
Oracle setzt auf KI-Datenzentren: Wachstum durch Kostenoptimierung
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Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen der Investoren übertroffen, was die Aktien des Cloud-Riesen um bis zu 10 % steigen ließ. Im Zentrum der Diskussionen standen die aggressiven Investitionen in KI-Datenzentren und Oracles Strategie, diese Ausgaben durch Effizienz und Kostenoptimierung zu rechtfertigen.
Oracle übertrifft Erwartungen und hebt Prognose an
Am Dienstag gab Oracle seine Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 bekannt. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen der Investoren und hob seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 67 Milliarden US-Dollar an. Diese positiven Nachrichten führten zu einem deutlichen Anstieg des Aktienkurses.
Trotz des Erfolgs standen Oracles massive Investitionen in den Ausbau von KI-Datenzentren im Fokus. Das Unternehmen setzt auf die Schlagworte "schnell und günstig", um Bedenken der Anleger hinsichtlich der Milliardeninvestitionen zu begegnen.
Aggressive KI-Datenzentrumsstrategie im Fokus
Oracle hat in den letzten Monaten erhebliche Mittel für seine KI-Ambitionen bereitgestellt. Im Februar kündigte das Unternehmen eine Schuldenaufnahme von 50 Milliarden US-Dollar an, um diese Initiativen zu finanzieren. Im vergangenen Jahr wurden bereits große Datenzentrumsprojekte in Texas, New Mexico und Michigan angekündigt.
Bernstein-Analyst Mark Moerdler stellte während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen die Frage nach dem Wert, den Oracle aus dem KI-Datenzentrumsgeschäft selbst generiert. Diese Frage unterstreicht die Skepsis einiger Investoren angesichts der hohen Ausgaben.
Kostenmanagement als Schlüssel zur Profitabilität
Oracle Co-CEO Clay Magouyrk versicherte Moerdler, dass das Unternehmen sich darauf konzentriere, die Kosten für den Bau seiner Datenzentren zu minimieren, um die zukünftige Profitabilität zu maximieren. Er betonte, dass Oracle immer besser darin werde, diese Datenzentren zu betreiben und sie kostengünstiger zu liefern. Dies umfasse die Optimierung der Kosten für Netzwerk- und Hardwareausgaben sowie den Stromverbrauch.
Magouyrk hob zudem hervor, dass Oracle die Bauzeit seiner Gebäude beschleunige. Er erklärte: "Wir sind sehr gut darin" und "Wir sind sehr, sehr gut darin, diese Kosten in diesem Zeitraum zu senken." Weitere Details zur genauen Verwaltung des Datenzentrumsbudgets wurden jedoch nicht genannt.
Herausforderungen und Wettbewerbsdruck
Die aggressiven Investitionen in KI-Infrastruktur sind nicht ohne Herausforderungen. Im Januar berichtete Business Insider, dass Oracle Schwierigkeiten hatte, die Finanzierung für "Stargate" zu sichern, eine 500 Milliarden US-Dollar schwere Datenzentrumsinitiative mit OpenAI. Kreditgeber und Investoren äußerten Bedenken hinsichtlich der ehrgeizigen Ziele des Projekts.
Oracle steht zudem im intensiven Wettbewerb mit anderen Big Tech-Unternehmen. Amazon, Microsoft, Google und Meta planen, allein im Jahr 2026 rund 600 Milliarden US-Dollar in Datenzentren und KI-Infrastruktur zu investieren. In der Vergangenheit, genauer im Jahr 2022, hatte Oracle bereits umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt, darunter die Entlassung Tausender Mitarbeiter nach der 28 Milliarden US-Dollar teuren Übernahme des medizinischen Aufzeichnungsriesen Cerner.