
Salesforce-CEO Benioffs ICE-Witz löst interne Empörung aus
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Salesforce-CEO Benioffs ICE-Witz löst interne Empörung aus
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Salesforce-CEO Marc Benioff hat mit einem Witz über US-Einwanderungsbehörden (ICE) bei einem internen Event massive Kritik ausgelöst. Der Vorfall, der sich in einer schwierigen Phase für das Unternehmen ereignet, führt zu Forderungen der Mitarbeiter nach einer klaren Positionierung gegen ICE und wirft Fragen zu Benioffs politischem Wandel auf.
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Marc Benioffs ICE-Witz bei einem Salesforce-Event empört Mitarbeiter. Das Unternehmen steht vor Herausforderungen, während Benioffs politische Haltung sich wandelt.
Salesforce-CEO Marc Benioff hat bei einem internen "Company Kickoff" (CKO) in Las Vegas mit einem Witz über die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) für erhebliche Kontroversen gesorgt. Der Vorfall, bei dem Benioff internationale Mitarbeiter aufforderte aufzustehen und dann scherzte, ICE-Agenten würden sie im hinteren Bereich überwachen, löste umgehend massive Empörung unter den Angestellten aus.
Kontroverse um Benioffs ICE-Witz
Während seiner Eröffnungsrede beim jährlichen CKO fragte Marc Benioff, wer von außerhalb der USA angereist sei, und bat diese Personen aufzustehen. Daraufhin scherzte er, dass ICE-Agenten im Gebäude seien, um sie im Auge zu behalten. Diese Bemerkung, die von Buhrufen und Stöhnen aus dem Publikum begleitet wurde, wurde später aus einer internen Aufzeichnung seiner Rede entfernt. Benioff machte zudem einen weiteren Witz über ICE im Zusammenhang mit einem Slackbot-Tool und äußerte sich abfällig über eine Super Bowl-Halbzeitshow von Bad Bunny, deren Botschaft er nicht verstanden habe.
Interne Empörung und Forderungen
Die Reaktion der Salesforce-Mitarbeiter war schnell und überwiegend negativ. Interne Slack-Kanäle wurden mit wütenden und ungläubigen Kommentaren geflutet. Ein Mitarbeiter schrieb: „Es ist schwer zu glauben, dass dieses Unternehmen noch Werte hat, wenn man in seiner Eröffnungsrede völlig daneben liegende Witze über ICE macht.“ Dieser Kommentar erhielt fast 800 Emoji-Reaktionen der Zustimmung.
Farone Rasheed, ein Salesforce-Mitarbeiter, äußerte auf LinkedIn seine Angst vor Repressalien und seine Sorge um Kollegen mit internationalen Visa. Rob Seaman, General Manager von Slack, distanzierte sich in einer internen Nachricht von Benioffs Kommentaren: „Ich kann sie weder verteidigen noch erklären. Sie stimmen nicht mit meinen persönlichen Werten überein, und ich weiß, dass dies auch für viele von Ihnen gilt.“
Mitarbeiter fordern in einem internen offenen Brief, dass Benioff ICEs „verfassungswidriges Verhalten“ öffentlich verurteilt. Sie verlangen zudem, dass Salesforce zukünftige Geschäftsbeziehungen mit der Behörde beendet und klare „rote Linien“ zieht, die den Einsatz von Salesforce-Cloud- und KI-Produkten, wie der Agentforce AI-Technologie, für die Einwanderungsdurchsetzung verbieten.
Benioffs politischer Wandel
Der Vorfall spiegelt einen bemerkenswerten Wandel in Marc Benioffs politischer Haltung wider. Einst wurde er von Politico Ende 2019 als „Tech's woke CEO“ bezeichnet, der sich für progressive Anliegen einsetzte, höhere Steuern für seine Branche forderte und Änderungen am Kapitalismus befürwortete. Er unterstützte liberale Initiativen, wie eine Maßnahme in San Francisco im Jahr 2018 zur Besteuerung großer Unternehmen zur Finanzierung von Obdachlosendiensten, und kritisierte Milliardäre für das „Horten“ ihres Reichtums.
In jüngster Zeit zeigte Benioff jedoch Unterstützung für Präsident Donald Trump während dessen zweiter Amtszeit. Er äußerte sich im Herbst gegenüber der New York Times, er unterstütze den Präsidenten „voll und ganz“, und forderte Trump auf, Nationalgardisten nach San Francisco zu entsenden, wofür er sich später entschuldigte. Dieser politische Kurswechsel kann für Mitarbeiter, die eine bestimmte Unternehmenskultur erwarten, zu Spannungen führen.
Salesforce in schwierigen Zeiten
Benioffs Kommentare kommen zu einem ohnehin schwierigen Zeitpunkt für Salesforce. Der Aktienkurs des Unternehmens ist im vergangenen Jahr um 45 % gefallen. Die Softwarebranche, in der Salesforce eine zentrale Rolle spielt, ist zudem von einem „KI-getriebenen Blutbad“ betroffen. Diese Faktoren tragen zu einer angespannten Atmosphäre und Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens bei.
Trotz der internen Kontroversen hat Salesforce seit Langem Verträge mit ICE und strebte Berichten zufolge eine Ausweitung dieser Geschäfte an. Der brutale Arbeitsmarkt und die Bedrohung durch KI-gestützte Ingenieursjobs bedeuten, dass viele Tech-Mitarbeiter möglicherweise gezwungen sind, in ihren aktuellen Positionen zu verbleiben, selbst wenn ihre Überzeugungen nicht mit denen ihres Unternehmens übereinstimmen.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und Unternehmenskultur
Die Mitarbeiter empfinden Benioffs Witze als „geschmacklos“ und „grausam“ und sehen sie im Widerspruch zur selbst proklamierten Kultur der Gleichheit bei Salesforce. Die Sorge um das Gefühl der Sicherheit der „Ohana“ (Salesforce-Familie) ist groß. Salesforce hat auf Anfragen zur Stellungnahme nicht sofort reagiert.