
Nvidia trotzt AI-Blase: Starke Quartalszahlen beflügeln Tech-Sektor
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Nvidia übertraf im dritten Quartal die Erwartungen von Analysten deutlich und sorgte damit für einen Kurssprung der Aktie im vorbörslichen Handel. Das Unternehmen meldete ein starkes Umsatzwachstum und eine optimistische Prognose, während CEO Jensen Huang Bedenken hinsichtlich einer "AI-Blase" entschieden zurückwies. Diese Ergebnisse beleben die Stimmung im gesamten KI-Sektor.
Nvidia übertrifft Erwartungen mit starken Quartalsergebnissen
Nvidia, der führende Anbieter von KI-Chips, hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres die Prognosen der Wall Street deutlich übertroffen. Nach Börsenschluss am Mittwoch stiegen die Aktien des US-Unternehmens im vorbörslichen Handel um 5,5 % auf 4:15 Uhr ET. Dies folgte auf eine Phase, in der die Aktie im Monat vor den Ergebnissen um über 7 % gefallen war, aber seit Jahresbeginn immer noch fast 42 % zugelegt hat.
Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 62 % auf 57,01 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Auch die Umsatzprognose für das vierte Quartal fiel stärker aus als erwartet, mit einer Schätzung von 65 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen meldete einen Gewinn von 31,9 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 1,30 US-Dollar, während Analysten laut FactSet 1,26 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 54,9 Milliarden US-Dollar erwartet hatten.
Nvidia-Führungskräfte entkräften "AI-Blase"-Bedenken
Angesichts anhaltender Spekulationen über eine mögliche "AI-Blase" bezogen die Führungskräfte von Nvidia auf der Telefonkonferenz nach den Ergebnissen klar Stellung. CEO Jensen Huang erklärte: "Es wurde viel über eine AI-Blase gesprochen. Aus unserer Sicht sehen wir etwas ganz anderes." Ben Barringer, Global Head of Technology Research und Investment Strategist bei Quilter Cheviot, hob hervor, dass Nvidia nicht nur die Bruttomargen übertraf, sondern auch Marktbedenken direkt ansprach.
Das Unternehmen habe versucht, "so ziemlich alle Bären-Szenarien zu widerlegen", indem es Skalierungsgesetze, verschiedene Nachfrageelemente wie Hyperscaler-Investitionen, Modellnachfrage von Unternehmen wie OpenAI und Anthropic, Software- und Unternehmensnachfrage sowie souveräne KI thematisierte. Auch Bedenken bezüglich "zirkulärer" Geschäfte – Investitionen in Kunden wie OpenAI und Anthropic, die auch Nvidia-Chips kaufen – wurden von Huang zurückgewiesen. Er betonte, dass diese Investitionen die Reichweite und den Einfluss des Unternehmens erweitern und sich in der Zukunft "außerordentlich auszahlen" werden.
Starke Nachfrage und ehrgeizige Ziele für Blackwell und Rubin
Die Nachfrage nach Nvidias KI-Chips bleibt laut CEO Jensen Huang robust. Er erklärte, dass die Verkäufe der proprietären Superchips Blackwell "außerordentlich gut" seien und Cloud-GPUs "ausverkauft" seien. Die Rechennachfrage beschleunige sich exponentiell in den Bereichen Training und Inferenz. Huang fügte hinzu: "Nvidias Plattform ist die einzige Plattform weltweit, die jedes KI-Modell ausführt. Wir führen sie alle aus."
CFO Colette Kress äußerte sich optimistisch, dass das Unternehmen seine eigenen Ziele für die kombinierten Umsätze von Blackwell und Rubin übertreffen könnte. Zuvor hatte Nvidia 500 Milliarden US-Dollar bis Ende 2026 angestrebt, doch die aktuelle Nachfrage deutet auf ein höheres Potenzial hin. Kress betonte, dass die Branche noch "am Anfang" der KI-Einführung stehe und Nvidia die "überlegene Wahl für die 3-4 Billionen US-Dollar an jährlichem KI-Infrastrukturaufbau" sein werde, der bis zum Ende des Jahrzehnts geschätzt wird.
Positive Auswirkungen auf den breiteren Chip-Sektor
Die starken Ergebnisse und der optimistische Ausblick von Nvidia belebten die Anlegerstimmung im gesamten KI-Handel, der in den letzten Wochen aufgrund von Bewertungsängsten und Finanzierungsbedenken geschwächt war. Eine Reihe von Aktien im KI-Ökosystem verzeichnete nachbörsliche Gewinne, darunter Chiphersteller wie Advanced Micro Devices (AMD) und Broadcom sowie Energieinfrastrukturunternehmen wie Eaton.
Auch asiatische Chip-Aktien legten am Donnerstag zu, angeführt von Samsung Electronics und Hon Hai Precision Industry, auch bekannt als Foxconn. Partner von Nvidia wie Micron Technology (MU), Super Micro Computer (SMCI) und Arm (ARM) verzeichneten ebenfalls solide Zuwächse.
Nvidia als Katalysator für den Tech-Markt
Die Ergebnisse von Nvidia werden als wichtiger Indikator für die Gesundheit des gesamten KI-Sektors und des breiteren Tech-Marktes gesehen. Dan Ives, Analyst bei Wedbush Securities, bezeichnete die Zahlen als "riesigen Druck und eine Prognose von Nvidia, die den bullischen Tech-Handel bis zum Jahresende wiederbeleben sollte." Er fügte hinzu, dass die "Ängste vor einer AI-Blase stark übertrieben" seien.
Die schnelle Errichtung von Datenzentren in den USA hat die Nachfrage nach Nvidias Chips angekurbelt, wobei Investitionen in Datenzentren der größte Beitrag zum US-Wachstum in diesem Jahr sind, so S&P Global. Im Oktober wurde Nvidia das erste börsennotierte Unternehmen mit einem Wert von 5 Billionen US-Dollar, was die Erwartungen der Wall Street an die steigende Nachfrage widerspiegelt.