Palantir Aktie unter Druck: KI-Wettbewerb und Burrys Kritik belasten

Palantir Aktie unter Druck: KI-Wettbewerb und Burrys Kritik belasten

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Die Palantir-Aktie (NASDAQ:PLTR) hat in den letzten Handelstagen erhebliche Einbußen verzeichnet, da Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs durch neue KI-Modelle von Anthropic wachsen. Der Kurs fiel an einem Donnerstag um mehr als 7 % und in vier Handelssitzungen um insgesamt 17 % auf rund 124 US-Dollar. Seit Jahresbeginn 2026 beläuft sich der Rückgang auf 30 %, ein starker Kontrast zum Eröffnungskurs von 177,75 US-Dollar.

Palantir unter Druck: Kursrutsch und Wettbewerbsängste

Der jüngste Kursrutsch der Palantir-Aktie, die am 7. April bei 150,07 US-Dollar schloss und bis zum 9. April auf 130,49 US-Dollar sank, ist Teil einer breiteren Nervosität im Softwaresektor. Auslöser war die Veröffentlichung von Anthropic’s neuem KI-Modell Claude Mythos, das als so leistungsstark gilt, dass es zunächst nur für Technologieunternehmen freigegeben wird. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, ob Palantirs KI-Plattform (AIP) dem Wettbewerb standhalten kann.

Burrys Kritik und die Anthropic-Schockwelle

Ein wesentlicher Katalysator für den Ausverkauf war der Shortseller Michael Burry, bekannt aus "The Big Short". Burry äußerte in einem später gelöschten Post auf X die Ansicht, dass Anthropic Palantir im Bereich der Unternehmens-KI "den Rang abläuft". Er hob hervor, dass Anthropic mit seinen "einfacheren, billigeren und intuitiveren" Lösungen schneller Marktanteile gewinnt.

Burry untermauerte seine Kritik mit Zahlen: Anthropic’s jährliche wiederkehrende Einnahmen (ARR) stiegen von 9 Milliarden US-Dollar Ende 2025 auf 30 Milliarden US-Dollar innerhalb weniger Monate. Im Gegensatz dazu benötigte Palantir zwei Jahrzehnte, um ein ARR von etwa 5 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Daten von Ramp zeigten zudem, dass Anthropic 73 % aller neuen Ausgaben für Unternehmens-KI erfasst, wobei fast jeder vierte Ramp-Kunde abonniert ist, gegenüber einem von 25 im Vorjahr.

Bewertungsfragen und der "Priced for Perfection"-Status

Palantir wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 200x, teilweise sogar 260x, gehandelt. Analysten warnen, dass die Aktie "perfektionistisch eingepreist" sei und wenig Raum für Fehler lasse. Yi Fu Lee, ein Analyst bei Benchmark, stufte die Palantir-Aktie mit "Halten" und einem Kursziel von 150 US-Dollar ein, da er sie ebenfalls als "priced for perfection" ansieht.

Trotz dieser Bedenken meldete Palantir für das vierte Quartal 2025 einen Umsatzanstieg von 70 % gegenüber dem Vorjahr auf 1,406 Milliarden US-Dollar. Der US-Kommerzumsatz stieg sogar um 137 % auf 507 Millionen US-Dollar. Die Sorge bleibt jedoch, dass Anthropic’s Managed Agents, die eine 10x schnellere Time-to-Production als kundenspezifische Lösungen beanspruchen, die Middleware-Schicht, in der Palantir operiert, umgehen könnten.

Die Rolle von "Frenemies" im KI-Markt

Interessanterweise besteht eine Partnerschaft zwischen Palantir und Anthropic. Doch in der aktuellen Phase der KI-Revolution sind "Frenemies" – also befreundete Konkurrenten – keine Seltenheit. Die Frage, wie lange es dauern wird, bis Dario Amodei’s mächtiges KI-Unternehmen die Geschäftsfelder von Alex Karp und Palantir direkt beeinflusst, bleibt offen. Es ist schwer vorherzusagen, wohin sich das Unternehmen und die Aktie entwickeln werden, während Anthropic und andere Modellentwickler weiterhin disruptive Tools auf den Markt bringen.

Branchenweite Auswirkungen und Ausblick

Der Ausverkauf hat sich über Palantir hinaus auf den gesamten KI-Softwaresektor ausgeweitet. Auch Aktien von Unternehmen wie Salesforce (NYSE:CRM), ServiceNow (NYSE:NOW), Snowflake (NYSE:SNOW) und Cloudflare (NYSE:NET) wurden in Mitleidenschaft gezogen. Dies deutet auf eine branchenweite Neubewertung der KI-Middleware-These hin. Die Befürchtung ist, dass Unternehmenskunden ihre KI-Ausgaben zunehmend direkt an Foundation-Modell-Anbieter leiten könnten, anstatt die operationale Plattformschicht von Unternehmen wie Palantir zu nutzen.

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