
Pakistan bietet Vermittlung im US-Iran-Konflikt an: Diplomatie im Fokus
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Pakistan hat sich als Gastgeber für Gespräche zwischen den USA und dem Iran angeboten, um eine "umfassende Beilegung" des anhaltenden Krieges zu erreichen. Premierminister Shehbaz Sharif kündigte dies am Dienstag, den 24. März 2026, auf X an, während die USA und Iran widersprüchliche Angaben über den Stand ihrer Diskussionen machen. Die diplomatischen Bemühungen zielen darauf ab, den weniger als einen Monat andauernden Konflikt zu beenden, der bereits Tausende von Todesopfern gefordert und die Weltwirtschaft stark beeinträchtigt hat.
Pakistan als Vermittler im Fokus
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif erklärte am Dienstag, sein Land stehe bereit und fühle sich geehrt, "bedeutungsvolle und schlüssige Gespräche" zwischen den USA und dem Iran zu ermöglichen. Er begrüße und unterstütze die laufenden Bemühungen um einen Dialog zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten im Interesse des Friedens und der Stabilität in der Region und darüber hinaus. In seinem Post auf X markierte Sharif die Social-Media-Profile von US-Präsident Donald Trump, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi. Präsident Trump teilte später am Dienstag einen Screenshot von Sharifs Post auf seiner Truth Social-Plattform.
Pakistan positioniert sich als führender Vermittler, um den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu beenden. Berichten zufolge könnte Islamabad noch diese Woche ein Gipfeltreffen ausrichten. Bereits am 22. Januar 2026 nahmen Präsident Trump und Premierminister Sharif am Peace Council Meeting während des 56. Weltwirtschaftsforums in Davos teil. Pakistans Armeechef Asim Munir sprach am Sonntag mit US-Präsident Donald Trump, während Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif am Montag Gespräche mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian führte. Pakistan hat ein direktes Interesse an der Deeskalation, da es eine lange Grenze zum Iran hat und zu etwa 90 % seiner Ölversorgung auf die Straße von Hormus angewiesen ist.
Trumps widersprüchliche Signale
US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, dass hochrangige US-Verhandlungsführer und ihre iranischen Kollegen bis Sonntagabend in "sehr, sehr starken Gesprächen" gewesen seien. Als Ergebnis dieser angeblichen Gespräche kündigte Trump an, das Ultimatum, das er am Samstag gestellt hatte, zu verschieben. Dieses Ultimatum forderte den Iran auf, die Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu öffnen, andernfalls drohten massive Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur.
US-Aktien reagierten positiv auf diese Ankündigung, und die Ölpreise fielen stark. CNN berichtete, dass die USA über Pakistan einen 15-Punkte-Vorschlag an den Iran übermittelt haben sollen. Dieser soll unter anderem ein dauerhaftes Verbot des Erwerbs von Atomwaffen, Beschränkungen der Verteidigungsfähigkeiten, die Einstellung der Unterstützung von Stellvertretern und die Anerkennung des Existenzrechts Israels umfassen. Trump forderte zudem den Besitz des hochangereicherten Urans des Iran. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme zu Trumps Verhandlungen ab und erklärte: "Dies sind sensible diplomatische Diskussionen, und die Vereinigten Staaten werden nicht über die Nachrichtenmedien verhandeln."
Irans Dementi und Bedingungen
Iranische Beamte dementierten jedoch, dass solche Gespräche stattgefunden hätten. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, bestritt, dass es seit Beginn des Krieges direkte Verhandlungen mit den USA gegeben habe. Er bestätigte jedoch, dass über "einige befreundete Länder" Nachrichten mit einem US-Antrag auf Verhandlungen zur Beendigung des Krieges eingegangen seien.
Baqaei betonte, dass es keine Änderungen an Irans Positionen bezüglich der Situation an der Straße von Hormus oder den Bedingungen für ein Kriegsende gebe. Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete Trumps Behauptungen als "Fake News", die darauf abzielen, Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und Amerika und Israel aus ihrer "Zwickmühle" zu befreien.
Internationale Vermittlungsbemühungen
Neben Pakistan sind auch andere Länder an den Vermittlungsbemühungen beteiligt. Die Türkei, die bereits vor dem Krieg in Mediationen involviert war, hat mit iranischen Beamten und Trumps Gesandtem Steve Witkoff gesprochen, um einen kurzen Waffenstillstand und Raum für Verhandlungen zu schaffen. Pakistans Außenminister Muhammad Ishaq Dar führte am Montag Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan.
Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty sprach am Sonntag mit seinen iranischen und pakistanischen Amtskollegen sowie mit Witkoff und dem Außenminister Katars. Analysten und Diplomaten äußerten sich jedoch vorsichtig bezüglich des Erfolgs der Vermittlungen, da der Krieg in seine vierte Woche geht. Die diplomatischen Bemühungen befänden sich in einem sehr frühen Stadium der Nachrichtenübermittlung und seien kein formaler Prozess.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Ausblick
Der anhaltende Konflikt hat seit seinem Beginn vor weniger als einem Monat Tausende von Todesopfern gefordert und die Weltwirtschaft stark beeinträchtigt. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Seepassagen für den globalen Ölhandel, und Trumps Ultimatum zur Öffnung sowie die darauf folgenden Marktreaktionen unterstreichen die Sensibilität der Finanzmärkte gegenüber geopolitischen Spannungen. Die Ankündigung von Gesprächen führte zu einem Anstieg der US-Aktien und einem Rückgang der Ölpreise, was die unmittelbaren Auswirkungen auf die globalen Märkte verdeutlicht.
Ein Bericht warnte zudem, dass der Iran-Krieg Dutzende Millionen Menschen weltweit in akuten Hunger treiben könnte. Die widersprüchlichen Aussagen der USA und des Iran über den Stand der Verhandlungen unterstreichen die Unsicherheit der diplomatischen Bemühungen. Die Rolle Pakistans als Vermittler, gestützt auf seine Beziehungen zu beiden Seiten, könnte jedoch entscheidend sein, um eine Deeskalation zu erreichen und die Stabilität in der Region und darüber hinaus zu fördern.