
Studienfächer mit höchster Arbeitslosigkeit: Was Absolventen wissen müssen
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Frische Hochschulabsolventen stehen oft vor der Herausforderung, den ersten Job nach dem Studium zu finden. Eine aktuelle Analyse der Federal Reserve Bank of New York, basierend auf Daten des Census Bureau aus dem Jahr 2024, beleuchtet die Arbeitslosenquoten für junge Absolventen im Alter von 22 bis 27 Jahren mit einem Bachelor-Abschluss oder höher. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Studienfächern und werfen ein Schlaglicht auf die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt.
Hohe Arbeitslosigkeit bei bestimmten Studienfächern
Die Untersuchung von 73 verschiedenen Studienfächern ergab, dass Absolventen der Anthropologie im Jahr 2024 mit fast 8 % die höchste Arbeitslosenquote aufwiesen. Auch mehrere kunstbezogene Studiengänge sowie Frühpädagogik zeigten hohe Arbeitslosenraten. Im Gegensatz dazu verzeichneten einige Bildungsbereiche die niedrigsten Quoten.
Daniel Zhao, Chefökonom bei Glassdoor, merkt an, dass die Studienfächer mit den höchsten Arbeitslosenquoten keine homogene Gruppe bilden. Er erklärt: „Man hat einige Hauptfächer, die sehr restriktive Arbeitsmärkte haben, wie bildende Kunst oder darstellende Kunst, aber dann hat man auch andere Hauptfächer, die sehr attraktiv waren und hochbezahlte Jobs bieten, wie Computer Engineering oder Informatik.“
Unterbeschäftigung als weiteres Problem
Neben der Arbeitslosigkeit ist auch die Unterbeschäftigung ein wichtiger Indikator. Diese beschreibt den Anteil der Absolventen, die eine Stelle finden, für die normalerweise kein Hochschulabschluss erforderlich ist. Laut Zhao lagen die Unterbeschäftigungsquoten für Computer Engineering und Informatik unter 20 %, während sie für Anthropologie, bildende Kunst und darstellende Kunst über 50 % betrugen.
Zhao führt dies auf die unterschiedlichen finanziellen Anreize zurück. Ein Informatik-Absolvent sei möglicherweise bereit, länger auf eine passende Stelle im Tech-Bereich zu warten, da die Gehälter dort deutlich höher seien. Absolventen mit Abschlüssen in Anthropologie oder bildender Kunst hätten hingegen „nicht unbedingt das finanzielle Polster, um im Moment nicht nach einem Job zu suchen“, da diese Rollen typischerweise weniger bezahlen.
Der aktuelle Jobmarkt für Berufseinsteiger
Der US-Arbeitsmarkt verzeichnete das niedrigste Jobwachstum seit 2003 außerhalb von Rezessionen. Obwohl die Entlassungen nicht stark zugenommen haben und die Arbeitslosigkeit insgesamt niedrig bleibt, ist die Einstellungstätigkeit im Vergleich zu vor einigen Jahren stark zurückgegangen. Dies macht den Berufseinstieg für Hochschulabsolventen besonders schwierig.
Die Arbeitslosenquote für junge Hochschulabsolventen lag im Dezember bei 5,6 %, ein Anstieg gegenüber 4,8 % zu Beginn des Jahres 2025. Eine Forschungsnotiz von Goldman Sachs weist darauf hin, dass dieser „Low-Hire, Low-Fire“-Trend wahrscheinlich zum Anstieg der Arbeitslosenquoten junger Arbeitnehmer beigetragen hat und „das Risiko erhöht, dass diese Arbeitnehmer zunehmend vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden könnten.“
Strategien für den erfolgreichen Berufseinstieg
Angesichts des verlangsamten Arbeitsmarktes empfiehlt Daniel Zhao Jobsuchenden, aktiv Netzwerke zu nutzen, einschließlich der Karriereberatungsdienste ihrer Alma Mater und Gesprächen mit Alumni. Er schlägt auch vor, die Jobsuche zu erweitern und Rollen in Betracht zu ziehen, die ihre Fähigkeiten erfordern, aber bisher nicht in Betracht gezogen wurden.
Für Absolventen der Informatik betont Hany Farid, Professor an der University of California, Berkeley, dass gute Jobs nicht nur bei den „üblichen Verdächtigen“ wie Facebook, Google und Amazon zu finden sind. Er meint: „Ich habe immer behauptet, dass die aufregendsten Anwendungen der Informatik nicht bei Facebook, Google und Amazon liegen, sondern an der Schnittstelle von Computing und anderen Bereichen.“ Dazu gehören Felder wie die computergestützte Arzneimittelentwicklung, Computational Finance oder die Digital Humanities.