
Ross Dress for Less: Luxusmarken locken Schnäppchenjäger an
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Ross Dress for Less lockt Kunden zunehmend mit Luxusmarken wie Gucci und Hoka in seine Filialen. Diese strategische Neuausrichtung des Off-Price-Händlers spiegelt den anhaltenden Wunsch der Verbraucher nach Wert und attraktiven Angeboten wider. CEO Jim Conroy bestätigte, dass Ross seit etwa einem Jahr verstärkt auf die Beschaffung von Markenprodukten setzt.
Luxusmarken im Discounter: Ross' neue Strategie
In den Filialen von Ross Dress for Less tauchen vermehrt Artikel von Luxusmarken auf. Auf TikTok posten Nutzer Videos von Sonnenbrillen und Uhren bekannter Marken, die bei Ross zum Verkauf stehen. Ein Beitrag von Ende 2025 zeigte beispielsweise einen Käufer, der eine Gucci-Sonnenbrille für knapp unter 200 US-Dollar erwarb.
Analysten von Jefferies, angeführt von Corey Tarlowe, berichteten in einer Research-Note vom 30. Dezember, dass sie in von ihnen besuchten Ross-Filialen hochwertige Waren von Marken wie Gucci und Valentino fanden. Business Insider entdeckte in einer Ross-Filiale in Wisconsin Herren-Hoka-Sportschuhe für 89,99 US-Dollar, was etwa 20 US-Dollar günstiger ist als Online-Preise. In einem Geschäft in Washington, DC, waren Handtaschen von Marken wie Kate Spade und Michael Kors zu Preisen zwischen 79,99 US-Dollar und 119,99 US-Dollar erhältlich.
Die Jagd nach dem Schnäppchen: Kundenverhalten im Wandel
Die vermehrten Markenartikel bei Ross sind ein weiteres Beispiel dafür, wie Kunden nach attraktiven Angeboten suchen. Auch wenn der Inflationsdruck nachlässt, greifen viele Käufer weiterhin zu günstigeren Optionen, um Geld zu sparen und gute Werte zu finden. Off-Price-Einzelhändler wie Ross und T.J. Maxx beziehen Waren, die Marken und andere Einzelhändler nicht verkaufen können, wie zum Beispiel Kollektionen vom Vorjahr oder Überschussbestände.
Dies führt zu einem ständig wechselnden Sortiment, das Kunden einen Grund gibt, regelmäßig vorbeizuschauen und nach Neuheiten Ausschau zu halten. Die Analysten von Jefferies schrieben, dass diese Funde ein "Schatzsuche-Erlebnis" ("treasure-hunt experience") verstärken und dass das Angebot von mehr höherwertigen Waren wahrscheinlich mehr Kunden in die Kette locken wird.
Hinter den Kulissen: Opportunistischer Einkauf und Marktdynamik
Jim Conroy, CEO von Ross, erklärte auf einer Telefonkonferenz im November, dass die Produkte von Ross eine Qualitätsspanne von "gut, besser, am besten" abdecken. Er betonte, dass Ross in den letzten etwa zwölf Monaten verstärkt Anstrengungen unternommen hat, mehr Markenprodukte zu beschaffen. Zuvor hatte Ross laut Conroy zu viele Waren von weniger bekannten Marken im Sortiment, die für den Einzelhändler zwar profitabler waren, aber weniger Anziehungskraft besaßen.
Die Händler von Ross haben sich "laser-focused on delivering high-quality, branded bargains at compelling values", so Conroy. Er erwähnte im November auch eine "exceptional product availability" vor der Weihnachtseinkaufssaison, teilweise bedingt durch Handelschaos. Dies ermöglichte Ross eigene opportunistische Einkäufe. Auch Führungskräfte von TJX, der Muttergesellschaft von T.J. Maxx und Marshalls, sahen im letzten Jahr im Handelschaos, verursacht durch US-Zölle auf Importe, eine Gelegenheit, ein breiteres Warensortiment als üblich zu beschaffen.
Positive Auswirkungen auf Geschäftszahlen
Die verstärkte Markenauswahl hat insbesondere den Umsatz bei Damenbekleidung und Accessoires gesteigert. Die Ergebnisse von Ross für das dritte Quartal übertrafen im November die Erwartungen der Analysten. Die Aktie des Einzelhändlers ist bis zum 9. Januar um etwa 26 % gestiegen.
Conroy fasste zusammen: "The consumer is prioritizing value, and our updated assortment is driving stronger customer engagement." Dies unterstreicht den Erfolg der strategischen Neuausrichtung von Ross im aktuellen Marktumfeld.