Pepper Pay: Fintech meldet Insolvenz an – Was dahintersteckt

Pepper Pay: Fintech meldet Insolvenz an – Was dahintersteckt

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Das in Miami ansässige Zahlungs-Fintech Pepper Pay hat freiwillig Insolvenz nach Chapter 7 angemeldet. Der Antrag auf Liquidation wurde am 31. März beim U.S. Bankruptcy Court of Southern Florida eingereicht und offenbart eine deutliche finanzielle Schieflage des Unternehmens.

Pepper Pay, eine unabhängige Vertriebsorganisation (ISO), die kleinen Unternehmen Dienstleistungen zur Zahlungsabwicklung für Kredit- und Debitkarten anbietet, sieht sich in einem äußerst wettbewerbsintensiven Markt mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Finanzielle Schieflage und Insolvenzantrag

Die von Manager und CEO Eric Hannelius eingereichten Insolvenzdokumente zeigen, dass Pepper Pay Vermögenswerte von etwas über 665.000 US-Dollar besitzt. Dem gegenüber stehen Verbindlichkeiten von mehr als 3,4 Millionen US-Dollar.

Die Barreserven des Unternehmens belaufen sich auf etwas über 600.000 US-Dollar und sind bei verschiedenen Bankpartnern wie Evolve Bank, Esquire Bank, Bluevine und Truist Bank hinterlegt. Weitere Vermögenswerte umfassen etwa 40.000 US-Dollar an Forderungen und rund 20.000 US-Dollar an Ausrüstung.

Die Rolle von Global Payments und TSYS

Der Großteil der Verbindlichkeiten von Pepper Pay, etwa 2,9 Millionen US-Dollar, entfällt auf einen einzigen Gläubiger: TSYS Acquiring Solutions, eine Tochtergesellschaft von Global Payments. Dieser Betrag wird in den Unterlagen jedoch bestritten. Global Payments reagierte nicht auf eine Anfrage von American Banker.

Don Apgar, Direktor für Händlerzahlungen bei Javelin Strategy and Research, erklärt, dass ein Geschäftsmodell mit einem einzigen Anbieter für ISOs in der Zahlungsabwicklung üblich ist. Global Payments stellte über TSYS Datenverarbeitungsdienste zur Verfügung, die Pepper Pay dann mit Gewinn an seine Händler weiterverkaufte.

  • TSYS/Global berechnete beispielsweise 0,20 US-Dollar für einen Dienst.
  • Pepper Pay verkaufte diesen Dienst für 0,25 US-Dollar an seine Kunden und erzielte einen Gewinn von 0,05 US-Dollar.
  • Pepper Pay war dafür verantwortlich, die 0,25 US-Dollar vom Händler einzuziehen und die 0,20 US-Dollar an TSYS/Global zu überweisen.

Die 2,9 Millionen US-Dollar, die TSYS/Global Payments geschuldet werden, sind laut Apgar eindeutig das Ergebnis unbezahlter Rechnungen für erbrachte Dienstleistungen. Ob die Gelder vollständig von den Händlerkunden von Pepper Pay eingezogen wurden, geht aus den ersten Insolvenzanträgen nicht hervor.

Ein wettbewerbsintensiver Markt

Der Markt für Zahlungsabwicklung ist laut Apgar hart umkämpft, mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von kleinen Unternehmen wie Pepper Pay im ganzen Land. Es gebe eine hohe Fluktuation, und Händler neigten dazu, ihren Zahlungsabwicklungsanbieter recht häufig zu wechseln.

Für die Händlerkunden von Pepper Pay ist es unwahrscheinlich, dass sie durch die Insolvenz Geld verlieren. Gemäß den Regeln von Visa/Mastercard sind die Abwicklungsbanken dafür verantwortlich, die Händlerkunden von Pepper Pay direkt für den Wert der zur Verarbeitung eingereichten Kartentransaktionen zu bezahlen.

Risiken im ISO-Zahlungssektor

Die genaue Ursache für die freiwillige Insolvenzanmeldung des Fintechs ist noch unklar, doch der ISO-Zahlungssektor birgt insgesamt hohe Risiken. Der einzigartige Marktwert eines kleinen ISO-Zahlungsabwicklers liegt in der lokalen Verbindung zu Gemeinden und kleinen Unternehmen, so Apgar.

Wird diese Verbindung unterbrochen, beispielsweise durch den Versuch, über eine Website zu expandieren, kann das Betrugsrisiko ein Unternehmen destabilisieren und unerwartete Verluste verursachen. Apgar warnt: "Wenn man diese Verbindung, das Geschäft tatsächlich zu sehen, aufgibt, erhält man viele Betrugsanträge über die Website. Wenn man bei der Kreditprüfung und Due Diligence nicht wirklich gut ist, ist es so einfach, einen dieser Händler aufzunehmen, ihn zu aktivieren und einen riesigen Verlust zu erleiden."

Pepper Pay meldete für dieses Jahr Einnahmen von 103.000 US-Dollar sowie rund 1,4 Millionen US-Dollar für 2025 und etwa 1,3 Millionen US-Dollar für 2024. Ein wesentlicher Vermögenswert für ISOs ist der "Residual Stream", den die Händler generieren – vergleichbar mit den wiederkehrenden Einnahmen eines Versicherungsvertreters. Eine mögliche Einigung könnte die Übertragung der Händlerkunden von Pepper Pay an Global Payments umfassen, damit der Gläubiger seine Verluste über die bestehenden Residualeinnahmen von Pepper Pay ausgleichen kann.

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