Rivian CEO Scaringe erhält Milliarden-Vergütungspaket mit ambitionierten Zielen
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Rivian-CEO RJ Scaringe erhält ein neues, leistungsbasiertes Vergütungspaket, das potenziell bis zu 4,6 Milliarden US-Dollar wert sein könnte. Diese Entscheidung des Vorstands soll Scaringe in einer entscheidenden Phase für das Elektrofahrzeugunternehmen binden und motivieren, während Rivian sich auf die Einführung des R2 SUV vorbereitet. Das Paket ersetzt eine frühere Vereinbarung, deren Ziele als unrealistisch galten.
Rivian CEO erhält neues Vergütungspaket
Der Vorstand von Rivian hat am Donnerstag beschlossen, das bisherige Vergütungspaket von CEO RJ Scaringe aus dem Jahr 2021 durch ein neues zu ersetzen. Ziel ist es, Scaringe zu halten und zu motivieren, während er das EV-Unternehmen durch seine "kritische nächste Phase" steuert. Im Rahmen dieser Neuregelung wird Scaringes Jahresgehalt von 1 Million US-Dollar auf 2 Millionen US-Dollar verdoppelt.
Zusätzlich erhält Scaringe eine Zuteilung, die ihm die Option gibt, bis zu 36,5 Millionen Rivian-Aktien zu erwerben. Das vorherige Paket aus dem Jahr 2021 umfasste Optionen zum Kauf von etwa 20,4 Millionen Aktien. Rivian begründete die Änderung damit, dass die im alten Paket festgelegten Aktienkursziele im aktuellen Marktumfeld unrealistisch geworden seien.
Details des neuen Plans und ambitionierte Ziele
Das neue Vergütungspaket ist auf zehn Jahre ausgelegt und an verschiedene Performance-Ziele geknüpft. Scaringe erhält die Option zum Kauf von 36,5 Millionen Aktien der Rivian Class A zu einem Ausübungspreis von 15,22 US-Dollar pro Aktie, dem Schlusskurs vom Donnerstag. Diese Aktienoptionen machen etwa 3 % der gesamten Rivian-Aktien aus.
Der Zugang zu den Aktien erfolgt nicht auf einmal. Bis zu 22 Millionen Aktien sind in elf Tranchen aufgeteilt, die Scaringe verdienen kann, wenn das Unternehmen bestimmte Aktienkurs-Hürden erreicht. Diese Hürden liegen zwischen 40 US-Dollar und 140 US-Dollar pro Aktie über das nächste Jahrzehnt. Die verbleibenden Aktien sind an das Erreichen von Gewinn- und Cashflow-Zielen bis zum 31. Dezember 2032 gebunden.
Potenzial für Aktionärswert und strategische Ausrichtung
Sollte Rivians Aktienkurs 140 US-Dollar pro Aktie erreichen, könnte Scaringes Vergütungspaket einen Wert von bis zu 4,6 Milliarden US-Dollar haben. Angesichts eines Aktienkurses von 15,23 US-Dollar am Freitag müsste der Wert der Rivian-Aktie unter Scaringes Führung um etwa 820 % steigen, um den Maximalwert zu realisieren.
Marina Hoffmann, eine Sprecherin von Rivian, betonte, dass die Aktionäre von Rivian einen Ertrag von etwa 32 Milliarden US-Dollar sehen werden, bevor RJ Scaringe 1 US-Dollar aus dieser Prämie erhält. Sollte die gesamte Prämie von Scaringe verdient werden, würde dies eine Wertschöpfung von rund 153 Milliarden US-Dollar für die Rivian-Aktionäre bedeuten. Ein unabhängiger Vergütungsberater war an der Entwicklung des Pakets beteiligt, um die Vergütung besser an die Aktionärsrenditen anzupassen.
Kontext: Rivians strategische Phase und Marktvergleich
Die Neuregelung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für Rivian, da das Unternehmen die Einführung des R2 SUV für nächstes Jahr vorbereitet. Dieses Modell, das voraussichtlich 45.000 US-Dollar kosten wird, soll den Einstiegspreis in Rivians Premium-EV-Angebot senken. Scaringe hatte zuvor erklärt, dass das Unternehmen, um die angestrebte Größenordnung von vielen Millionen Autos pro Jahr zu erreichen, nicht bei einem einzigen Flaggschiffprodukt für 90.000 US-Dollar bleiben könne.
Im Oktober 2023 kündigte Rivian Entlassungen von über 600 Mitarbeitern an, was etwa 4,5 % der Belegschaft entspricht. Dies wurde mit der R2-Einführung im nächsten Jahr und der Notwendigkeit, das Geschäft profitabel zu skalieren, begründet. Rivian meldete für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg von 78 % im Jahresvergleich, verzeichnete jedoch einen Nettoverlust von 1,1 Milliarden US-Dollar.
Das neue Paket folgt der Genehmigung eines ähnlichen, leistungsbasierten Vergütungspakets für Tesla-CEO Elon Musk durch die Aktionäre. Musks Paket könnte bis zu 1 Billion US-Dollar wert sein, wenn er bis 2035 eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen US-Dollar erreicht. Rivian-Sprecherin Hoffmann erklärte jedoch, dass Musks Paket keinen Einfluss auf Rivians Entscheidung hatte.
Hintergrund des CEO und neue Initiativen
RJ Scaringe, ein Absolvent des MIT mit Studien in Ingenieurwesen und Lean Manufacturing, gründete das Unternehmen 2009 unter dem Namen Mainstream Motors. Seine Vision war es, Fahrzeuge zu entwickeln, die die Umweltbelastung reduzieren.
Zusätzlich zu den Aktienoptionen wurden Scaringe 1 Million Common Units in Mind Robotics gewährt, einem neu gegründeten Rivian-Spin-off, das sich auf die Entwicklung industrieller KI-Technologie konzentriert. Diese Zuteilung verschafft ihm bis zu 10 % wirtschaftliches Interesse, sobald das Geschäft bestimmte Rentabilitätsschwellen überschreitet. Scaringe wird auch als Vorsitzender des Verwaltungsrats von Mind Robotics fungieren, wobei Rivian eine Beteiligung behält.