Trumps East Wing Umbau: Private Spenden, Anonymität und Gerichtsstopp

Trumps East Wing Umbau: Private Spenden, Anonymität und Gerichtsstopp

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Ein kürzlich enthülltes Abkommen zwischen dem Weißen Haus, dem National Park Service (NPS) und der gemeinnützigen Organisation Trust for the National Mall gibt Einblicke in die Finanzierung des 400 Millionen US-Dollar teuren Umbaus des East Wing des Weißen Hauses unter Präsident Trump. Das 14-seitige Dokument, das von der Interessenvertretung Public Citizen über den Freedom of Information Act (FOIA) erlangt und CBS News zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die komplexen Mechanismen hinter dem Großprojekt.

Einblick in die Finanzierungsstruktur

Das im Oktober 2025 von den Parteien unterzeichnete Abkommen ermächtigt den Trust for the National Mall, Spenden in ausreichender Höhe zur Deckung aller Projektkosten anzunehmen, wie vom Weißen Haus festgelegt. Für die gesammelten Gelder erhält der Trust eine Gebühr von 2,5 Prozent, die bei Beträgen über 200 Millionen US-Dollar auf 2 Prozent sinkt. Bei einer vollständigen Finanzierung von 400 Millionen US-Dollar, wie von Präsident Trump angegeben, würde der Trust voraussichtlich rund 9 Millionen US-Dollar erhalten.

Jon Golinger, ein Demokratie-Verfechter von Public Citizen, kommentierte die Enthüllung des Dokuments: "Dies ist das erste Mal, dass wir uns nicht auf das Wort des Weißen Hauses verlassen müssen – wir können die Details dieses Schemas schwarz auf weiß sehen." Der Trust for the National Mall ist ein langjähriger philanthropischer Partner des NPS und hat bereits bei kleineren Bauprojekten wie dem Tennispavillon und der Modernisierung des Rosengartens mit dem Weißen Haus zusammengearbeitet.

Anonymität der Spender im Fokus

Ein zentraler Punkt des Abkommens ist die Zusicherung, die Anonymität und Privatsphäre von Spendern zu wahren, die dies wünschen. Bislang hat das Weiße Haus die Namen von etwa drei Dutzend Einzel- und Unternehmensspendern genannt, sich jedoch geweigert, die Höhe der jeweiligen Spenden offenzulegen. Das Weiße Haus ist gemäß der Vereinbarung dafür verantwortlich, potenzielle Spender für das Projekt im Namen des NPS zu identifizieren und an den Trust zu verweisen, wobei angegeben wird, ob der Spender anonym bleiben möchte.

Jon Golinger betont: "Dieses Dokument zeigt, dass anonyme Spenden das Herzstück dieser Vereinbarung sind." Ein Sprecher des Trusts erklärte, dass der Trust die Namen der Spender in seinen jährlichen Berichten, auf seiner Website und in den IRS 990-Steuererklärungen offenlege, wie es gesetzlich vorgeschrieben und nach philanthropischen Best Practices üblich sei. Gleichzeitig respektiere man den Wunsch einiger Spender nach Anonymität, unter Einhaltung aller geltenden Gesetze und Vorschriften. Die Rolle des Trusts beschränkt sich dabei auf die Verwaltung der Spenden, ohne Beteiligung an Design, Planung, Bau oder Ausführung des Projekts.

Ausländische Spender sind von Spenden ausgeschlossen. Bei Spenden über 25.000 US-Dollar ist der Trust verpflichtet, "angemessene Anstrengungen zu unternehmen", um festzustellen, ob der Spender in laufende Rechtsstreitigkeiten mit dem Innenministerium verwickelt ist oder eine Geschäfts- oder Genehmigungsbeziehung mit dem NPS unterhält oder anstrebt. Das Abkommen verhindert jedoch keine Beiträge von Spendern, die Geschäfte mit anderen Komponenten der Bundesregierung tätigen. So spendete beispielsweise Amazon an das Projekt und hat Bundesverträge im Wert von Milliarden.

