
Sweetgreen Aktie: Herausforderungen, Transformation und der Ausblick für 2026
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Investitionen in aufstrebende Restaurantaktien können lukrativ sein, wenn Unternehmen neue Standorte eröffnen, Kunden gewinnen und Umsatz sowie Gewinne steigern. Sweetgreen (NYSE: SG), bekannt für seine gesunden Salate und Bowls, hat seine Filialanzahl in den letzten fünf Jahren deutlich erhöht, steht jedoch aktuell vor erheblichen finanziellen Hürden. Die Frage, ob die Aktie bis 2026 ein Kauf, Verkauf oder Halten ist, beschäftigt den Markt.
Sweetgreen im Überblick: Wachstum und Herausforderungen
Sweetgreen positioniert sich im Fast-Casual-Segment des Restaurantsektors, ähnlich dem Erfolg von Chipotle, indem es auf hochwertige Zutaten, schnellen Service und angemessene Preise setzt. Das Unternehmen hat seine Präsenz von 119 Filialen auf 281 Standorte bis zum 28. Dezember 2025 ausgebaut. Trotz dieses Wachstums bei der Anzahl der Filialen hat die Wachstumsentwicklung von Sweetgreen einen deutlichen Rückschlag erlitten.
Die teureren Menüpunkte des Unternehmens sind makroökonomischen Trends ausgesetzt, was sich in den jüngsten Finanzergebnissen widerspiegelt. Schwacher Kundenverkehr beeinträchtigt derzeit den gesamten Sektor.
Finanzielle Rückschläge und schwache Kennzahlen
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Sweetgreen einen Umsatzanstieg von lediglich 0,4 %. Gleichzeitig sanken die vergleichbaren Filialumsätze (Same-Store Sales) um 7,9 %. Das Unternehmen ist zudem nicht profitabel; der Nettoverlust belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 134 Millionen US-Dollar, was eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Um Rentabilität zu erreichen, benötigt Sweetgreen eine größere Skalierung und eine höhere Umsatzbasis zur Hebelung seiner Fixkosten.
Die Ergebnisse des letzten Quartals des Geschäftsjahres 2025 zeigten eine weitere Verschlechterung:
- Die vergleichbaren Filialumsätze fielen um 11,5 %, verglichen mit einem Anstieg von 4,4 % im Vorjahresquartal.
- Der Umsatz sank um 3,5 % auf 155,2 Millionen US-Dollar und lag damit unter den Erwartungen von 158,8 Millionen US-Dollar.
- Der Gewinn auf Restaurantebene fiel von 28 Millionen US-Dollar auf 16,2 Millionen US-Dollar.
- Der Nettoverlust weitete sich von 29 Millionen US-Dollar auf 49,7 Millionen US-Dollar aus, oder 0,42 US-Dollar pro Aktie, während die Wall Street einen Verlust von 0,25 US-Dollar pro Aktie erwartet hatte.
Als Gründe für diese Entwicklung nannte das Management anhaltenden Gegenwind durch die Umstellung des Sweetpass+ Treueprogramms und ein herausforderndes Konsumklima.
Strategische Anpassungen und der "Sweet Growth Transformation Plan"
Als Reaktion auf die schwierige Lage hat das Management den "Sweet Growth Transformation Plan" ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Wertwahrnehmung der Marke zu steigern, um insbesondere im aktuellen unsicheren Umfeld Verkäufe zu generieren. CEO Jonathan Neman betonte die Dringlichkeit, das Kerngeschäft zu stärken.
Im Rahmen dieser Strategie testet das Unternehmen in ausgewählten Märkten Wraps, die ab 10,95 US-Dollar erhältlich sind. Bei erfolgreicher Performance ist eine landesweite Einführung geplant. Dies soll dazu beitragen, das Image des Unternehmens als überteuert zu korrigieren und den Kunden mehr Wert zu bieten.
Die Reaktion des Marktes und die Bewertung der Aktie
Die Sweetgreen-Aktie hat in den letzten 12 Monaten (Stand: 5. März) einen erheblichen Wertverlust von 73 % erlitten. Der Markt hat angesichts des ausbleibenden Wachstums das Vertrauen verloren. Am Montag eröffnete die Aktie bei 5,64 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von 667,61 Millionen US-Dollar entspricht.
Ein positiver Aspekt für Value-Investoren könnte die aktuelle Bewertung sein: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) liegt bei 1. Seit dem Börsengang im November 2021 lag das durchschnittliche P/S-Multiple bei 4. Diese "sehr günstige" Bewertung könnte für einige Anleger attraktiv sein, die an eine Trendwende glauben.
Analystenmeinungen und Ausblick für 2026
Die Analystenmeinungen zu Sweetgreen sind gemischt, tendieren aber mehrheitlich zu einer abwartenden Haltung. Von siebzehn Research-Firmen, die das Unternehmen abdecken, lautet die Konsensempfehlung "Halten". Zwei Analysten raten zum Verkauf, zwölf zum Halten und drei zum Kauf. Das durchschnittliche Zwölfmonats-Kursziel liegt bei 8,2214 US-Dollar.
Einzelne Analysten haben ihre Einschätzungen angepasst:
- DA Davidson initiierte die Berichterstattung mit "Neutral" und einem Kursziel von 5,50 US-Dollar.
- Goldman Sachs Group erhöhte ihr Kursziel von 5,00 US-Dollar auf 5,60 US-Dollar, behielt aber die "Verkaufen"-Empfehlung bei.
- UBS Group senkte ihr Kursziel von 7,50 US-Dollar auf 6,50 US-Dollar und stufte die Aktie als "Neutral" ein.
- Royal Bank Of Canada reduzierte ihr Kursziel von 8,00 US-Dollar auf 7,00 US-Dollar, vergab aber ein "Outperform"-Rating.
- JPMorgan Chase & Co. erhöhte ihr Kursziel von 6,00 US-Dollar auf 8,00 US-Dollar und bewertete die Aktie mit "Neutral".
Der Ausblick für 2026 gibt wenig Anlass zur Zuversicht. Das Unternehmen prognostiziert einen Rückgang der vergleichbaren Filialumsätze um 2 % bis 4 %. Die Restaurant-Level-Profitmarge wird voraussichtlich zwischen 14,2 % und 14,7 % liegen, was unter den 15,2 % des Jahres 2025 liegt. Eine Verbesserung wird jedoch beim bereinigten EBITDA erwartet, das von einem Verlust von 11 Millionen US-Dollar auf einen Gewinn zwischen 1 Million und 6 Millionen US-Dollar steigen soll. Dies könnte jedoch auch auf eine Reduzierung der Neueröffnungen zurückzuführen sein, da für 2026 nur 15 neue Filialen geplant sind, verglichen mit 35 im Jahr 2025.
Experten weisen darauf hin, dass Sweetgreen einen Katalysator benötigt, um die Trendwende zu schaffen. Bis das Unternehmen zu nachhaltigem Wachstum und einer Verbesserung der Gewinnmargen zurückkehrt, sehen viele die Aktie als nicht investierbar an. Für bestehende Aktionäre, die an eine Wende glauben, könnte ein Halten der Aktie aufgrund der niedrigen Bewertung jedoch sinnvoll sein.