
Starbucks' Turnaround 2026: Drei Säulen für die Aktienkurs-Erholung
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Starbucks steht 2026 vor einer entscheidenden Transformation. Nach schwierigen 18 Monaten, geprägt von rückläufigem US-Verkehr, inkonstanter Ausführung, höheren Arbeits- und Restrukturierungskosten sowie anhaltender Schwäche in China, soll ein umfassender Turnaround unter CEO Brian Niccol den Aktienkurs wiederbeleben. Investoren blicken auf drei Schlüsselbereiche, die für eine Erholung entscheidend sein werden.
Herausforderungen und die Wende 2026
Der Kaffeeriese Starbucks hat eine herausfordernde Zeit hinter sich. Die Aktie verzeichnete im Jahresverlauf einen Rückgang von 8%, und das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 33,3 gegenüber einem Fünfjahresdurchschnitt von 27,8. Trotz dieser Schwierigkeiten wird Starbucks als eine der fünf hochwertigen Club-Aktien angesehen, die 2026 ein signifikantes Comeback erleben könnten. Jim Cramer erinnert Anleger daran, dass Starbucks aufgrund des Umfangs seiner Restrukturierung und der Komplexität seiner Herausforderungen ein "langfristiger Turnaround" ist.
CEO Brian Niccol, seit etwas über einem Jahr im Amt, strebt an, die volle operative Disziplin wiederzuerlangen, das Kundenvertrauen wiederaufzubauen und zu beweisen, dass er die gleiche Marken- und Wachstumsbeschleunigung liefern kann, die er bei der Leitung der Fast-Food-Kette Chipotle erreicht hat. Das Jahr 2026 soll die Wende bringen, wenn das Unternehmen in drei Kernbereichen liefert.
Neuausrichtung des US-Kerngeschäfts
Ein zentraler Pfeiler des Turnarounds ist die Sanierung des US-Kerngeschäfts. Niccols "Green Apron reinvention plan", der im Juli 2025 vorgestellt wurde, konzentriert sich auf die Vereinfachung der Filialabläufe, die Reduzierung von Wartezeiten und eine schnellere Getränkeausgabe für Kunden. Starbucks hat 500 Millionen US-Dollar in diese Bemühungen investiert, die größte Investition in Betriebsabläufe und Kundenservice in der Unternehmensgeschichte.
Erste Fortschritte sind bereits sichtbar: Die vergleichbaren Umsätze der unternehmenseigenen US-Filialen waren im September positiv, und der positive Verkaufsschwung hielt auch im Oktober an. Investoren erwarten jedoch einen stärkeren Durchbruch, der sich in schnelleren Schlangen, höherer Getränkeproduktion in Spitzenzeiten, stärkeren Traffic-Trends und letztendlich mehr Umsatz niederschlägt. Im Rahmen des "Back to Starbucks"-Plans, der im September 2024 begann, wurde das Menü um 30% gestrafft und ein "Coffeehouse of the Future"-Prototyp eingeführt – ein 32-Sitzer-Filialformat, das 30% günstiger zu bauen ist als frühere Modelle.
Wertversprechen und Kundenbindung stärken
Um das Transaktionsvolumen zu steigern, muss Starbucks sein Wertversprechen für die Kunden besser hervorheben. Verbraucher suchen zunehmend nach einem hohen Qualitäts-Erlebnis zu einem erschwinglichen Preis, insbesondere bei diskretionären Käufen wie Getränken und Snacks. Starbucks hat darauf mit Menüinnovationen reagiert, darunter eine neue Protein-Getränkelinie.
Ein weiterer Hebel für Wachstum könnte die Verbesserung des Engagements der Starbucks Rewards Mitglieder sein. Einige Wall Street Analysten argumentieren jedoch, dass Starbucks im ersten Halbjahr 2026 aufgrund erhöhter Restrukturierungs- und Marketinginvestitionen sowie der Kaffeeinflation mit Gegenwind rechnen muss. Mizuho modellierte daher "keine operative Margenausweitung" für das Geschäftsjahr 2026 und senkte die Gewinn pro Aktie (EPS)-Schätzungen im November auf 2,40 US-Dollar von 2,56 US-Dollar, was zu einem "Hold"-Rating führte. Jefferies sieht ebenfalls ein "ungünstiges" Setup für Starbucks im nächsten Jahr und verweist auf "anhaltenden Margendruck", was zu einem "Sell"-Rating führte. Beide Firmen nennen mangelnde Visibilität bezüglich des Wachstums im wichtigen US-Markt als Grund für ihre vorsichtige Haltung. Weitere Einblicke werden erwartet, wenn Starbucks am 29. Januar, einen Tag nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026, einen Investorentag abhält.
