
US-Angriffe auf Irans Kharg Island: Globale Ölmärkte in Alarmbereitschaft
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US-Präsident Donald Trump hat am Freitag bekannt gegeben, dass das U.S. Central Command einen umfassenden Bombenangriff auf Irans wichtigstes Rohölexportterminal, Kharg Island, durchgeführt hat. Dabei seien "jeder MILITÄRISCHE Zielpunkt" auf der Insel, die er als "Kronjuwel" der Nation bezeichnete, "völlig ausgelöscht" worden. Die Ölinfrastruktur wurde jedoch bewusst verschont, begleitet von einer scharfen Warnung an Teheran.
US-Angriffe auf Kharg Island
In einem Beitrag auf Truth Social erklärte Trump, die USA besäßen die mächtigsten und raffiniertesten Waffen der Welt, hätten sich aber entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören. Er riet dem iranischen Militär und anderen mit dem Regime verbundenen Personen, die Waffen niederzulegen und den Rest ihres Landes zu retten. In einem weiteren Post behauptete Trump, Irans Pläne, den gesamten Nahen Osten zu übernehmen und Israel auszulöschen, seien nun "tot".
Die kleine Insel im Persischen Golf ist das primäre Terminal, über das etwa 90 % der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Sie liegt etwa 16 Meilen vor der Küste Irans und rund 300 Meilen von der Straße von Hormus entfernt. Bis Freitag war die Insel bei früheren US- und israelischen Angriffen auf Iran verschont geblieben.
Trumps Warnung zur Straße von Hormus
Trotz der Schonung der Ölinfrastruktur drohte Trump mit härteren Maßnahmen, sollte die freie und sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus gestört werden. "Sollte Iran oder jemand anderes etwas unternehmen, um die freie und sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus zu stören, werde ich diese Entscheidung sofort überdenken", schrieb er. Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr, durch das etwa 20 % des weltweiten Ölangebots transportiert werden.
In einem Fox News Radio Interview mit Brian Kilmeade am Freitag sagte Trump, die USA würden bei Bedarf Schiffe durch die Straße von Hormus eskortieren. Er fügte hinzu, die USA würden Iran "in der nächsten Woche sehr hart treffen".
Irans Reaktion und die Ölpreise
Innerhalb weniger Stunden nach Trumps Ankündigung erklärten die iranischen Streitkräfte, jeder Angriff auf Irans Öl- und Energieinfrastruktur werde zu Gegenangriffen auf Energieinfrastrukturen von Ölunternehmen führen, die mit den Vereinigten Staaten in der Region kooperieren. Dies berichteten iranische Medien. Bereits einen Tag zuvor hatte der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad-Bagher Ghalibaf, gewarnt, Angriffe auf die Inseln an Irans südlicher Seegrenze würden Iran dazu veranlassen, "jede Zurückhaltung aufzugeben".
Experten befürchten, dass militärische Aktionen gegen Kharg Island die Ölpreise weiter in die Höhe treiben könnten, die seit Kriegsbeginn am 28. Februar bereits stark gestiegen sind. Neil Quilliam vom Chatham House Thinktank äußerte sich besorgt: "Wir könnten sehen, wie der am Montag erreichte Preis von 120 Dollar pro Barrel auf 150 Dollar steigt, wenn Kharg angegriffen würde." Die Insel sei für die globalen Energiemärkte zu wichtig.
Militärische Präsenz im Nahen Osten
Die jüngsten Entwicklungen gehen einher mit einer verstärkten militärischen Präsenz der USA in der Region. Ein US-Beamter teilte der Associated Press mit, das amerikanische Militär habe 2.500 Marines und das amphibische Angriffsschiff USS Tripoli in den Nahen Osten beordert. Marine Expeditionary Units sind in der Lage, amphibische Landungen durchzuführen, sind aber auch auf die Stärkung der Sicherheit von Botschaften, die Evakuierung von Zivilisten und die Katastrophenhilfe spezialisiert.
Die 31. Marine Expeditionary Unit sowie die Tripoli und andere amphibische Angriffsschiffe, die die Marines transportieren, sind in Japan stationiert und befanden sich laut Militärbildern bereits seit mehreren Tagen im Pazifik. Die Tripoli wurde von kommerziellen Satelliten allein in der Nähe von Taiwan gesichtet, was sie mehr als eine Woche von den Gewässern vor Iran entfernt positioniert. Bereits Anfang der Woche operierten zwölf Schiffe der Marine, darunter der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und acht Zerstörer, im Arabischen Meer.