
TSA-Gehälter kommen, doch Flughafen-Chaos und ICE-Präsenz bleiben
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US-Präsident Donald Trump hat eine Anordnung zur sofortigen Bezahlung der zehntausenden TSA-Mitarbeiter unterzeichnet, die über einen Monat lang ohne Lohn gearbeitet haben. Trotz dieser Maßnahme bleiben die Wartezeiten an großen US-Flughäfen lang, und die zur Unterstützung eingesetzten Einwanderungsbeamten könnten länger vor Ort bleiben.
Notstand bei der TSA: Gehaltszahlungen angeordnet
Am Freitag unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung, die das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) anweist, die Mitarbeiter der Transportation Security Administration (TSA) umgehend zu bezahlen. Diese Anordnung kommt, nachdem zehntausende TSA-Beamte über einen Monat lang ohne Lohn gearbeitet hatten. Die Finanzierung des DHS war am Valentinstag ausgelaufen, und der Teilstillstand der Regierung erreichte am Sonntag 44 Tage, womit er den Rekord von 43 Tagen vom letzten Herbst übertraf.
Tom Homan, der Grenzbeauftragte des Weißen Hauses, äußerte am Sonntag die Hoffnung, dass die TSA-Mitarbeiter bis Montag oder Dienstag bezahlt werden könnten. Er betonte: „Es sind gute Nachrichten, denn diese TSA-Beamten kämpfen. Sie können ihre Familien nicht ernähren oder ihre Miete bezahlen.“ Auch der Charlotte Douglas International Airport teilte auf X mit, dass Nachzahlungen für TSA-Agenten ab Montag eintreffen könnten, und forderte langfristige Lösungen für die Stabilität dieser wichtigen Arbeitskräfte.
Anhaltende Herausforderungen an US-Flughäfen
Trotz der Anordnung zur Bezahlung der TSA-Mitarbeiter forderten große US-Flughäfen am Sonntag Reisende weiterhin auf, Stunden früher anzureisen. Dies geschieht inmitten einer geschäftigen Reisezeit, da die Frühjahrsferien im Gange sind und Pessach sowie Ostern näher rücken. Der George Bush Intercontinental Airport in Houston warnte am Sonntagabend, dass die TSA-Wartezeiten vier Stunden oder länger erreichen könnten. Der Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta riet Passagieren, sowohl für Inlands- als auch für internationale Flüge mindestens vier Stunden früher zu erscheinen.
Auch der LaGuardia Airport meldete am Sonntagabend auf seiner Website, dass die „TSA-Schlangen derzeit länger als üblich“ seien. Der Baltimore-Washington International Airport (BWI) berichtete zwar, dass die „Wartezeiten an diesem Frühlingsferien-Sonntag stark nachgelassen“ hätten, bat aber dennoch Passagiere, mehrere Stunden früher zu erscheinen. Eine ähnliche Empfehlung gab der Louis Armstrong International Airport in New Orleans. Die drei Hauptflughäfen im Großraum New York City – LaGuardia, John F. Kennedy und Newark Liberty – zeigten am Sonntag wieder geschätzte Sicherheitswartezeiten an, warnten jedoch, dass diese aufgrund schneller Änderungen des Passagieraufkommens und der TSA-Personalstärke nicht immer die aktuellen Bedingungen widerspiegeln könnten.
Rolle der ICE-Agenten und Personalengpässe
Vor einer Woche wurden Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) an einigen Flughäfen eingesetzt, um bei der Sicherheit zu helfen, da die Ausfallraten bei der TSA landesweit gestiegen waren. Diese ICE-Beamten könnten nun vor Ort bleiben, falls die Personalengpässe bei der TSA anhalten. Tom Homan erklärte gegenüber CBS' „Face the Nation“, dass ICE „so lange da sein wird, wie sie uns brauchen, bis sie den normalen Betrieb wieder aufnehmen und das Gefühl haben, dass diese Flughäfen sicher sind.“
Homan wies auch darauf hin, dass die Situation davon abhängt, wie viele TSA-Agenten „tatsächlich gekündigt haben und nicht vorhaben, zur Arbeit zurückzukehren.“ Laut DHS haben seit Beginn des Stillstands fast 500 TSA-Mitarbeiter die Behörde verlassen. Der Gouverneur von Maryland, Wes Moore, teilte am Samstagabend auf X mit, dass weitere ICE-Agenten am BWI eingesetzt würden, um an den TSA-Sicherheitskontrollpunkten zu unterstützen und den Abfertigungsprozess für Passagiere zu beschleunigen – nicht zur Einwanderungsdurchsetzung.
Unsicherheit über die Rückkehr zur Normalität
Johnny Jones, Sekretär und Schatzmeister des TSA-Kapitels der American Federation of Government Employees, äußerte am Sonntag Bedenken, dass Mitarbeiter möglicherweise nicht ihre volle Nachzahlung erhalten, da die TSA-Leitung nur sehr kurzfristig über die Zahlungsabwicklung informiert wurde. Er berichtete auch von der Sorge der TSA-Agenten, dass ihnen die Bezahlung für Zeiten entgehen könnte, in denen sie nicht zur Arbeit erscheinen konnten, weil sie sich die Anreise nicht leisten konnten. Jones bezeichnete die Situation als „eine Katastrophe im Gange.“
Caleb Harmon-Marshall, ein ehemaliger TSA-Beamter, der den Reise-Newsletter „Gate Access“ betreibt, ist der Ansicht, dass sich die Personalkrise erst dann wesentlich verbessern wird, wenn die Beamten darauf vertrauen können, dass sie nicht erneut von ausbleibenden Gehaltszahlungen betroffen sein werden. Er schätzt, dass längere Schlangen noch ein bis zwei Wochen anhalten könnten. Jones hingegen zeigte sich optimistischer und hofft, dass sich die Wartezeiten wieder normalisieren, sobald die Mitarbeiter grundlegende Ausgaben wie Benzin für den Arbeitsweg wieder decken können. Die TSA muss zudem entscheiden, ob sie die aufgrund unzureichender Personalstärke geschlossenen oder konsolidierten Kontrollpunkte und Sicherheitsspuren an einigen Flughäfen wiedereröffnet. In den letzten Wochen verzeichneten einige Flughäfen tägliche Ausfallraten von 40 % oder mehr bei den TSA-Mitarbeitern.