
Trump-Administration leitet neue Handelsuntersuchungen ein: Zölle, Subventionen und Zwangsarbeit
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Die Trump-Administration hat eine Reihe neuer Handelsuntersuchungen eingeleitet, um Zölle zu stützen und Einnahmen zu sichern, nachdem eine gerichtliche Entscheidung frühere Abgaben für ungültig erklärt hatte. Diese strategische Neuausrichtung soll den Fluss von Regierungseinnahmen wiederherstellen und gleichzeitig unfaire Handelspraktiken bekämpfen.
Neue Handelsuntersuchungen nach Gerichtsurteil
Die jüngsten Maßnahmen der Trump-Administration folgen einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 20. Februar 2026, die Zölle für ungültig erklärte, welche die Regierung zuvor im Laufe des Jahres 2025 unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEPA) erhoben hatte. Kurz nach dem Urteil verhängte die Administration vorübergehend einen globalen Zehn-Prozent-Zoll unter Section 122 des Trade Act von 1974, der jedoch nur für maximal 150 Tage gilt. Die neuen Untersuchungen unter Section 301 des Trade Act von 1974 sollen eine dauerhaftere Grundlage für die Wiedereinführung von Zöllen schaffen.
Jamieson Greer, der US-Handelsbeauftragte, kündigte frische Untersuchungen an, die sich gegen mehrere ausländische Volkswirtschaften richten. Section 301 ermächtigt zu Prüfungen, ob Handelspraktiken von US-Handelspartnern den US-Handel unfair belasten oder einschränken oder den Vereinigten Staaten ihre Rechte aus Handelsabkommen verweigern.
Fokus auf Subventionen und Überkapazitäten
Eine der neuen Untersuchungsreihen konzentriert sich auf strukturelle Überkapazitäten und Produktion in den Fertigungssektoren. Die Behörden werden prüfen, ob staatliche Subventionen in Ländern wie der Europäischen Union, China, Japan, Südkorea, Indien und Mexiko zu einer übermäßigen industriellen Kapazität geführt haben, die US-Herstellern schadet. USTR äußert Bedenken, dass die Politik von Handelspartnern zu Überproduktion in Schlüsselbereichen führen kann, was die heimische US-Produktion und Investitionen verdrängt.
Als mögliche Ursachen für globale Überkapazitäten werden in der Mitteilung des USTR unter anderem inländische Subventionen, Lohnunterdrückung, die Beteiligung staatseigener Unternehmen, Marktzugangsbarrieren, laxe Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie Währungspraktiken genannt. Öffentliche Anhörungen zu dieser Untersuchung der Industriesubventionen sind für den 5. Mai angesetzt.
Kampf gegen Zwangsarbeit im Welthandel
Eine separate Untersuchung wird prüfen, ob Länder es versäumen, Importe zu blockieren, die mit Zwangsarbeitspraktiken in Verbindung stehen. Diese Untersuchung betrifft rund 60 Länder und Territorien, darunter China, Kanada, Mexiko, Brasilien, Australien, die Europäische Union, Vietnam und das Vereinigte Königreich. Jamieson Greer erklärte dazu: "Zu lange mussten amerikanische Arbeiter und Firmen gegen ausländische Produzenten antreten, die möglicherweise einen künstlichen Kostenvorteil durch die Geißel der Zwangsarbeit erlangt haben."
Die formellen rechtlichen Dokumente, die die Untersuchung einleiteten, argumentieren, dass viele andere Länder – im Gegensatz zu den USA – keine strengen Verbote für Importe haben, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden. Dies könnte es Firmen in diesen Ländern ermöglichen, "Produkte, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden, zu beziehen, zu nutzen und davon zu profitieren", was US-Unternehmen benachteiligt. Eine zweite Anhörung zu Bedenken hinsichtlich Zwangsarbeit ist für den 28. April geplant.
Fiskalische Herausforderungen der USA
Unabhängig von den Handelsuntersuchungen warnt das Committee for a Responsible Federal Budget (CRFB), eine überparteiliche, gemeinnützige Organisation, dass die Staatsverschuldung der USA 58 Billionen US-Dollar erreichen könnte, wenn die Ausgaben im derzeitigen Tempo fortgesetzt werden. Das CRFB schätzt, dass die nationale Verschuldung bis 2036 etwa 125 % der Wirtschaftsleistung erreichen könnte. Frühere Prognosen lagen näher bei 56 Billionen US-Dollar.
Unter diesem Szenario könnten die jährlichen Defizite auch auf etwa 7,1 % des BIP ansteigen. Die Basisprognose sah das Defizit zuvor bei etwa 3,1 Billionen US-Dollar. Diese fiskalischen Aussichten unterstreichen den breiteren wirtschaftlichen Kontext, in dem die Handelsstrategien der Administration entwickelt werden.