Russlands Wirtschaft unter Druck: Kriegsende 2026 erwartet

Russlands Wirtschaft unter Druck: Kriegsende 2026 erwartet

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die Mehrheit der russischen Bevölkerung rechnet mit einem Ende des Krieges in der Ukraine im Jahr 2026. Diese Erwartungshaltung entsteht in einer Zeit, in der die russische Wirtschaft Anzeichen einer Abkühlung zeigt und die Lebenshaltungskosten für viele Bürger zu einer wachsenden Sorge werden. Gleichzeitig intensivieren sich die diplomatischen Bemühungen, den Konflikt zu beenden.

Russen erwarten Kriegsende 2026

Eine Umfrage des staatlichen russischen Meinungsforschungszentrums VTsIOM, die Mitte Dezember unter 1.600 Russen ab 18 Jahren durchgeführt wurde, ergab, dass 55 % der Befragten glauben, dass die "spezielle Militäroperation" bald endet. Mikhail Mamonov, stellvertretender Leiter des VTsIOM, erklärte bei der Präsentation der Ergebnisse, dass der Hauptgrund für diesen Optimismus die mögliche Beendigung der Operation und das Erreichen der vom Präsidenten skizzierten nationalen Interessen sei. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurden in dieser jährlichen Umfrage erstmals Daten zur Erwartung eines Kriegsendes erhoben.

Wirtschaftliche Belastungen nehmen zu

Die russische Wirtschaft, die zuvor von Kriegszeiten und Subventionen angetrieben wurde, zeigt Anzeichen einer Abkühlung. Im November sank die Industrieproduktion um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie im Oktober noch um 3,1 % gestiegen war. Analysten hatten einen Anstieg von 1,2 % erwartet. Die Gewinne russischer Unternehmen gingen von Januar bis Oktober um fast 10 % auf 21,6 Billionen Rubel (273,4 Milliarden US-Dollar) zurück.

Hohe, wenn auch moderierende, Inflation, geringere Energieeinnahmen, ein starker Rubel und eine restriktive Kreditvergabe belasten die Konsumgüternachfrage und die Realeinkommen. Eine separate, unabhängige Umfrage des Levada Centers vom 18. bis 27. November unter 1.608 Russen zeigte, dass die Wirtschaft und der Krieg mit der Ukraine die größten Sorgen der Bevölkerung sind. Präsident Wladimir Putin räumte während seiner jährlichen "Direkten Linie" eine deutliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 1 % in diesem Jahr ein, verglichen mit 4,3 % im Jahr 2024, und führte dies auf Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung zurück.

Sanktionen und Haushaltsdefizit belasten Ölsektor

Die russische Wirtschaftsposition wird durch neue Sanktionen im Ölsektor weiter geschwächt. Die im Oktober vom US-Finanzministerium verhängten Sanktionen gegen die beiden größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil erhöhen den Druck auf den Haushalt und den Energiesektor. Moskau ist gezwungen, immer höhere Rabatte von mehr als 20 US-Dollar pro Barrel für seine Urals-Mischung zu akzeptieren, die bei 35 US-Dollar liegt – deutlich unter dem im Haushalt 2025 veranschlagten Preis von 69 US-Dollar.

Die Öl- und Gaseinnahmen, die für den Haushalt entscheidend sind, werden im Dezember voraussichtlich um 49 % gegenüber dem Vorjahr sinken. Dies treibt das Haushaltsdefizit weiter in die Höhe, während die Militärausgaben mit 149 Milliarden US-Dollar in den ersten drei Quartalen dieses Jahres ein Rekordhoch erreichten. Craig Kennedy vom Harvard’s Davis Center for Russian and Eurasian Studies bezeichnete die neuen Sanktionen als "aggressiven Schritt, der weitere Probleme mit sich bringt" und die Verhandlungsposition Russlands schwächt.

Überhitzung und Zinsdruck in der russischen Wirtschaft

Bereits vor den jüngsten Sanktionen steuerte die russische Wirtschaft auf eine Rezession zu. Die Zentralbank war gezwungen, die Zinssätze auf Rekordhöhen von über 20 % anzuheben, um die grassierende Inflation einzudämmen. Diese wurde durch hohe Militärausgaben, einen Kreditboom für Unternehmen und steigende Importpreise aufgrund von Sanktionen angeheizt.

Die hohen Zinssätze, die inzwischen auf 16 % gesunken sind, haben die Inflation zwar eingedämmt, aber auch die Unternehmensgewinne und Barreserven geschmälert. Infolgedessen stagnierten die Investitionen und die Produktion in einigen Sektoren brach ein. Die Wirtschaft ist seit Ende 2023 überhitzt, wobei die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Wirtschaftsaktivität mit einer nicht nachhaltigen Rate wächst. Der Arbeitsmarkt ist mit einer Arbeitslosenquote von knapp über 2 % außergewöhnlich angespannt, was die begrenzten Wachstumsmöglichkeiten der Wirtschaft verdeutlicht.

Diplomatische Bemühungen und Putins Bedingungen

Parallel zu den wirtschaftlichen Entwicklungen intensivieren sich die diplomatischen Bemühungen. Unabhängige Umfragen zeigen, dass zwei Drittel der Russen Friedensgespräche unterstützen – der höchste Wert seit Kriegsbeginn. Der Kreml bestätigte, dass Präsident Putin über Gespräche mit US-Gesandten informiert wurde und Moskau nun seine offizielle Position formulieren wird.

Putin hat in den letzten Wochen seine Bedingungen für einen Frieden genannt: Die Ukraine solle die verbleibenden 5.000 Quadratkilometer des Donbas abtreten, die sie noch kontrolliert, und offiziell auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 22. Dezember, dass die Verhandlungen mit den USA und europäischen Nationen "sehr nahe an einem echten Ergebnis" seien und forderte am Mittwoch ein Treffen mit Donald Trump, um die heikelsten Fragen eines künftigen Friedensabkommens, einschließlich der territorialen Kontrolle, zu klären. Nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzungen werden die Reintegration von Veteranen und der Wiederaufbau der russisch kontrollierten Gebiete der Ukraine sowie der russischen Grenzregionen als Hauptprioritäten angesehen.

Erwähnte Persönlichkeiten