Tesla: Vom E-Auto-Pionier zum Robotik-Player – Chancen und Risiken

Tesla: Vom E-Auto-Pionier zum Robotik-Player – Chancen und Risiken

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Tesla (NASDAQ: TSLA) hat den modernen Markt für Elektrofahrzeuge (EVs) maßgeblich geprägt und gilt als hochinnovatives Unternehmen. Doch die jüngsten strategischen Entscheidungen deuten darauf hin, dass die Zukunft des Unternehmens weit über reine E-Autos hinausgehen könnte, mit einem wachsenden Fokus auf Robotik und künstliche Intelligenz. Diese Neuausrichtung könnte für langfristig orientierte Anleger neue Perspektiven eröffnen.

Herausforderungen und Bewertung der Tesla-Aktie

Die Tesla-Aktie ist bekannt für ihre hohe Volatilität, die oft durch die öffentlichen Äußerungen und Aktionen des visionären CEOs Elon Musk beeinflusst wird. Musk ist eine polarisierende Figur, dessen Verhalten sich sowohl positiv als auch negativ auf den Aktienkurs auswirken kann. Anleger, die eine solche Volatilität scheuen, sollten dies bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.

Die Bewertung der Tesla-Aktie ist derzeit sehr hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei massiven 390, was deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 98 und dem S&P 500 (SNPINDEX: ^GSPC) von 28 liegt. Auch im Vergleich zu den meisten Automobilkonkurrenten ist dies extrem hoch. Die Kennzahlen Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) sind ebenfalls sowohl absolut als auch historisch betrachtet hoch. Für Value-Investoren ist die Aktie daher aktuell nicht attraktiv.

Strategische Neuausrichtung: Fokus auf Robotik

Neben Elektrofahrzeugen umfasst Teslas Geschäftsbereich auch Batteriespeicher, Solarenergieprodukte, selbstfahrende Taxis und humanoide Roboter. Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als Akteur im Bereich der globalen Technologieverschiebungen, wobei das EV-Geschäft Investitionen in andere Bereiche finanziert.

Eine wegweisende Entscheidung war die Einstellung der Produktion der langsamer verkauften EV-Modelle X und S. Statt neue EV-Modelle einzuführen, werden die betroffenen Werke nun für den Bau humanoider Roboter umgerüstet. Tesla entwickelt sich damit von einem reinen Automobilunternehmen zu einem bedeutenden Akteur im Robotik-Sektor. Diese strategische Verschiebung wird sich voraussichtlich über mehrere Jahre entfalten und ist daher primär für langfristig orientierte Anleger relevant.

Kurzfristige Katalysatoren und Chancen

Trotz der hohen Bewertung könnten mehrere Faktoren in den kommenden Monaten die Tesla-Aktie beeinflussen. Analysten prognostizieren für das vierte Quartal 2025 einen Umsatzrückgang von 3,7 % auf 24,8 Milliarden US-Dollar und einen Gewinnrückgang von 38 % auf 0,45 US-Dollar pro Aktie. Die Lieferzahlen für Q4 verfehlten bereits die Erwartungen und fielen im Jahresvergleich um 15,6 %. Ein möglicher Kursrückgang nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen könnte eine Kaufgelegenheit für bestimmte Anleger darstellen.

Tesla wird mit einer Marktkapitalisierung von 1,4 Billionen US-Dollar und einem Gewinn von 4,8 Milliarden US-Dollar in den letzten 12 Monaten bewertet. Das KGV liegt bei 310. Im Vergleich zu seinen EV-Rivalen, mit Ausnahme von BYD, erzielt Tesla die höchsten Gewinne. BYD weist zwar GAAP-Gewinne von 5,5 Milliarden US-Dollar auf, hat aber einen negativen Free Cash Flow, während Tesla einen positiven Free Cash Flow von 6,8 Milliarden US-Dollar verzeichnet.

FSD-Zulassung und Cybercab-Produktion

Ein weiterer potenzieller Kurstreiber ist die erwartete Zulassung für Teslas Full Self-Driving (FSD)-System in Europa und China. Elon Musk äußerte die Erwartung, diese Genehmigungen möglicherweise bereits im März zu erhalten. Eine solche Zulassung würde es Tesla ermöglichen, FSD als margenstarken Dienst zu vermarkten und die Tests der autonomen Fahrfunktionen in diesen Regionen auszuweiten.

Zudem plant Elon Musk, die Produktion des vollständig autonomen, fahrerlosen Cybercab EV im April zu starten. Obwohl Musk dafür bekannt ist, aggressive Ziele zu setzen, die oft nicht eingehalten werden, besteht die Möglichkeit, dass der Produktionsstart des Cybercab die Aktie positiv beeinflusst. Anleger, die von diesem Potenzial profitieren möchten, könnten einen Kauf vor März oder Februar in Betracht ziehen.

Spekulationen um Fusionen und Wachstumskapital

Jüngste Spekulationen über eine mögliche Fusion zwischen Tesla und einem anderen von Musks Unternehmen, SpaceX, haben ebenfalls das Interesse der Anleger geweckt. Berichten von Bloomberg und Reuters zufolge gibt es auch Diskussionen zwischen SpaceX und Musks KI-Unternehmen xAI. Eine solche Verbindung könnte von vielen Investoren begrüßt werden, die Bedenken haben, dass Musk seine Aufmerksamkeit zu stark auf verschiedene Unternehmen verteilt.

Eine Fusion könnte auch technologische Integrationen ermöglichen, wie die Nutzung von Teslas Energiespeicher-Expertise für SpaceX-Satelliten und Starships oder den Einsatz von Teslas Optimus-Robotern in SpaceX-Anlagen oder sogar auf Marsmissionen. Darüber hinaus könnte eine kombinierte Tesla-SpaceX-Einheit zukünftige Investitionen anziehen und Teslas ehrgeizige Wachstumspläne unterstützen. Dazu gehören die kürzlich angekündigten Kapitalausgaben von 20 Milliarden US-Dollar, die insbesondere das Wachstum von Robotaxi und Optimus fördern und Teslas Dominanz im EV-Markt weiter ausbauen sollen. Diese Entwicklungen sind derzeit spekulativer Natur, unterstreichen jedoch das hohe Interesse der Anleger an Musks Unternehmen.

Fazit für Anleger

Tesla ist wahrscheinlich keine gute Wahl für konservative Anleger oder solche, die einen Value-Ansatz verfolgen. Wer jedoch an Elon Musks Zukunftsvision glaubt und bereit ist, höhere Risiken einzugehen, könnte in Tesla eine vielversprechende Langzeitinvestition sehen. Die strategische Neuausrichtung hin zur Robotik und die potenziellen Katalysatoren im Bereich des autonomen Fahrens könnten trotz der aktuell hohen Bewertung erhebliche Chancen bieten.

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