen.“ Die Trump-Administration nutzt die Kontrolle über Bundesforschungsgelder, um Reformen an Elite-Colleges voranzutreiben, die sie als von „woker“ Ideologie überrannt kritisiert hat.
Weitere Universitäten im Fokus
Die Einigung mit Northwestern ist die zweitgrößte ihrer Art. Zuvor hatte die Columbia University im Juli einer Zahlung von 200 Millionen US-Dollar zugestimmt, um eine Reihe von Ermittlungen beizulegen und ihre Finanzierung wiederherzustellen. Brown und Cornell haben ebenfalls Vereinbarungen mit der Regierung getroffen, um ihre Finanzierung nach Antisemitismus-Ermittlungen wiederherzustellen.
Harvard, das Hauptziel der Administration, befindet sich weiterhin in Verhandlungen mit der Bundesregierung. Die Ivy-League-Schule hatte gegen die Kürzungen ihrer Zuschüsse geklagt und im September einen Gerichtssieg errungen. Ein Bundesrichter ordnete die Wiederherstellung der Bundesmittel an und stellte fest, dass die Trump-Administration „Antisemitismus als Rauchwand benutzt“ habe.