Trump-Zölle gekippt: Demokraten fordern Milliarden-Rückerstattungen für US-Bürger

Trump-Zölle gekippt: Demokraten fordern Milliarden-Rückerstattungen für US-Bürger

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Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs, das Trumps Zölle unter dem IEEPA für unrechtmäßig erklärte, fordern führende Demokraten die Rückzahlung von Milliarden Dollar an US-Bürger. Gouverneure wie Gavin Newsom und JB Pritzker verlangen Rückerstattungen von bis zu 1.751 US-Dollar pro Familie, während die Trump-Regierung die Wahrscheinlichkeit solcher Zahlungen als gering einschätzt.

Supreme Court kippt Trump-Zölle

Am Freitag fällte der Oberste Gerichtshof der USA ein Urteil, das die von Präsident Donald Trump unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärte. Das Gericht befand, dass Trump seine Befugnisse als Präsident überschritten hatte, als er diese Zölle zur nationalen Sicherheit einführte. Diese Entscheidung betrifft Zölle, die laut Penn Wharton Budget Model etwa 60 % der monatlichen US-Zolleinnahmen ausmachten.

Demokraten fordern Rückerstattungen

Unmittelbar nach dem Urteil forderten demokratische Politiker die Rückzahlung der durch die Zölle entstandenen Kosten an die amerikanischen Bürger. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom verlangte von Trump, das Geld "sofort zurückzuzahlen", und sprach von einer Belastung von 1.751 US-Dollar pro Familie. Er bezeichnete die Zölle als "Vanity Play" und "illegale Aktion", die Hunderte Milliarden Dollar von Arbeitnehmern, der Agrargemeinschaft und Kleinunternehmen abgezogen habe.

Illinois' Gouverneur JB Pritzker sandte einen Brief an Trump, in dem er eine Rückerstattung von 1.700 US-Dollar für jede Familie in Illinois forderte. Er machte die Zölle für "verheerende Auswirkungen auf Landwirte", "verärgerte Verbündete" und "explodierende Lebensmittelpreise" verantwortlich und stellte eine Rechnung über 8,6 Milliarden US-Dollar für über 5,1 Millionen Familien aus, die als "PAST DUE - DELINQUENT" gekennzeichnet war. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, kommentierte Pritzker's Forderung, indem er sagte, wenn Pritzker "wirklich an wirtschaftlicher Entlastung für Illinois interessiert wäre, würde er bei seiner eigenen Landesregierung anfangen, anstatt einer weiteren dummen Schlagzeile nachzujagen."

Auch Kongressdemokraten, darunter Senatorin Elizabeth Warren, drängen auf die Rückgabe von Zolleinnahmen an Steuerzahler. Die Gouverneure Newsom und Pritzker, die beide als potenzielle Präsidentschaftskandidaten für 2028 gelten, waren in der Vergangenheit scharfe Kritiker Trumps.

Die Kosten der Zölle für US-Haushalte

Die Forderungen der Gouverneure basieren auf einem Bericht des Joint Economic Committee der Demokraten. Dieser Bericht schätzte, dass amerikanische Familien zwischen Februar 2025 und Januar 2026 durchschnittlich 1.745 US-Dollar an Zollkosten trugen, was einer Gesamtsumme von über 231 Milliarden US-Dollar entspricht. Studien von Institutionen wie der Harvard Business School, The Budget Lab at Yale und dem Penn Wharton Budget Model haben ebenfalls gezeigt, dass die Kosten der Zölle größtenteils von amerikanischen Unternehmen und Verbrauchern getragen werden. Das Penn Wharton Budget Model schätzt, dass Unternehmen bis zu 165 Milliarden US-Dollar an IEEPA-Zollerstattungen zustehen könnten.

Trumps Reaktion und neue Zollpläne

Präsident Trump verurteilte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs scharf und bezeichnete sie als "lächerlich". Er griff die Richter an, die er selbst nominiert hatte, darunter Neil Gorsuch und Amy Coney Barrett, sowie den Obersten Richter John Roberts, und warf ihnen vor, nicht parteiisch genug zu sein. Trump beschuldigte sie, "ausländischen Ländern, die uns seit Jahren ausnehmen, zu erlauben, dies weiterhin zu tun".

Trotz des Urteils kündigte Trump an, weitere Zölle über andere Wege zu verfolgen. Er unterzeichnete bereits eine Anordnung zur Einführung eines globalen 10%-Zolls auf alle Importe, basierend auf seiner Autorität gemäß Sektion 122 des Trade Act von 1974. Diese Bestimmung erlaubt dem Präsidenten, temporäre Importzuschläge von bis zu 15 % für maximal 150 Tage zu verhängen, um "große und ernsthafte Zahlungsbilanzdefizite" zu adressieren.

Unsicherheit über mögliche Rückerstattungen

Trotz der Forderungen der Demokraten herrscht große Unsicherheit darüber, ob und wie Rückerstattungen erfolgen könnten. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs äußerte sich nicht zur Frage der Zollerstattungen. Auf die Frage, ob die Regierung nun Rückerstattungen leisten müsse, antwortete Trump: "Ich schätze, das muss in den nächsten zwei Jahren gerichtlich geklärt werden."

Finanzminister Scott Bessent äußerte sich skeptisch und sagte, es sei "unwahrscheinlich", dass Amerikaner Zollerstattungen erhalten würden. Er vermutet, dass sich der Prozess "Wochen, Monate, Jahre" hinziehen könnte.

Der Weg zu einer Rückzahlung: Ein komplexes Unterfangen

Derzeit gibt es keine etablierten Verfahren oder Portale, über die Unternehmen oder Verbraucher automatisch Zollerstattungen beantragen könnten. Experten wie Paul Ashworth, Chefökonom für Nordamerika bei Capital Economics, erwarten einen "langen Rechtsstreit" um diese Rückerstattungen. Wayne Winegarden, Senior Fellow für Wirtschaft am Pacific Research Institute, bezeichnete die Bearbeitung von Milliarden Dollar an Zollerstattungen als "beispiellosen" Schritt. Er geht davon aus, dass Unternehmen aktiv Anträge stellen müssen, da die Regierung diese nicht freiwillig anbieten wird. Winegarden merkte an, dass einige Unternehmen möglicherweise zögern könnten, Rückerstattungen zu beantragen, aus Sorge, Präsident Trump zu verärgern.

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