Powell bei Supreme Court Anhörung: Fed-Unabhängigkeit unter Druck

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Federal Reserve Chairman Jerome Powell wird am Mittwoch an einer Anhörung des Obersten Gerichtshofs teilnehmen, die sich mit dem Versuch von Präsident Trump befasst, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen. Diese ungewöhnliche Geste der Unterstützung erfolgt inmitten wachsender Spannungen zwischen der Zentralbank und der Trump-Administration, die Powell selbst mit strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert.

Powell bei Anhörung des Obersten Gerichtshofs erwartet

Jerome Powell, der Vorsitzende der Federal Reserve, wird am Mittwoch persönlich an den mündlichen Verhandlungen des Supreme Court teilnehmen. Dies wurde am Montag von einer mit Powells Plänen vertrauten Quelle bestätigt und zuerst von der Associated Press berichtet. Die Anwesenheit des Fed-Vorsitzenden wird als ungewöhnliches und öffentlicheres Zeichen der Unterstützung für Lisa Cook gewertet, die Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve ist.

Der Fall Lisa Cook: Vorwürfe und rechtliche Schritte

Der Fall dreht sich um den Versuch von Präsident Trump, Lisa Cook im August zu entlassen. Trump begründete dies mit Vorwürfen, Cook habe falsche Angaben in Hypothekendokumenten gemacht. Diese Anschuldigungen wurden von einem hochrangigen Beamten seiner Regierung erhoben und betreffen Immobilien in Atlanta und Ann Arbor, Michigan.

Lisa Cook hat die Vorwürfe des Hypothekenbetrugs stets bestritten und wurde nicht strafrechtlich angeklagt. Niedrigere Gerichte erlaubten Cook, in ihrer Position zu bleiben, während sie die Entlassung rechtlich anfocht. Der Supreme Court nahm den Fall im Oktober an und gestattete Cook, bis zur Entscheidung im Amt zu bleiben. Die Fed selbst hat keine Position zur Rechtmäßigkeit von Trumps Entlassungsversuch bezogen, erklärte jedoch, gerichtlichen Anordnungen Folge zu leisten.

Eskalation der Spannungen zwischen Trump und der Fed

Powells Entscheidung zur Teilnahme an der Anhörung folgt auf seine Ankündigung, dass die Fed Anfang des Monats Vorladungen von einer Grand Jury des Justizministeriums erhalten hat. Diese Vorladungen drohen mit einer strafrechtlichen Anklage gegen Powell selbst. Die Ermittlungen beziehen sich auf Powells Aussage vor dem Senatsbankenausschuss im Juni 2025 bezüglich einer mehrjährigen Renovierung der Fed.

In einer Videobotschaft vom 11. Januar verurteilte Powell die Vorladungen als "Vorwände". Er betonte, dass die Drohung mit strafrechtlichen Anklagen eine Konsequenz der Zinsentscheidungen der Fed sei, die dem öffentlichen Interesse dienen und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgen. Trump, der Powell 2018 zum Fed-Vorsitzenden ernannte, hat sich seitdem kritisch über Powells Zinspolitik geäußert und ihn als "inkompetent" oder "krumm" bezeichnet.

Powell sieht die Drohungen als "Vorwände" für Trumps Bemühungen, ihn zu einer drastischen Senkung des Leitzinses zu zwingen. Obwohl Powell Ende letzten Jahres drei Zinssenkungen auf etwa 3,6 % vorgenommen hat, fordert Trump einen Leitzins von bis zu 1 %, eine Position, die von wenigen Ökonomen unterstützt wird.

Die Unabhängigkeit der Fed unter Druck

Der Supreme Court prüft, ob Präsident Trump eine von Joe Biden ernannte Beamtin wie Cook entlassen kann, was einen beispiellosen Versuch darstellt. Sollte Trump erfolgreich sein, Cook zu entfernen, könnte er eine andere Person für ihren Posten ernennen. Dies könnte seinen Ernennungen eine Mehrheit im Fed-Vorstand verschaffen und somit größeren Einfluss auf die Zinsentscheidungen und die Bankenregulierung der Zentralbank nehmen.

Powells öffentliche Konfrontation deutet darauf hin, dass er von einer zurückhaltenderen Reaktion auf Trumps Angriffe zu einer offensiveren Haltung übergeht. Sein Mandat als Fed-Vorsitzender endet im Mai, sein Mandat als Mitglied des Fed-Vorstands Anfang 2028.

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