
US Dollar im Fokus: Fed-Debatte, Jobs und der Franken im Aufwind
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Der US Dollar steht vor einer entscheidenden Woche, geprägt von der Veröffentlichung wichtiger Arbeitsmarktdaten und den Protokollen der letzten Fed-Sitzung. Während sich die Federal Reserve intern zwischen "Falken" und "Tauben" aufreibt, könnten die kommenden Informationen die Erwartungen an zukünftige Zinsanpassungen maßgeblich beeinflussen und den Devisenmarkt in Bewegung setzen.
Fed im Spannungsfeld: Falken gegen Tauben
Die Federal Reserve (Fed) befindet sich in einem internen Konflikt zwischen ihren "Falken" und "Tauben". Während "Taube" Christopher Waller angesichts einer Schwäche am Arbeitsmarkt auf eine Zinssenkung drängt, neigen die "Falken" dazu, die Zinsen unverändert zu lassen.
Kansas City Fed-Präsident Jeffrey Schmid äußert Bedenken, dass die Inflation über Tarife hinausgeht. Steigende Energie- und Gesundheitskosten sowie höhere Versicherungsprämien deuten darauf hin, dass die Inflation von derzeit 3% für einige Zeit nicht auf 2% zurückkehren wird. Cleveland Fed-Präsidentin Beth Hammack merkt an, dass die Inflation den Zielwert der Fed seit über vier Jahren überschreitet, und die Skala der Tarifanhebung macht hohe Preise zu keinem temporären Phänomen.
Zinsentscheidung im Fokus: Was die FOMC-Minuten verraten
Die Erwartungen an eine Zinssenkung im Dezember haben sich in den letzten Wochen deutlich reduziert. Die Wahrscheinlichkeit einer Senkung sank von 72% auf 48% in den letzten Wochen. Der Terminmarkt antizipiert jedoch, dass der Leitzins bis zum Ende des Zyklus von aktuell 3,75% auf 3,25% fallen wird, wobei die Frage nach Dezember offen bleibt.
Die Protokolle der Federal Open Market Committee (FOMC)-Sitzung vom 28. bis 29. Oktober werden am 20. November veröffentlicht. Bei dieser Sitzung wurde eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75% – 4,00% beschlossen.
Investoren befürchten, dass eine zu "falkenhafte" Rhetorik in den Minuten die Hoffnungen auf eine Lockerung im nächsten Monat zunichtemachen könnte. Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits nach der vorherigen Sitzung die Illusionen des Marktes über eine Zinssenkung zum Jahresende gedämpft und betont, dass eine weitere Senkung im Dezember "keine ausgemachte Sache" sei. Diese Spekulationen stützen aktuell die Käufe des US Dollar.
Arbeitsmarktdaten und ihre Auswirkungen
Nach dem Ende des US-Regierungsstillstands wird der Fluss der Wirtschaftsdaten wieder aufgenommen, um den Zustand der US-Wirtschaft zu aktualisieren. Am 20. November wird der Beschäftigungsbericht für September veröffentlicht.
Es wird erwartet, dass der Bericht einen Anstieg von 40.000 Arbeitsplätzen bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,3% zeigen wird. Sollte sich der Arbeitsmarkt weiter abkühlen, würde dies eine Lockerung im Dezember wieder zum Hauptszenario machen und Käufern von EUR/USD in die Hände spielen. Umgekehrt würden positive Daten den US Dollar stärken.
Der Schweizer Franken im Aufwind
Der Schweizer Franken (CHF) hat sich zu einem der Favoriten am Forex-Markt entwickelt, nachdem das Weiße Haus die Zölle auf Schweizer Waren von 39% auf 15% gesenkt hat. Die Erwartungen rund um dieses Ereignis hatten den Franken bereits gestärkt.
Laut Commerzbank dürfte der Höhepunkt des Anstiegs jedoch nicht allzu tief ausfallen, da die meisten guten Nachrichten bereits eingepreist sind. Die Zukunft des Währungspaares wird vom Zinsdifferenzial zwischen der Fed und der Schweizerischen Nationalbank abhängen.
US-Aktienmarkt und Unternehmensgewinne
Der US-Aktienmarkt zeigte gemischte Signale. Der Nasdaq 100 erholte sich von anfänglichen Verlusten, während "falkenhafte" Äußerungen von Fed-Sprechern die Erwartungen an eine Zinssenkung im Dezember dämpften und den Dow Jones belasteten.
Für die Woche fiel der Nasdaq um 0,21%, der S&P 500 gewann 0,32%, und der Dow Jones legte um 160 Punkte (+0,34%) zu. Die US-Gewinnsaison für das September-Quartal ist zu etwa 92% abgeschlossen, wobei 82% der Unternehmen die Erwartungen übertrafen (normalerweise 76%). Das Gewinnwachstum liegt bei 15,6% im Jahresvergleich, fast doppelt so hoch wie die Konsensprognose zu Beginn der Saison.