Trump erzielt historische Preisnachlässe bei Medikamenten in den USA

Trump erzielt historische Preisnachlässe bei Medikamenten in den USA

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Präsident Donald Trump hat mit neun führenden Pharmaunternehmen weitreichende Vereinbarungen zur Senkung der Medikamentenpreise für Barzahler und das staatliche Medicaid-Programm bekannt gegeben. Diese Deals sollen die Arzneimittelkosten in den USA an das Niveau anderer wohlhabender Länder anpassen und versprechen erhebliche Einsparungen für Millionen Amerikaner.

Historischer Schritt zur Preissenkung

Die Abkommen wurden am Freitag im Weißen Haus von Präsident Trump verkündet. Zu den beteiligten Unternehmen gehören Branchengrößen wie Bristol Myers Squibb Co. (NYSE:BMY), Gilead Sciences Inc. (NASDAQ:GILD), Merck & Co. Inc. (NYSE:MRK), Genentech, Novartis AG (NYSE:NVS), Amgen Inc. (NASDAQ:AMGN), Boehringer Ingelheim, Sanofi SA (NASDAQ:SNY) und GSK plc (NYSE:GSK). Diese Initiative folgt auf Trumps frühere Bemühungen, darunter die Einführung von Zöllen auf ausländische Medikamente, um den Preisdruck auf die Pharmaindustrie zu erhöhen.

Im Gegenzug für die neuen Verpflichtungen erhalten die Unternehmen dreijährige Zollbefreiungen. Präsident Trump äußerte sich optimistisch: "Ab nächstem Jahr werden die amerikanischen Arzneimittelpreise schnell und heftig sinken und bald die niedrigsten in der entwickelten Welt sein."

Details der Vereinbarungen

Die Kernpunkte der Vereinbarungen sehen vor, dass die Pharmaunternehmen die Preise für die meisten an Medicaid verkauften Medikamente auf das "Most-Favored-Nation"-Niveau senken. Dies bedeutet, dass die Preise den niedrigsten Preisen weltweit entsprechen werden. Zudem verpflichten sich die Unternehmen, alle neuen Medikamente zu Preisen einzuführen, die nicht höher sind als in anderen wohlhabenden Ländern.

Ein weiterer Bestandteil ist die Listung von Medikamenten auf TrumpRx.gov, einer 2025 angekündigten Regierungswebsite. Diese Plattform ermöglicht es Nutzern, vergünstigte verschreibungspflichtige Medikamente direkt von den Herstellern zu erwerben, wobei massive Rabatte für Barzahler versprochen werden. TrumpRx.gov wird die Medikamente nicht direkt verkaufen, sondern Verbraucher zu günstigeren Preisen leiten.

Konkrete Zusagen und Investitionen

Einzelne Unternehmen haben bereits spezifische Zusagen gemacht. Merck wird seine Diabetesmedikamente Januvia und Janumet (sowie Janumet XR) mit 70 % Rabatt auf die Listenpreise direkt an Verbraucher verkaufen. Bristol Myers Squibb wird sein Blutverdünner Eliquis ab dem 1. Januar 2026 kostenlos für Medicaid bereitstellen und ausgewählte Medikamente für Barzahler mit etwa 80 % Rabatt auf die Listenpreise anbieten.

Die beteiligten Unternehmen haben zudem zugesagt, über 150 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie in die Produktion in den USA zu investieren. Merck allein plant, über 70 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der heimischen Produktion und die Förderung von Innovationen bereitzustellen.

Beteiligte Unternehmen und Ausblick

Neben den neun neu hinzugekommenen Unternehmen hatten bereits fünf weitere Pharmafirmen zuvor Abkommen mit der Regierung geschlossen:

Präsident Trump erwartet, dass die verbleibenden drei großen Pharmaunternehmen – Regeneron Pharmaceuticals Inc. (NASDAQ:REGN), Johnson & Johnson (NYSE:JNJ) und AbbVie Inc. (NYSE:ABBV) – in der kommenden Woche oder zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls Deals bekannt geben werden. Die Vereinbarungen betreffen Behandlungen für chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Hepatitis B und C, HIV sowie bestimmte Krebsarten.

Expertenmeinungen und offene Fragen

Der Milliardär und Investor Mark Cuban bewertete TrumpRx.gov mit der Note "B". Er sieht Potenzial in dem Programm, ist jedoch der Meinung, dass es erst ein "A" verdienen würde, wenn es Apotheken-Benefit-Manager dazu zwingt, ihr Verhalten zu ändern.

Experten äußern jedoch auch Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Auswirkungen auf Medicaid-Patienten. Darius Lakdawalla, Chief Scientific Officer am Schaeffer Center der University of Southern California, merkt an, dass Medicaid bereits einen gesetzlichen "Best Price"-Schutz hat, der den niedrigsten Preis für jeden US-Handelszahler garantiert. Dies könnte den Effekt der "Most-Favored-Nation"-Preise für Medicaid-Empfänger dämpfen, obwohl es den Bundesstaaten Geld sparen könnte. Ein White House-Beamter betonte jedoch, es gehe um "Gerechtigkeit im Gesundheitswesen".

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