
Robert Rosenkranz: Die Routine des 83-jährigen PE-Chefs für Erfolg & Langlebigkeit
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Robert Rosenkranz, der 83-jährige Gründer und Vorsitzende von Delphi Capital Management, trotzt dem traditionellen Ruhestandsbild. Er teilt seine tägliche Routine, die nicht nur seine Karriere prägt, sondern auch dazu beiträgt, sein biologisches Alter zu verjüngen und seine geistige Schärfe zu bewahren. Sein Ansatz verbindet disziplinierte Lebensführung mit strategischem Engagement in der Finanzwelt.
Ein Leben für die Finanzwelt: Robert Rosenkranz und Delphi Capital Management
Robert Rosenkranz begann seine Karriere als Ökonom und Steueranwalt, bevor er seine Private-Equity-Firma Delphi Capital Management gründete. Von 1987 bis 2018 war er CEO des Unternehmens und verwaltete in dieser Zeit über 40 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten. Auch mit 83 Jahren findet er es schwer, sich erfolgreich zur Ruhe zu setzen.
Für Rosenkranz ist der Prozess selbst der Schlüssel zum Erfolg und zur Zufriedenheit. Er genießt seine Arbeit und sieht keinen Grund, damit aufzuhören. Als er 2018 im Alter von 75 Jahren von der täglichen Geschäftsführung bei Delphi zurücktrat, wusste er, dass die Beschäftigung mit verschiedenen Projekten erfüllender sein würde als ein Leben am Strand oder auf dem Golfplatz.
Die Philosophie hinter dem Erfolg: Engagement statt Ruhestand
Heute ist Robert Rosenkranz weiterhin Vorsitzender von Delphi Capital Management und berät das Senior Management Team. Er beobachtet, dass viele Menschen nach dem Ruhestand weniger interessant und weniger gesund werden. Ein guter Freund, Byron Wien, sagte einst: "Wenn du für immer arbeitest, wirst du für immer leben."
Rosenkranz hat diese Philosophie für sich adaptiert. Er ist überzeugt, dass kontinuierliches Engagement und eine aktive Lebensweise entscheidend sind, um geistig und körperlich fit zu bleiben. Diese Haltung prägt seinen gesamten Tagesablauf.
Rosenkranz' Ansatz zur Langlebigkeit: Fasten, Bewegung und Geist
Ein zentraler Bestandteil von Robert Rosenkranz' Routine ist das intermittierende Fasten. Er nimmt alle Kalorien zwischen 13 Uhr und 21 Uhr zu sich und überspringt in der Regel das Frühstück. Diese Praxis ist Teil seiner Arbeit mit führenden Langlebigkeitswissenschaftlern im Rahmen seiner philanthropischen Forschung zur Lebensverlängerung.
Studien zeigen, dass Kalorienrestriktion und regelmäßige Bewegung das biologische Altern umkehren können. Rosenkranz berichtet, dass er in vier Jahren biologisch sechs Jahre jünger geworden ist und eine dramatische Verbesserung seines Langzeitgedächtnisses erfahren hat. Er kann sich an Bücher und Gespräche von vor über 40 Jahren erinnern.
Regelmäßige Bewegung ist ein nicht verhandelbarer Teil seiner Morgenroutine. Er trainiert zwei- bis dreimal pro Woche, kombiniert Krafttraining und Cardio oder spielt Tennis mit einem Profi. Ausreichend Schlaf, etwa siebeneinhalb Stunden pro Nacht, ist für ihn im Alter ebenfalls entscheidend für Gesundheit und Langlebigkeit.
Ein Morgen zwischen Tradition und Technologie
Sein Tag beginnt um 7:30 Uhr mit einer Tasse Kaffee. Anschließend widmet er sich der Lektüre der Financial Times, des Wall Street Journal und der New York Times – seit Jahrzehnten seine primären Informationsquellen. Als Techno-Optimist ist er zudem ein früher Anwender technologischer Fortschritte.
Rosenkranz nutzt intensiv KI-Tools wie Claude und ChatGPT, die er als "fast wie ein paar Doktoren, die mir 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen" beschreibt. Sein Büro spiegelt diese Mischung aus Philosophie und Profit wider, mit Kunstwerken wie Andreas Gurskys Bild der Chicago Board of Trade und einer Paul Strand-Aufnahme der Wall Street, ergänzt durch buddhistische Ikonografie.
Arbeitsweise und Beziehungsmanagement
Rosenkranz plant jede Stunde seines Tages, einschließlich sozialer Anrufe. Sein typischer Tag umfasst drei bis vier Stunden geplanter Anrufe oder Meetings. Er pflegt seine sozialen Beziehungen bewusst und strategisch, darunter langjährige Freundschaften mit Persönlichkeiten wie Mike Milken, Paul Singer und Kiril Sokoloff.
Er lehnt unnötige Meetings ab und sagt schnell Nein zu Anforderungen, die nicht mit seinen Prioritäten übereinstimmen. Sein Leitprinzip lautet: "Weniger tun, aber mit größerer Intensität", was bedeutet, Unwesentliches aus dem Leben zu eliminieren. Seine Arbeit für Delphi nimmt heute nur noch zwei bis drei Stunden pro Woche in Anspruch, in einer nicht-exekutiven Funktion.
Die COVID-19-Pandemie lehrte ihn, dass er nicht an einen physischen Ort gebunden sein muss. Er kann von seinen Häusern in Aspen, London, East Hampton oder New York aus gleichermaßen effektiv arbeiten. Sein Fasten bricht er um 13 Uhr mit einem Salat und etwas Protein, oft bei Geschäftsessen im Büro.
Stoizismus als Leitfaden in der Finanzwelt
Seit den Anfängen seiner Karriere verlässt sich Robert Rosenkranz auf stoische Prinzipien, um seine Entscheidungen zu leiten. Diese Philosophie hilft ihm, toxische Emotionen wie Wut und Angst zu zügeln, um ruhig und rational auf Ereignisse reagieren zu können. Er hat gelernt, in schwierigen Situationen eine Auszeit zu nehmen und rationaler zu denken, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
Seine Hauptaufgabe besteht heute darin, Informationen über das Weltgeschehen zu lesen und aufzunehmen. Er kann Investitionszeit nicht von anderen Aktivitäten trennen, da fast alles, was er tut, Auswirkungen auf Investitionen hat. Schlagzeilen über Fiskalpolitik oder neue Gesetzgebung verknüpft er sofort mit Inflation, Zinssätzen und Marktpositionierung.
Neben seinen finanziellen Interessen engagiert sich Rosenkranz auch stark in philanthropischen Projekten in den Bereichen öffentliche Politik, Kunst und medizinische Wissenschaft.
Die Rolle des Vorsitzenden und das Privatleben
Abends um 20 Uhr isst Robert Rosenkranz mit seiner Frau Alexandra zu Abend. Sie haben in New York und Aspen einen persönlichen Koch. Nach dem Abendessen liest er ein Buch, wobei seine Lektüre eklektisch ist und von seinen Interessen an Kunst, Wissenschaft und öffentlicher Politik bestimmt wird. Gegen Mitternacht geht er ins Bett.
Wochenenden sind für Familie und körperliche Aktivitäten reserviert. Geschäftliche Termine plant er dann in der Regel nicht. Stattdessen spielt er Tennis, fährt Rad und trifft sich mit Freunden. Die Zeit mit seinen Kindern und Enkelkindern zu planen, ist die größte Herausforderung, aber für ihn die Mühe wert.