Stabilisierung des China-Geschäfts
Die Schwäche im zweitgrößten Markt von Starbucks, China, hat den Aktienkurs in diesem Jahr belastet. Das Unternehmen hat jedoch sein Risiko durch die Gründung eines Joint Ventures mit der Investmentfirma Boyu Capital gemindert. Die Erlöse aus diesem Deal sollen dem Management Flexibilität verschaffen, um die angespannte Bilanz zu entlasten. Das Ziel ist, dass dieser Deal das China-Geschäft stabilisiert.
Finanzielle Aussichten und Analystenmeinungen
Starbucks' Aktie ist im vergangenen Jahr um 5,9% gesunken und hinkt damit dem S&P 500 Index (+14,8%) und dem Consumer Discretionary Select Sector SPDR Fund (XLY) (+4,6%) hinterher. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei 96,2 Milliarden US-Dollar.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwarten Analysten einen Gewinn von 0,59 US-Dollar pro Aktie (verwässert), ein Rückgang von 14,5% gegenüber 0,69 US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwarten Analysten laut einer Quelle ein EPS von 2,35 US-Dollar, ein Anstieg von 10,3% gegenüber 2,13 US-Dollar im Geschäftsjahr 2025. Andere Analysten sehen für 2026 ein ambitioniertes EPS von 3,04 US-Dollar bis 3,66 US-Dollar, das stark von neuen operativen Effizienzen abhängt. Für das Geschäftsjahr 2027 wird ein Anstieg des EPS um 28,5% auf 3,02 US-Dollar prognostiziert.
Der Analysten-Konsens für die SBUX-Aktie ist mit einem "Moderate Buy"-Rating insgesamt recht optimistisch. Von 34 Analysten empfehlen 15 einen "Strong Buy", zwei einen "Moderate Buy", zwölf einen "Hold", zwei einen "Moderate Sell" und drei einen "Strong Sell". Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 92,48 US-Dollar, was ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 9,4% gegenüber dem aktuellen Niveau bedeutet. Jim Cramer's Charitable Trust hält SBUX-Aktien.
Zu den Risikofaktoren, die die Profitabilität und kurzfristigen Gewinnerwartungen belasten könnten, gehören anhaltende Arbeitsunruhen und historische Mitarbeiterstreiks, die die längsten und am weitesten verbreiteten Arbeitsniederlegungen in der Geschichte von Starbucks darstellen. Diese haben Bedenken hinsichtlich Betriebsunterbrechungen, steigender Lohn- und Planungskosten sowie Reputationsrisiken geweckt.
2026: Ein "Prove-It"-Jahr für Konsumriesen
Das Jahr 2026 wird für große Konsumgüterunternehmen ein "Prove-It"-Jahr, in dem Effizienz und wahrgenommener Wert die Marktführerschaft des nächsten Jahrzehnts bestimmen werden. Die amerikanische Verbraucherlandschaft ist von widerstandsfähigen Ausgaben, aber auch extremer Selektivität geprägt, da die "Inflationsmüdigkeit" der letzten drei Jahre die Haushaltsausgaben dauerhaft verändert hat.
Neben Starbucks stehen auch andere Unternehmen wie Chipotle Mexican Grill und Dollar Tree im Fokus der Investoren. Chipotle setzt unter CEO Scott Boatwright auf technische Ausführung und die vollständige Implementierung des "HEAT"-Küchenautomatisierungssystems, das den Durchsatz um 15-20% steigern soll. Für 2026 wird ein Konsens-EPS von 1,42 US-Dollar erwartet. Dollar Tree, nach der Veräußerung seiner Family Dollar-Einheit, setzt auf eine "Multi-Preis"-Strategie mit Artikeln zu 3, 5 und 7 US-Dollar, um das durchschnittliche Ticketvolumen zu erhöhen, mit einem prognostizierten EPS von 5,70 US-Dollar für 2026. Diese Unternehmen müssen in einer "zweigeteilten Wirtschaft" navigieren, in der Gutverdiener weiterhin für Erlebnisse ausgeben, während die Mittel- und Unterschicht eine strenge Preis-Leistungs-Rechtfertigung verlangen.