
Trump fordert Zinssenkung: Iran-Konflikt treibt Energiepreise und Inflation an
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Präsident Donald Trump hat erneut die US-Notenbank Federal Reserve und ihren Vorsitzenden Jerome Powell aufgefordert, die Zinsen umgehend zu senken. Diese Forderung kommt inmitten steigender Energiepreise, die durch den Iran-Konflikt angeheizt werden und die Inflation verstärken, was wiederum Trumps Versprechen, die Kosten für Amerikaner zu senken, erschwert.
Trump fordert sofortige Zinssenkung
Donald Trump hat Jerome Powell, den Vorsitzenden der Federal Reserve, öffentlich dazu gedrängt, die Zinsen sofort zu senken, anstatt das nächste reguläre Treffen abzuwarten. In einem Truth Social Post bezeichnete Trump Powell spöttisch als "Jerome 'Too Late' Powell" und forderte eine umgehende Zinssenkung.
Diese Äußerungen erfolgen kurz vor dem Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) am 17. März, bei dem das zwölfköpfige Gremium über den Leitzins entscheiden wird. Dieser Referenzzinssatz beeinflusst maßgeblich die Kreditkosten für Verbraucher und Unternehmen, darunter Hypotheken, Autokredite und Kreditkarten.
Trump, der Powell 2017 für das Amt nominierte, hat seine öffentliche Kampagne in den letzten Monaten intensiviert. Er fordert Zinssätze von bis zu 1 Prozent, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Die Fed hat die Zinsen bereits von 4,25-4,5 Prozent auf 3,50-3,75 Prozent gesenkt, doch Trumps Angriffe auf Powell und die Zentralbank halten an.
Iran-Konflikt treibt Energiepreise und Inflation an
Der Konflikt mit Iran hat zu einem Anstieg der Energiepreise geführt, was den Inflationsdruck erhöht, den die Fed genau beobachtet. Dies erschwert Trumps Versprechen, die Lebenshaltungskosten für Amerikaner zu senken.
Die Ölpreise überschritten diese Woche erstmals seit 2022 die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Dies ist eine Folge des U.S.-israelischen Konflikts mit Iran, der die globalen Märkte verunsichert und das Risiko einer Verknappung des Angebots einpreist.
Mit steigenden Ölpreisen ziehen auch die Preise für Benzin und Diesel schnell an, was die Amerikaner belastet und die Republikaner vor den Zwischenwahlen vor neue Herausforderungen stellt. Der Konflikt droht zudem globale Lieferketten zu beeinträchtigen.
Auswirkungen auf die Märkte
Der Iran-Konflikt droht die positiven Marktentwicklungen, die Präsident Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit oft als Erfolg seiner Präsidentschaft anführte, zu untergraben. Dazu gehörten steigende Aktienkurse, fallende Anleiherenditen und ein schwächerer US-Dollar. Trump hatte oft Rekord-Aktienkurse angepriesen, wie den Dow, der letzten Monat 50.000 Punkte erreichte.
Aktuell führt der Konflikt zu fallenden Aktienkursen und steigenden Anleiherenditen sowie einem stärkeren Dollar. Der Dow Jones ist seit seinem jüngsten Rekordhoch am 10. Februar um mehr als 5 Prozent gefallen, und der S&P 500 liegt in diesem Monat 1,5 Prozent im Minus und ist für das Jahr im roten Bereich.
Sameer Samana vom Wells Fargo Investment Institute sieht den Konflikt im Nahen Osten als Hauptursache für Marktschwankungen. Mike Skordeles von Truist betont, dass die Dauer des Konflikts entscheidend für die weitere Marktentwicklung sein wird.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ist seit Beginn des Konflikts von 3,96 Prozent auf 4,22 Prozent gestiegen, da Anleger aus Sorge vor höherer Inflation Anleihen verkaufen. Steigende Renditen erhöhen die Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft, einschließlich der Hypothekenzinsen.
Die Unabhängigkeit der Fed unter Druck
Trumps erneute Forderungen verschärfen die langjährige Spannung zwischen dem Weißen Haus und einer Institution, die für ihre Unabhängigkeit konzipiert ist. Fed-Beamte betonen stets, dass Zinsentscheidungen auf Wirtschaftsdaten und nicht auf politischem Druck basieren.
Obwohl die Fed in Krisenzeiten, wie zuletzt 2020 während der COVID-19-Pandemie, auch zwischen den regulären Sitzungen die Zinsen gesenkt hat, sind solche Schritte unüblich.
Die Spannungen haben sich über die Geldpolitik hinaus ausgeweitet. Bundesstaatsanwälte haben eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet, die mit Powells früherer Aussage vor dem Kongress über Kostenüberschreitungen bei der Renovierung des Fed-Hauptquartiers zusammenhängt.
Powell bezeichnete die Untersuchung in einer seltenen Videoerklärung als "beispiellos" und als weiteren Angriff in Trumps Druckkampagne auf die Zentralbank zur Zinssenkung. Die politischen Einsätze sind hoch, da Powells Amtszeit als Vorsitzender am 15. Mai endet. Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als seinen Nachfolger nominiert.