
Third Coast: Rekordstrafe nach Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
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Die US-Pipeline-Sicherheitsbehörde PHMSA hat Third Coast, das für einen massiven Ölunfall im Golf von Mexiko im Jahr 2023 verantwortlich ist, mit der höchsten Strafe ihrer Geschichte belegt. Das Unternehmen muss 9,6 Millionen US-Dollar zahlen, nachdem 1,1 Millionen Gallonen Öl vor der Küste Louisianas ausgetreten waren. Trotz der Rekordhöhe wird die Strafe für den in Houston ansässigen Pipeline-Betreiber voraussichtlich keine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.
Rekordstrafe nach Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
Die Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration (PHMSA) verhängte am Montag die Rekordstrafe gegen Third Coast. Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2023, als 1,1 Millionen Gallonen Öl in den Golf von Mexiko vor der Küste Louisianas austraten. Diese einzelne Strafe nähert sich dem gesamten jährlichen Bußgeldvolumen der PHMSA, das normalerweise zwischen 8 und 10 Millionen US-Dollar liegt.
Finanzielle Tragweite der Strafe für Third Coast
Obwohl es sich um eine Rekordstrafe handelt, wird sie für Third Coast voraussichtlich keine große finanzielle Belastung darstellen. Das Unternehmen ist an rund 1.900 Meilen Pipelines beteiligt und hatte im September einen Kredit von fast 1 Milliarde US-Dollar erhalten. Bill Caram, Geschäftsführer des Pipeline Safety Trust, merkte an, dass die vorgeschlagene Strafe weniger als 3 % der geschätzten jährlichen Einnahmen von Third Coast Midstream ausmacht.
Caram betonte, dass "wahre Abschreckung Strafen erfordert, die die Nichteinhaltung teurer machen als die Einhaltung". Er kommentierte, dass selbst Rekordstrafen oft keine finanzielle Bedeutung für Pipeline-Betreiber haben.
Systemische Mängel und Versäumnisse
Die PHMSA begründete die Strafe damit, dass Third Coast keine angemessenen Notfallverfahren etabliert hatte. Dies trug dazu bei, dass die Betreiber die Pipeline fast 13 Stunden lang nicht abschalteten, nachdem erste Anzeichen eines Problems aufgetreten waren, wie das National Transportation Safety Board (NTSB) feststellte. Zudem habe das Unternehmen die Risiken nicht ausreichend bewertet und die 18-Zoll-Pipeline "Main Pass Oil Gathering" nicht ordnungsgemäß gewartet.
Die Behörde erklärte, Third Coast habe es versäumt, neue Integritätsanalysen oder -bewertungen nach veränderten Umständen durchzuführen, die neue und erhöhte Risikofaktoren für die Pipeline identifizierten. Das NTSB hatte in seinem Abschlussbericht im Juni bereits festgestellt, dass Third Coast mehrere Gelegenheiten verpasst hatte, zu bewerten, wie Georisiken die Integrität ihrer Pipeline gefährden könnten. Informationen über landbedingte Bewegungen durch Hurrikan-Aktivitäten als Bedrohung für Pipelines seien in der Branche weit verbreitet gewesen.
Third Coasts Reaktion und Branchenkritik
Ein Sprecher von Third Coast äußerte sich schockiert über die Vorwürfe und betonte, das Unternehmen erfülle oder übertreffe stets die regulatorischen Anforderungen. Man sei überrascht von Aspekten der jüngsten Anschuldigungen, die man für ungenau halte und die etablierte Präzedenzfälle überschreiten würden. Das Unternehmen beabsichtigt, diese Bedenken mit der Behörde zu klären.
Bill Caram vom Pipeline Safety Trust bezeichnete den Vorfall als "unternehmensweites systemisches Versagen, das die grundlegende Unfähigkeit des Betreibers zur Umsetzung von Pipeline-Sicherheitsvorschriften" aufzeige. Obwohl die Menge des ausgelaufenen Öls weit geringer war als bei der BP-Ölkatastrophe von 2010 (134 Millionen Gallonen), hätte sie laut NTSB deutlich reduziert werden können, wenn die Mitarbeiter im Kontrollraum von Third Coast schneller gehandelt hätten.