
Oracle ernennt neue Finanzchefin mit 26-Mio.-Dollar-Aktienpaket nach Entlassungen
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Oracle hat Hilary Maxson zur neuen Finanzvorständin (CFO) ernannt, nur wenige Tage nachdem das Unternehmen bis zu 30.000 Mitarbeiter entlassen hatte. Maxson erhält ein umfangreiches Aktienpaket im Wert von 26 Millionen US-Dollar, während gleichzeitig Fragen zur Auswahl der von den Kündigungen betroffenen Belegschaft aufkommen.
Oracle ernennt neue Finanzchefin
Am 6. April reichte Oracle ein Formular 8-K bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC ein, um die sofortige Ernennung von Hilary Maxson zur neuen Chief Financial Officer bekannt zu geben. Die 48-jährige Maxson war zuvor Executive Vice President und Group CFO bei Schneider Electric, einem globalen Energiemanagementunternehmen mit einem Jahresumsatz von über 45 Milliarden US-Dollar. Davor war sie zwölf Jahre lang bei der AES Corporation in leitenden Funktionen in den Bereichen Finanzen, Strategie und M&A tätig.
Maxson wird an CEO Clay Magouyrk berichten. Ihre Ernennung stellt die Wiedereinführung des CFO-Titels bei Oracle dar, der seit 2014 nicht mehr existierte, als Safra Catz sowohl die CEO- als auch die Principal Financial Officer-Rolle übernahm.
Das Vergütungspaket von Hilary Maxson
Das Vergütungspaket von Hilary Maxson umfasst ein jährliches Grundgehalt von 950.000 US-Dollar. Zusätzlich ist sie für einen leistungsbezogenen Bonus in Höhe von 2,5 Millionen US-Dollar qualifiziert, der bis zum Ende des Geschäftsjahres von Oracle am 31. Mai anteilig berechnet wird. Oracle hat sich zudem bereit erklärt, Umzugskosten von bis zu 250.000 US-Dollar über einen Zeitraum von zwölf Monaten zu übernehmen.
Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Vergütung ist eine Aktienzuteilung im Wert von 26 Millionen US-Dollar im Rahmen des "Amended and Restated 2020 Equity Incentive Plan" von Oracle. Diese Zuteilung setzt sich aus einem zeitbasierten Anteil von 80 % (20,8 Millionen US-Dollar) und einem leistungsbasierten Anteil von 20 % (5,2 Millionen US-Dollar) zusammen. Maxson kann wählen, ob sie diese Zuteilung vollständig in Aktienoptionen oder zu gleichen Teilen in Aktienoptionen und Restricted Stock Units (RSUs) erhalten möchte.
Der zeitbasierte Anteil wird über vier Jahre nach einem front-loaded Zeitplan unverfallbar: 40 % nach dem ersten Jahr, 30 % nach dem zweiten Jahr, 20 % nach dem dritten Jahr und 10 % nach dem vierten Jahr. Die leistungsbezogenen Aktien werden über einen Dreijahreszeitraum, der am 31. Mai 2028 endet, unverfallbar und sind an Umsatzkennzahlen gebunden.
Hintergrund: Entlassungen und Spekulationen
Die Ernennung von Maxson erfolgt kurz nachdem Oracle bis zu 30.000 Mitarbeiter entlassen hatte, wobei die Kündigungen teilweise per E-Mail um 6 Uhr morgens mitgeteilt wurden. Im Zuge dieser Entlassungen haben einige ehemalige Mitarbeiter auf LinkedIn und in Arbeitsforen Fragen zur Auswahl der gekündigten Personen aufgeworfen.
Ein Mitarbeiter mit 30-jähriger Betriebszugehörigkeit äußerte die Vermutung, das Unternehmen könnte gezielt Mitarbeiter mit ausstehenden Aktienoptionen entlassen haben. Diese Behauptung ist eine Spekulation eines ehemaligen Mitarbeiters und wurde von Oracle nicht kommentiert.
Strategische Ausrichtung unter der neuen Führung
Die Wahl einer CFO aus einem Industrieunternehmen wie Schneider Electric könnte auf eine strategische Neuausrichtung bei Oracle hindeuten. Bloomberg Intelligence-Analyst Anurag Rana merkte in einer Research Note an, dass dies ein Signal dafür sein könnte, dass Oracle dem Infrastrukturaufbau Priorität einräumt. Dies würde bedeuten, dass der Fokus weniger auf Datenbanken oder Anwendungen liegt.