Private Equity füllt Asiens Gesundheitslücke: Milliardenmarkt im Fokus

Private Equity füllt Asiens Gesundheitslücke: Milliardenmarkt im Fokus

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Asien steht vor einer wachsenden Gesundheitskrise: Eine alternde und wohlhabender werdende Bevölkerung, gepaart mit steigenden Raten nichtübertragbarer Krankheiten, droht eine massive Finanzierungslücke im Gesundheitswesen zu reißen. Während Regierungen mit begrenzten Budgets kämpfen, sehen Private-Equity-Firmen wie Quadria Capital eine entscheidende Rolle für privates Kapital, um diese Lücke zu schließen und die soziale Infrastruktur zu stärken.

Asiens wachsender Gesundheitsmarkt und die Finanzierungslücke

Asien entwickelt sich zu einem globalen Epizentrum für Gesundheitsprobleme. Abrar Mir, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter der in Singapur ansässigen Private-Equity-Firma Quadria Capital, betont: „Asien hat mehr Diabetes-, Krebs- und Herz-Kreislauf-Patienten als jeder andere Ort auf der Welt.“ Gleichzeitig wird der asiatische Gesundheitsmarkt bis 2030 voraussichtlich ein Volumen von rund 5 Billionen US-Dollar erreichen und 40 % des Wachstums im globalen Gesundheitssektor beisteuern, so ein Bericht der Boston Consulting Group. Trotzdem entfallen derzeit nur 20 % der weltweiten Gesundheitsausgaben auf Asien, obwohl dort mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt.

Demografischer Wandel und chronische Krankheiten als Treiber

Die Region altert zudem schneller, als es ihr Entwicklungsstand vermuten lässt. Thailand beispielsweise entwickelt sich rasch zu einer „ultra-alten“ Gesellschaft, in der mehr Menschen über 60 als unter 15 Jahre alt sind. Besonders Südostasien ist von steigenden Raten chronischer Krankheiten betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) in dieser Region jährlich 8,5 Millionen Todesfälle verursachen, begünstigt durch Lebensstilfaktoren wie Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung.

Öffentliche Ausgaben hinken hinterher – Private Equity als Lösung?

Die Regierungen der ASEAN-Staaten halten mit ihren öffentlichen Gesundheitsausgaben nicht Schritt, da sie mit konkurrierenden Prioritäten wie Wirtschaftsentwicklung und Infrastruktur zu kämpfen haben. Sie weisen weniger als 4 % ihres BIP für das Gesundheitswesen zu, verglichen mit 9 % in OECD-Ländern. Mir argumentiert, dass dieses Defizit Raum für privates Kapital schafft. Er verweist darauf, dass 70 % der Krankenhausbetten in Malaysia vom Unternehmenssektor finanziert werden. „In dieser Region ist privates Kapital unerlässlich für den Aufbau sozialer Infrastruktur“, so Mir. „Ohne es hätten viele Menschen keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung.“

Quadria Capital: Ein Akteur im asiatischen Gesundheitssektor

Quadria Capital, das rund 4,2 Milliarden US-Dollar an verwalteten Vermögenswerten besitzt, investiert in Gesundheitsunternehmen in ganz Südostasien. Zu den Beteiligungen gehören unter anderem:

  • Hermina Hospitals in Indonesien
  • Straits Orthopaedics in Malaysia
  • Con Cung, ein vietnamesischer Mutter-und-Baby-Einzelhändler

Die Firma arbeitet zudem mit Staatsfonds, Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen und Impact-Investoren zusammen, wobei Mir spezifische Namen nicht nennen wollte.

Innovation vs. Produktionskosten: Asiens zweigeteilte Entwicklung

In Teilen Asiens schreitet die biopharmazeutische Wertschöpfungskette schnell voran. Die Region trug 2024 über 85 % zum Wachstum innovativer Medikamentenpipelines bei, angeführt von China und Südkorea, wie ein McKinsey-Bericht zeigt. Im selben Jahr wurden dort fast zwei Drittel der weltweiten Biotech-Patente erteilt, mehr als fünfmal so viele wie in Europa. Südostasien hingegen ist in der Wertschöpfungskette noch weiter zurück und zieht globale Firmen eher wegen niedriger Produktionskosten als wegen eines Vorsprungs bei Gesundheitsinnovationen an. Mir kommentiert dazu: „Mit der Zeit wird sich dies unserer Meinung nach in Innovationen niederschlagen, wie es in China der Fall war, aber in Südostasien ist es noch nicht so weit.“

Immenses Potenzial und strategische Notwendigkeit

Ungeachtet dieser Unterschiede sieht Mir im asiatischen Gesundheitssektor ein immenses Potenzial. Er betont, dass Gesundheitsunternehmen heute eine klare Strategie für Asien haben müssen, um weiterhin globale Marktführer zu bleiben. Mir fasst die Rolle des privaten Kapitals zusammen: „Wir können es besser und billiger machen.“

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