SoftBank: KI-Wetten, Nvidia-Verkauf und der Kursrutsch im Tech-Sektor

SoftBank: KI-Wetten, Nvidia-Verkauf und der Kursrutsch im Tech-Sektor

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SoftBank, bekannt für seine kühnen Investitionen, hat mit dem Verkauf seiner gesamten Nvidia-Beteiligung und der Zusage von 30 Milliarden US-Dollar für OpenAI erneut für Aufsehen gesorgt. Während das Unternehmen eine aggressive KI-Strategie verfolgt, haben jüngste Marktverwerfungen und Bewertungsbedenken zu einem erheblichen Kursrutsch geführt.

SoftBank: Der "Dallas Cowboys" der KI-Investitionen

Masayoshi Son, Gründer und CEO von SoftBank, prägt das Unternehmen mit seiner unnachgiebigen Herangehensweise an Investitionen. SoftBank zieht, ähnlich den Dallas Cowboys im US-Sport, stets die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Das japanische Investmentkonglomerat ist bekannt für seine aufsehenerregenden Transaktionen und die Bereitschaft, sich von erfolgreichen Beteiligungen zu trennen, um größere Ziele zu verfolgen.

Strategische Neuausrichtung und Nvidia-Verkauf

Jüngst sorgte SoftBank mit dem Verkauf seiner gesamten Beteiligung an Nvidia für Schlagzeilen. Die Erlöse aus diesem Verkauf sollen in weitere KI-Investitionen fließen, insbesondere in OpenAI, wo CEO Masayoshi Son 30 Milliarden US-Dollar zugesagt hat. Zudem wird in den Chiphersteller Ampere Computing investiert, den SoftBank im März erworben hat. Die Strategie dahinter: Eigene, jüngere und kostengünstigere Lösungen zu entwickeln, anstatt auf teure etablierte Anbieter zu setzen.

Historische Höhen und Tiefen

Ein unbestreitbarer Höhepunkt in SoftBanks Geschichte war die Investition von 20 Millionen US-Dollar in Alibaba im Jahr 2000. Diese Beteiligung wuchs bis 2014 auf 60 Milliarden US-Dollar an, was einer Rendite von etwa dem 3.000-fachen entspricht. Nach diesem Höhepunkt durchlebte SoftBank jedoch Jahre mit weniger glanzvollen Ergebnissen. Der erste Vision Fund verzeichnete Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe, unter anderem durch unterdurchschnittliche Investitionen wie WeWork, OYO und das Roboter-Pizza-Startup Zume.

Jüngster Kursrutsch und Marktstimmung

Im Jahr 2025 zeigte SoftBank eine beeindruckende Erholung, mit einem Kursanstieg von 195% seit Jahresbeginn, angetrieben durch das Engagement im KI-Sektor. Eine jüngste, bewertungsgetriebene Verkaufswelle im gesamten KI- und Technologiesektor führte jedoch zu einem starken Rückgang. Innerhalb von nur zwei Tagen stürzten die SoftBank-Aktien um 22% ab, wodurch rund 32 Milliarden US-Dollar an Marktwert vernichtet wurden. Dieser Rückgang erfolgte nach einem globalen Ausverkauf von Technologie- und Halbleiteraktien, da Investoren Bedenken hinsichtlich überzogener Bewertungen im KI-Sektor äußerten. Trotz des jüngsten Einbruchs bleibt SoftBank mit einem Anstieg von 206% in den letzten sechs Monaten und 154% im letzten Jahr eine der besten Aktien des Jahres 2025.

Breite Korrektur im KI-Sektor

Der Kursrutsch bei SoftBank ist Teil einer breiteren Korrektur im globalen KI-Sektor. Unternehmen wie CoreWeave, dessen Aktie nach dem IPO im März um 359% gestiegen war, erlebten einen Rückgang von 25% und weitere 16% nach einer gesenkten Umsatzprognose aufgrund einer Verzögerung bei einem Rechenzentrum. Auch andere Schwergewichte waren betroffen: Palantir Technologies fiel um über 8%, Nvidia um 4% und AMD um 5%. In Asien folgten Advantest (-8%), Renesas Electronics (-6%), Samsung Electronics (-6%), SK Hynix (-6%), TSMC (-3%), Alibaba (-3%) und Tencent (-2%) dem Abwärtstrend. SoftBanks hohe Abhängigkeit von KI-Investitionen, insbesondere durch die Mehrheitsbeteiligung an Arm Holdings, verstärkte die Verluste, da Arms US-gelistete Aktien um 4,7% fielen.

Bewertungsbedenken und Analystenstimmen

Der bekannte Investor Michael Burry äußerte erneut Bedenken hinsichtlich der "GPU-Abschreibung" und der Überschätzung der Lebensdauer neu erworbener Chips durch große Tech-Firmen wie Meta und Oracle. Strategen von JPMorgan hoffen, dass die aktuelle Situation keine Parallelen zum schnellen Ausbau der Telekommunikations- und Glasfasernetze Ende der 90er Jahre aufweist. Morgan Stanley warnt vor einer möglichen schnellen Wiederbelebung des US-China-Handelskonflikts und skizziert drei Szenarien. Eine Discounted Cash Flow (DCF)-Analyse für SoftBank deutet auf eine erhebliche Überbewertung hin, wobei der geschätzte faire Wert bei ¥6.655 pro Aktie liegt, die Aktie jedoch mit einem Aufschlag von 278,0% gehandelt wird. Das Unternehmen weist derzeit einen negativen Free Cash Flow (FCF) von etwa ¥-787 Milliarden auf, obwohl Analysten bis März 2030 einen Anstieg auf ¥504 Milliarden prognostizieren.

Kultur-Notiz: Die "Banker Bags" der Wall Street

Abseits der Finanzmärkte gibt es auf der Wall Street ein bemerkenswertes Modeaccessoire: die "Banker Bags". Diese standardmäßigen, blauen, zylindrischen Sporttaschen, die mit dem Branding der jeweiligen Firma versehen sind, werden von Banken an neue Mitarbeiter ausgegeben. Sie gelten oft als inoffizielles Zeichen für Berufseinsteiger, die ihre Zugehörigkeit zeigen wollen. Obwohl sie manchmal belächelt werden, sind sie für viele ein "kleines Übergangsritual in die Gemeinschaft" und praktisch für lange Arbeitszeiten, da sie Sport- und Wechselkleidung knitterfrei transportieren.

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