Chronologie und Umfang des Projekts

Die Spendensammlung begann bereits fast einen Monat, bevor der Trust die Vereinbarung mit der Regierung unterzeichnete. Potenzielle Spender erhielten bereits um den 15. September 2025 Zusagenformulare, obwohl der Vertrag mit dem Weißen Haus erst am 8. Oktober vollständig unterzeichnet wurde. Die Zusagenformulare vom Mitte September erwähnten lediglich, dass Spenden "zur Unterstützung des White House Ballroom" verwendet werden sollten. Der Oktober-Vertrag präzisiert jedoch, dass die Spenden für die "Finanzierungsbedürfnisse für das East Wing Modernization and State Ballroom project im Weißen Haus" zu verwenden sind.

Am 20. Oktober begannen die Abrissarbeiten am East Wing, obwohl der Präsident zuvor versprochen hatte, dass der Anbau das bestehende Gebäude nicht beeinträchtigen würde. Ein Beamter des Weißen Hauses erklärte im Januar, dass strukturelle Instabilität, Wasserschäden und Schimmel den Abriss des Gebäudes zur kostengünstigsten Option machten. Die Entwurfspläne sehen neben dem neuen Ballsaal auch Büroräume, ein Kino, eine Küche und eine zweistöckige Kolonnade vor, die die Einrichtungen mit dem Hauptgebäude des Weißen Hauses verbindet. Ein unterirdischer Bunker soll zudem sensible militärische und medizinische Infrastruktur beherbergen. Das Abkommen erwähnt die unterirdischen Bauarbeiten nicht, was darauf hindeutet, dass diese Komponenten wahrscheinlich mit Steuergeldern saniert werden. Die Kosten für die unterirdische Modernisierung wurden von Beamten des Weißen Hauses noch nicht beziffert.

Juristische Hürden und Kontroversen

Das Bauvorhaben ist auf juristische Hürden gestoßen. Richter Richard Leon vom U.S. District Court ordnete kürzlich einen Baustopp für die oberirdischen Arbeiten an, bis der Umbau des East Wing die Zustimmung des Kongresses erhält. Ein Berufungsgericht hat jedoch inzwischen die Fortsetzung der Bauarbeiten bis mindestens Anfang Juni erlaubt. Richter Leon hat auch den Finanzierungsmechanismus in Frage gestellt, der vorsieht, dass der Trust Hunderte Millionen an privaten Spenden sammelt und das Geld an den NPS übergibt, der es dann an das Weiße Haus weiterleitet. Leon beschrieb diese Anordnung in einem kürzlichen Urteil als "Rube-Goldberg-Apparat".

Die National Trust for Historic Preservation, eine gemeinnützige Organisation, reichte eine Klage ein und argumentierte, dass Präsident Trump seine Befugnisse überschritten habe, als er den historischen East Wing abreißen ließ und mit dem Bau ohne Genehmigung des Kongresses begann. Richter Leon gab dem Antrag auf eine einstweilige Verfügung statt und betonte: "Wo lässt uns das? Unglücklicherweise für die Beklagten muss der Bau gestoppt werden, es sei denn und bis der Kongress dieses Projekt durch eine gesetzliche Genehmigung segnet!" Die Entscheidung von Leon, einem von George W. Bush ernannten Richter, hält das 90.000 Quadratfuß große Ballsaalprojekt vorerst auf Eis, während der Rechtsstreit andauert. Die Trump-Administration verteidigte das Projekt als zulässige Modernisierung, die die Infrastruktur verbessern, die Sicherheit erhöhen und die Belastung der Executive Mansion verringern soll. Ein Gremium der U.S. Commission of Fine Arts, das ausschließlich aus von Trump ernannten Mitgliedern besteht, stimmte dem Entwurf im Februar mit 6:0 zu.

Erwähnte Persönlichkeiten