Trump verhängt 25% Zölle auf High-End-KI-Chips: Nationale Sicherheit und "Chip-Steuer" für China

Trump verhängt 25% Zölle auf High-End-KI-Chips: Nationale Sicherheit und "Chip-Steuer" für China

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Die US-Regierung unter Donald Trump hat neue Zölle auf den Import bestimmter High-End-Computerchips eingeführt. Diese Maßnahme, die einen 25-prozentigen Aufschlag auf Produkte wie Nvidias H200 und AMDs MI325X vorsieht, zielt darauf ab, die nationale Sicherheit zu stärken und die heimische Chip-Produktion zu fördern. Gleichzeitig wird ein einzigartiger Mechanismus für den Export dieser Chips nach China etabliert.

Neue Zölle auf High-End-Chips

Am Mittwoch (14. Januar) verhängte Donald Trump einen neuen 25-prozentigen Zoll auf den Import bestimmter High-End-Computerchips. Diese Maßnahme zielt auf Hardware ab, die für den KI-Boom zentral ist, und schließt gleichzeitig Ausnahmen ein, um die Tech-Fertigung in den USA zu fördern. Laut einem Fact Sheet des Weißen Hauses betrifft der Zoll "bestimmte fortschrittliche Computerchips", darunter Nvidias H200-Prozessor und AMDs MI325X.

Chips, die zur Unterstützung des Aufbaus der US-Technologie-Lieferkette ins Land gebracht werden, sollen von der Regelung ausgenommen sein. Auch Importe, die mit der Stärkung der heimischen Fertigungskapazitäten für Halbleiterderivate verbunden sind, sind von der Abgabe befreit. Die Politik zielt darauf ab, "nicht-essenzielle" oder strategische Zielflüsse zu bestrafen, während sie versucht, für den US-Aufbau notwendige Inputs nicht zu beeinträchtigen.

Nationale Sicherheit als Begründung

Trump berief sich auf nationale Sicherheitsbedenken und zitierte Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962. Dieser erlaubt Präsidenten, Handelsbeschränkungen zu verhängen, wenn Importe ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die USA produzieren derzeit nur etwa 10 Prozent der benötigten Chips selbst, was eine starke Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten, beispielsweise aus Taiwan, zur Folge hat. Diese Abhängigkeit wird als erhebliches wirtschaftliches und nationales Sicherheitsrisiko eingestuft.

Die Proklamation zielt auch auf "Importe von Halbleitern, Halbleiterfertigungsanlagen und deren Derivatprodukten aus jedem Land" ab. Dies passt zu einem breiteren sicherheits- und industriepolitischen Vorstoß, der auch die Versorgung mit kritischen Mineralien umfasst.

Trumps Agenda und zukünftige Schritte

Der Zoll steht im Einklang mit Trumps breiterer Agenda, die fortschrittliche Fertigung in die USA zurückzuholen und im KI-Rennen die Führung zu behalten. Nvidia, dessen Chips den Großteil der Rechenzentren für KI-Dienste antreiben, war ein Schwerpunkt dieses Plans. Die Regierung signalisierte zudem, dass dieser Schritt ein erster sein könnte. Zukünftig könnten die Zölle auf eine breitere Palette von Halbleitern und verwandten Produkten ausgeweitet werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Trump Zölle von bis zu 100 Prozent auf Chips und Halbleiter in den Raum gestellt, mit der Möglichkeit für Unternehmen, diese durch Investitionen in die US-Produktion zu vermeiden. Im Jahr 2025 importierten die USA laut Regierungsstatistiken Computerchips und zugehörige Maschinen im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar.

Der "Chip-Steuer"-Mechanismus für China-Exporte

Die neuen Zölle etablieren eine ungewöhnliche Regelung, die zwischen für den Inlandsgebrauch importierten Halbleitern und solchen unterscheidet, die für den Reexport in andere Länder, insbesondere China, bestimmt sind. Trump hatte zuvor erklärt, dass Nvidia bestimmte fortschrittliche Chips, insbesondere den H200, nach China verkaufen dürfe, unter der Bedingung, dass die US-Regierung 25 Prozent des Erlöses erhält. "Wir erlauben ihnen das, aber die Vereinigten Staaten erhalten 25 Prozent der Chips in Bezug auf den Dollarwert, und ich denke, das ist ein sehr guter Deal", sagte Trump am Mittwoch.

Nvidia kommentierte die Zölle nicht direkt, erklärte aber in einer früheren Stellungnahme, die Exportregeln dieser Woche fänden "eine durchdachte Balance, die großartig für Amerika ist." AMD gab an, sich an Exportkontrollen zu halten.

Expertenmeinungen und Marktunsicherheit

Paul Triolo, Partner bei der Albright Stonebridge Group in Washington, äußerte sich zur Neuartigkeit dieses Ansatzes. Er sagte, es gebe "keinen Präzedenzfall für diese Art von Ansatz bei Zöllen und der Halbleiterpolitik" und die Politik sei speziell darauf ausgelegt, Nvidia und AMD den Versand fortschrittlicher GPUs nach China zu ermöglichen, wobei die US-Regierung eine "Chip-Steuer" erhebt, ohne bestehende Gesetze zu verletzen. Es sei jedoch unklar, ob dieser Ansatz dem letztendlichen Ziel helfen werde, mehr Chips im Inland zu produzieren.

Chris McGuire vom Council on Foreign Relations merkte an, dass Trumps Maßnahmen die wachsende Dominanz Chinas im Segment der minderwertigen Chips, die in Konsumgütern und Waffen gleichermaßen verbreitet sind, nicht adressieren. Für die Märkte bedeutet dies eine erneute politische Unsicherheit bezüglich der Chip-Handelsströme und der Preissetzungsmacht im High-End-Bereich der KI-Berechnung. Die Ausnahmen mildern zwar die breitesten "Kostenschock"-Befürchtungen, doch der Hinweis des Weißen Hauses auf mögliche weitere Zölle hält das Schlagzeilenrisiko hoch, insbesondere für Unternehmen und Länder, die in grenzüberschreitende Chip-Montage- und Reexportketten eingebunden sind.

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