
Ölpreis unter 100 Dollar: Asiatische Märkte jubeln über Iran-Kriegs-Hoffnung
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die globalen Finanzmärkte zeigen am Mittwoch, dem 1. April 2026, deutliche Erholungstendenzen. Der Ölpreis ist unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel gefallen, während asiatische Aktienmärkte kräftig zulegten. Diese Entwicklung folgt auf den besten Handelstag der US-Börsen seit fast einem Jahr, beflügelt von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges.
Globale Märkte reagieren auf Deeskalationshoffnungen
Die Aussicht auf eine mögliche Deeskalation des Iran-Krieges, der sich in seiner fünften Woche befindet, hat die Stimmung an den Börsen weltweit merklich verbessert. US-Präsident Donald Trump äußerte am Dienstag, die Angriffe der Vereinigten Staaten auf den Iran würden voraussichtlich in zwei bis drei Wochen beendet sein. Er betonte zudem, die USA würden sich aus den weiteren Geschehnissen in der Straße von Hormus heraushalten. Das Weiße Haus kündigte an, Trump werde am Mittwochabend eine öffentliche Ansprache zum Iran-Krieg halten.
Die asiatischen Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen. Südkoreas Kospi erholte sich von den Verlusten der Vorwoche und stieg um 8,4 % auf 5.478,70 Punkte. Der Nikkei 225 in Tokio legte um 5,2 % auf 53.739,68 Punkte zu, nachdem eine Umfrage der japanischen Zentralbank eine Verbesserung der Geschäftsstimmung bei großen japanischen Herstellern trotz der Iran-Kriegs-Sorgen zeigte.
Weitere Indizes verzeichneten ebenfalls Zuwächse:
- Hongkongs Hang Seng stieg um 2,3 % auf 25.346,42 Punkte.
- Der Shanghai Composite Index handelte 1,5 % höher bei 3.948,55 Punkten.
- Australiens S&P/ASX 200 legte um 2,2 % auf 8.671,80 Punkte zu.
- Taiwans Taiex kletterte um 4,6 %.
- Indiens Sensex stieg um 2,4 %.
- US-Futures lagen 0,7 % höher.
Ölpreise unter Druck
Die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts führte zu einem starken Rückgang der Ölpreise. Brent-Rohöl, der internationale Standard, fiel am Mittwoch um 4,4 % auf 99,44 US-Dollar. Der Referenzpreis für US-Rohöl sank um 3,8 % auf 97,55 US-Dollar.
Zuvor hatte die erhebliche Störung des Seeverkehrs in der Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, die Energiepreise in die Höhe getrieben und die globale Inflation angeheizt. Am Dienstag stiegen die US-Gaspreise erstmals seit 2022 wieder über durchschnittlich 4 US-Dollar pro Gallone.
Wall Street und Tech-Aktien legen zu
Bereits am Dienstag verzeichnete die Wall Street deutliche Gewinne. Der S&P 500 sprang um 2,9 % auf 6.528,52 Punkte, was den größten Anstieg seit Mai darstellte. Der Dow Jones Industrial Average legte um 2,5 % auf 46.341,51 Punkte zu, und der Nasdaq Composite stieg um 3,8 % auf 21.590,63 Punkte.
Besonders hervorzuheben sind die Entwicklungen bei Technologieaktien. Die Aktien des US-Halbleiterunternehmens Marvell Technology stiegen um 12,8 %, nachdem Nvidia eine Investition von 2 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen bekannt gab. Nvidia selbst legte um 5,6 % zu.
Expertenmeinung zur Marktentwicklung
Thomas Mathews, Head of Markets, Asia Pacific bei Capital Economics, kommentierte in einer Research Note am Mittwoch: „Die Deeskalationshoffnungen haben den Märkten Auftrieb gegeben, aber wir glauben, dass die Auswirkungen des Krieges in vielen Fällen auch dann anhalten würden, wenn der Krieg bald enden sollte.“ Er fügte hinzu: „Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie sich die Märkte entwickeln könnten, wenn der Krieg ‚sehr bald‘ enden würde. Haben die Märkte weiteres Erholungspotenzial, wenn sich die Stimmung weiter verbessert? Die Antwort ist mit ziemlicher Sicherheit ja.“
Wichtige Unternehmensnachrichten
Abseits der allgemeinen Marktentwicklung gab es auch spezifische Unternehmensnachrichten:
- Centessa Pharmaceuticals verzeichnete einen Sprung von 44 %, nachdem der US-Pharmakonzern Eli Lilly die Übernahme des Unternehmens bekannt gab. Centessa entwickelt eine neue Klasse von Medikamenten zur Behandlung von übermäßiger Tagesmüdigkeit.
- McCormick, das Gewürz- und Aromenunternehmen, fiel um 6,1 % nach der Bestätigung, dass es sich mit dem Lebensmittelgeschäft von Unilever zusammenschließt.
Edelmetalle und Währungen
Auch andere Anlageklassen zeigten Bewegung. Die Goldpreise stiegen um 1,6 % auf 4.751,80 US-Dollar pro Unze. Der US-Dollar notierte bei 158,36 japanischen Yen, ein Rückgang von 158,72 Yen. Der Euro lag bei 1,1584 US-Dollar, ein Anstieg von 1,1553 US-Dollar.