
Saks Global beantragt Insolvenzschutz nach Chapter 11
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Saks Global, die Muttergesellschaft des 159 Jahre alten Luxuskaufhauses, das sowohl ein Reiseziel als auch ein Symbol für Luxusmode geworden ist, hat Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Dies geschah, nachdem dem Unternehmen das Bargeld ausgegangen war und es keine Investoren finden konnte, die bereit waren, sein Geschäft zu finanzieren. Eine Finanzierungszusage von rund 1,75 Milliarden US-Dollar soll nun die Bilanz stärken, während die Zukunft der Luxuskette ungewiss bleibt.
Saks Global beantragt Insolvenzschutz nach Chapter 11
Der Antrag auf Insolvenzschutz nach Chapter 11 wurde im Southern District of Texas eingereicht. Diese Maßnahme gibt Saks Global die Möglichkeit, sein Geschäft zu reorganisieren, Schulden abzubauen und potenziell einen Käufer zu finden, der das Unternehmen als "going concern" übernimmt. Das Unternehmen strebt eine Neupositionierung im zunehmend wettbewerbsintensiven Luxusmarkt an.
Die Insolvenzanmeldung war seit Wochen als unvermeidlich angesehen worden, nachdem Saks Global Ende letzten Monats eine Zinszahlung an Anleihegläubiger verpasst hatte. Das Unternehmen hatte zuvor Schwierigkeiten, eine sogenannte Debtor-in-Possession (DIP) Finanzierung von bis zu 1 Milliarde US-Dollar zu sichern, was eine Chapter 7 Liquidation wahrscheinlicher gemacht hätte.
Finanzielle Herausforderungen und Führungswechsel
Saks Global gab bekannt, eine Finanzierungszusage von rund 1,75 Milliarden US-Dollar erhalten zu haben. Diese setzt sich aus 1,5 Milliarden US-Dollar von einigen Gläubigern und weiteren 240 Millionen US-Dollar an "zusätzlicher Liquidität" von Kreditgebern zusammen. Diese Mittel sollen die Bilanz stärken und den Betrieb während des Insolvenzverfahrens aufrechterhalten.
Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass Geoffroy van Raemdonck, der ehemalige CEO von Neiman Marcus, mit sofortiger Wirkung die Position des Chief Executive übernehmen wird. Er ersetzt Richard Baker, der nur zwei Wochen im Amt war. Baker hatte seinerseits Marc Metrick abgelöst, der Anfang des Monats zurückgetreten war, da das Unternehmen mit der hohen Schuldenlast aus der 2,65 Milliarden US-Dollar teuren Akquisition von Neiman Marcus im Jahr 2024 zu kämpfen hatte.
Ungewisse Zukunft für Luxusmarken
Die Zukunft von Saks Global und den fast 200 Filialen unter ihrem Dach, darunter Saks Fifth Avenue, die Off-Price-Kette sowie Neiman Marcus und Bergdorf Goodman, ist noch unklar. Das Insolvenzverfahren könnte zu einer Reihe potenzieller Ergebnisse führen. Ein finanzstarker strategischer Käufer könnte das gesamte Unternehmen übernehmen und es vor der Liquidation bewahren.
Es ist auch denkbar, dass Saks Global liquidiert wird, während andere Teile des Geschäfts, wie die kleineren Neiman und Bergdorf, verkauft werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Saks, Neiman und Bergdorf – oder eine Kombination der drei – alle ihre Geschäfte schließen und zu reinen Online-Anbietern werden, ähnlich wie der ehemalige Konkurrent Lord & Taylor. Saks Global prüft derzeit seine "operative Präsenz", um Ressourcen dort zu investieren, wo das größte langfristige Potenzial besteht. Das Unternehmen erwartet keine Betriebsunterbrechungen und wird Kundenprogramme, Lieferanten und Mitarbeiter weiterhin bezahlen.
Ein Blick auf den breiteren Luxusmarkt
Die Insolvenz von Saks Global spiegelt auch die breiteren Herausforderungen im Luxusmarkt wider. Laut einer Studie der Beratungsfirma Bain & Co. vom November wird erwartet, dass die weltweiten Verkäufe von Luxusgütern im Jahr 2026 das zweite Jahr in Folge schrumpfen werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Verbraucher angesichts der globalen Wirtschaftslage ihre Ausgaben reduzieren.
Die Hudson’s Bay Co., der kanadische Eigentümer von Saks Fifth Avenue, hatte bereits im März 2025 mit der Liquidation fast aller ihrer Geschäfte begonnen. Saks Fifth Avenue änderte seinen Namen nach der Akquisition von Neiman Marcus im Jahr 2024 in Saks Global, nachdem das E-Commerce-Geschäft Saks.com bereits 2021 abgespalten worden war. Die Zukunft von Saks Global wird sich in den kommenden Wochen klären, während das Insolvenzverfahren fortschreitet und das Unternehmen weiterhin nach neuen Investoren sucht.