
NTSB untersucht Waymo-Robotaxis wegen Schulbus-Vorfällen in Texas
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die National Transportation Safety Board (NTSB) hat eine Untersuchung gegen Waymo, die Tochtergesellschaft von Alphabet für autonome Fahrzeuge, eingeleitet. Grund sind wiederholte Vorfälle in Austin, Texas, bei denen Waymo-Robotaxis Schulbusse mit blinkenden Lichtern und ausgefahrenen Stoppschildern nicht ordnungsgemäß passierten, während Kinder ein- oder ausstiegen. Diese neue Untersuchung ergänzt eine bereits laufende Prüfung durch die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA).
NTSB leitet Untersuchung ein
Die NTSB gab am Freitag bekannt, eine Untersuchung gegen Waymo-Robotaxis eröffnet zu haben. Ermittler werden nach Austin reisen, um Informationen zu einer Reihe von Vorfällen zu sammeln. Dabei geht es um automatisierte Fahrzeuge, die es versäumten, Schulbussen des Austin Independent School District ordnungsgemäß Vorfahrt zu gewähren, während diese Schüler luden oder entluden. Die NTSB betonte, dass die Sicherheit von Schulbussen und der Betrieb automatisierter Fahrzeuge bereits Schwerpunkte früherer NTSB-Untersuchungen waren.
Die Untersuchung der NTSB könnte 12 bis 14 Monate dauern, ein vorläufiger Bericht wird jedoch innerhalb von 30 Tagen veröffentlicht. Dies ist die erste Untersuchung der NTSB, die sich direkt mit Waymo befasst.
Serie von Vorfällen in Austin
In Austin wurden bisher mindestens zwei Dutzend solcher Verstöße durch Waymo-Fahrzeuge dokumentiert. Die Vorfälle ereigneten sich, während die Schulbusse ihre Warnlichter eingeschaltet und ihre Stoppschilder ausgefahren hatten. Obwohl es bei den fraglichen Ereignissen zu keinen Kollisionen kam, stellen die wiederholten Verstöße ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Ein früherer Vorfall im September in Atlanta, bei dem ein Waymo-Fahrzeug einen haltenden Schulbus quer überfuhr, während Kinder ausstiegen, zeigte bereits ähnliche Probleme auf. Waymo räumte damals ein, dass das Fahrzeug das Stoppschild oder die blinkenden Lichter nicht erkennen konnte.
Waymos Reaktion und Software-Updates
Mauricio Peña, Chief Safety Officer von Waymo, erklärte in einer Stellungnahme, dass Waymo wöchentlich Tausende von Schulbusbegegnungen in den USA sicher bewältige und der "Waymo Driver" kontinuierlich verbessert werde. Er betonte, dass die Sicherheitsleistung des Unternehmens im Umgang mit Schulbussen menschlichen Fahrern überlegen sei. Waymo habe sich produktiv mit dem Austin Independent School District ausgetauscht.
Im November führte Waymo ein Software-Update ein, um das Problem zu beheben. Trotzdem wurden seitdem mindestens vier weitere Verstöße registriert. Im Dezember initiierte Waymo zudem einen Rückruf von über 3.000 Fahrzeugen, um fehlerhafte Software zu aktualisieren. Ein Waymo-Sprecher äußerte sich Anfang des Monats, dass seit dem Software-Update eine "materielle Verbesserung" der Leistung festzustellen sei. Der Schulbezirk hatte Waymo im November gebeten, den Betrieb während der Schulbuszeiten einzustellen, was Waymo jedoch ablehnte.
Parallele Untersuchung durch NHTSA
Die NTSB-Untersuchung ist nicht die einzige, der sich Waymo stellen muss. Bereits im Oktober eröffnete die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eine eigene Untersuchung durch ihr Office of Defects Investigation. Diese wurde im letzten Monat erweitert, um die Vorfälle mit Schulbussen in Austin ebenfalls zu berücksichtigen.
Die parallelen Untersuchungen beider Bundesbehörden signalisieren eine wachsende bundesstaatliche Besorgnis über die Fähigkeit der KI-Systeme von Waymo, grundlegende Verkehrsregeln zum Schutz von Kindern zu befolgen.
Kontext und Ausblick
Die Untersuchungen finden statt, während Waymo seine Präsenz rasch ausbaut und diese Woche in Miami startet. Das Unternehmen ist nun in sechs großen US-Märkten tätig. Die Ergebnisse der NTSB-Untersuchung, insbesondere der vorläufige Bericht innerhalb von 30 Tagen, werden mit Spannung erwartet. Sie könnten wichtige Erkenntnisse über die Sicherheit autonomer Fahrzeuge im sensiblen Umfeld des Schulverkehrs liefern und die zukünftige Regulierung sowie den weiteren Ausbau von Robotaxi-Diensten beeinflussen.