Trumps Zölle: Rekord-Dow vs. 1.300 $ Kosten für US-Haushalte

Trumps Zölle: Rekord-Dow vs. 1.300 $ Kosten für US-Haushalte

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Donald Trump schreibt die jüngsten Rekordstände an der Wall Street, darunter den Dow Jones bei 50.000 Punkten, seinen aggressiven Handelspolitiken und Zöllen zu. Doch während der ehemalige Präsident die Vorteile seiner Tarifstrategie hervorhebt, zeigen aktuelle Berichte, dass diese Maßnahmen US-Haushalte jährlich mit durchschnittlich 1.000 US-Dollar belasten und diese Kosten weiter steigen könnten.

Trumps Tarif-Rhetorik und Rekordstände an der Wall Street

Der ehemalige Präsident Donald Trump hat die historischen Meilensteine an der Wall Street, wie den Dow Jones, der letzte Woche die Marke von 50.000 Punkten erreichte, und den S&P 500 bei 7.000 Punkten, seinen aggressiven Handelspolitiken zugeschrieben. Auf Truth Social erklärte Trump, dass "TARIFFS uns wirtschaftliche und nationale Sicherheit gegeben haben" und warnte republikanische Abgeordnete, die sich seiner Tarifstrategie widersetzten. Er betonte zudem, dass das Handelsdefizit um 78% reduziert worden sei.

In einem weiteren Beitrag auf Truth Social, als der Dow Jones die 50.000er-Marke erreichte, schrieb Trump: "Rekord-Aktienmarkt und nationale Sicherheit, angetrieben durch unsere großartigen ZÖLLE." Er fügte hinzu, dass er "mit allem Recht hatte" und prognostizierte einen Dow von 100.000 Punkten bis zum Ende seiner Amtszeit.

Die Kehrseite der Medaille: Steigende Kosten für US-Haushalte

Entgegen Trumps Behauptungen über die Vorteile der Zölle, zeigt ein Bericht der Tax Foundation, dass seine Tarife US-Haushalte im Jahr 2025 durchschnittlich 1.000 US-Dollar kosteten. Diese Zahl wird voraussichtlich auf 1.300 US-Dollar pro Haushalt im Jahr 2026 ansteigen, sollten die Zölle beibehalten werden. Die Studie warnt, dass diese Kosten die Vorteile jüngster Steuersenkungen zunichtemachen könnten, insbesondere für Geringverdiener.

Der Bericht hebt hervor, dass der gewichtete durchschnittliche angewandte Zollsatz auf alle Importe am 6. Februar auf 13,5% gestiegen ist, während der durchschnittliche effektive Zollsatz 9,9% erreichte. Dies ist der höchste durchschnittliche effektive Satz seit 1946. Obwohl die erwarteten inflationären Auswirkungen dieser Zölle nicht vollständig eingetreten sind, sehen sich die Amerikaner weiterhin erheblichen finanziellen Belastungen gegenüber.

Wer trägt die Last der Zölle? Experten widersprechen Trumps Darstellung

Die Behauptung, dass ausländische Länder die Kosten der Zölle tragen, wird von Wirtschaftsexperten weitgehend widerlegt. Eine Untersuchung des Kiel Institute for the World Economy, die Sendungen im Wert von 4 Billionen US-Dollar zwischen Januar 2024 und November 2025 analysierte, kommt zu dem Schluss, dass US-Importeure und -Konsumenten 96% der Zolllast tragen. Julian Hinz, Forschungsdirektor des deutschen Think Tanks, stellte fest: "Die Behauptung, dass ausländische Länder diese Zölle zahlen, ist ein Mythos."

Ähnliche Ergebnisse lieferten Ökonomen von Goldman Sachs, die berichteten, dass US-Unternehmen und Konsumenten im Oktober 2025 gemeinsam 84% der Zölle zahlten. Sie schätzen, dass die Konsumenten allein bis Juli 2026 67% der Last tragen werden. Eine von Trump zitierte Studie der Harvard Business School, die angeblich seine Behauptung untermauern sollte, kam tatsächlich zu dem gegenteiligen Schluss, dass US-Konsumenten bis zu 43% und US-Firmen den Rest der Zolllast trugen.

Zölle wirken effektiv als Verbrauchssteuer, die die Kaufkraft der Konsumenten reduziert und die Inputkosten für Unternehmen erhöht. Da Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen etwa 85% des BIP ausmachen, drohen Zölle das Wirtschaftswachstum zu verlangsamen. Federal Reserve Governor Stephen Miran kritisierte die Darstellung, dass Amerikaner die Zollkosten allein tragen, und deutete an, dass Bilanzierungspraktiken die wahre Belastung verschleiern könnten.

Politische Reaktionen und Markt-Warnsignale

Die Handelspolitik Trumps stößt auch auf politischen Widerstand. Das Repräsentantenhaus verabschiedete eine Resolution zur Aufhebung von Trumps Zöllen auf Kanada, wobei sich sechs Republikaner den Demokraten anschlossen. Demokratische Abgeordnete nutzten den Bericht der Tax Foundation, um die Zollpolitik scharf zu kritisieren.

  • Rep. Nellie Pou (D-N.J.) schrieb auf X: "$1.000 weniger für den Hauskauf. $1.000 weniger für den Lebensmitteleinkauf. $1.000 weniger auf Ihrem Sparkonto. Sie haben letztes Jahr dank Donald Trump $1.000 mehr bezahlt."
  • Sen. Andy Kim (D-N.J.) ergänzte: "Das ist eine Steuer für Sie. Sie haben wegen Trump $1.000 mehr an Steuern gezahlt."
  • Rep. Malcolm Kenyatta (D-Pa.) fragte: "Macht es uns großartig, jedes Jahr zusätzlich 1.000 Dollar zu zahlen, damit der Präsident und seine Familie Milliarden an Bargeld einstreichen?"

Abseits der direkten Kosten signalisiert auch der Aktienmarkt mögliche Risiken. Der S&P 500 verzeichnete im Januar 2026 eine der höchsten Bewertungen seiner Geschichte. Das durchschnittliche zyklisch angepasste Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) des S&P 500 lag im Januar 2026 bei 39,9, die vierte aufeinanderfolgende monatliche Lesung über 39. Zuvor wurde ein monatliches CAPE-Verhältnis über 39 zuletzt im Oktober 2000 während des Dot-Com-Crashs verzeichnet. Historisch korrelieren Multiples über 39 mit düsteren zukünftigen Renditen.

Trump erwartet zudem eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die ihn möglicherweise zur Aufhebung seiner Zölle zwingen könnte.

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