US-Finanzmärkte trotzen Powell-Untersuchung und Iran-Zöllen

US-Finanzmärkte trotzen Powell-Untersuchung und Iran-Zöllen

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Die US-Finanzmärkte haben sich diese Woche unbeeindruckt von der strafrechtlichen Untersuchung gegen Federal-Reserve-Chef Jerome Powell gezeigt, die als beispielloser Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank kritisiert wird. Trotz der politischen Turbulenzen erreichten wichtige Indizes neue Höchststände, während gleichzeitig neue US-Zölle gegen Handelspartner des Iran die globalen Handelsbeziehungen belasten könnten.

Untersuchung gegen Fed-Chef Powell: Eine beispiellose Eskalation

Federal-Reserve-Chef Jerome Powell wird von Bundesanwälten wegen der 2,5 Milliarden US-Dollar teuren Renovierung des Fed-Hauptquartiers und seiner diesbezüglichen Aussage vor dem Kongress im Juni untersucht. Dies gab Powell am Sonntagabend bekannt. Er äußerte die Vermutung, dass die Untersuchung die Frustration von Präsident Donald Trump über die Weigerung der Fed widerspiegele, die Zinssätze so aggressiv zu senken, wie er es gefordert hatte.

Die Untersuchung löste umgehend eine Welle parteiübergreifender Kritik aus. Eine Erklärung vom Montag, unterzeichnet von ehemaligen Fed-Vorsitzenden, Ökonomen und hochrangigen Beamten beider Parteien, bezeichnete die strafrechtliche Untersuchung als "beispiellosen Versuch, die Unabhängigkeit der Notenbank durch staatsanwaltschaftliche Angriffe zu untergraben". Auch republikanische Gesetzgeber, wie Senator Thom Tillis aus North Carolina, äußerten Bedenken und kündigten an, Trump-Ernennungen für die Fed zu blockieren. Lloyd Blankfein, ehemaliger CEO von Goldman Sachs, sprach sogar von einem "Versuch eines Mord-Selbstmordes" mehrerer US-Institutionen.

Die Reaktion der Märkte: Trotz politischer Turbulenzen auf Rekordkurs

Trotz des Aufruhrs um die Untersuchung stiegen die US-Märkte an. Der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average schlossen sogar auf neuen Höchstständen. Auch die asiatischen Märkte zeigten sich robust, und europäische Aktien wurden für Dienstag mit breiteren Gewinnen erwartet.

Die ehemalige Fed-Vorsitzende und Finanzministerin Janet Yellen zeigte sich "überrascht, dass der Markt nicht besorgter ist" und bezeichnete die Situation als "extrem beunruhigend". Jim Lebenthal, Chef-Marktstratege bei Cerity Partners, erklärte gegenüber CNBC jedoch, dass es kurzfristig "zu viele gute Dinge" für Anleger gebe, auf die sie sich konzentrieren könnten, wie eine gesunde Wirtschaft und gute Unternehmensgewinne.

Am Montag erreichte Gold ein Rekordhoch, offenbar aus Sorge vor höherer Inflation. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe stieg leicht auf 4,19 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanker auf der Sitzung vom 27. bis 28. Januar den Leitzins im aktuellen Bereich von 3,5 % bis 3,75 % halten, wurde von Händlern in Zins-Futures auf 95 % geschätzt.

Neue Handelsspannungen: Trumps Iran-Tarife und die Folgen für China

Die Märkte müssen sich jedoch auf weitere Hindernisse einstellen. Präsident Trump kündigte am Montag an, dass jedes Land, das Geschäfte mit dem Iran tätigt, mit einem US-Zoll von 25 % belegt werde. Obwohl China in seinem Post auf Truth Social nicht explizit erwähnt wurde, ist das Land der größte Handelspartner des Iran.

Analysten warnen, dass diese neuen Zölle den ohnehin schon fragilen Handelsfrieden zwischen Peking und Washington komplizieren oder sogar Vergeltungsmaßnahmen Chinas auslösen könnten. Die Unruhen im Iran, die Ende Dezember über steigende Preise und den Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft begannen, bilden den Hintergrund für diese Eskalation.

Der breitere Kontext: Unabhängigkeit der Notenbank unter Druck

Die Auseinandersetzung um die Untersuchung ist Teil eines längerfristigen Machtkampfes zwischen Präsident Trump und der Federal Reserve. Powell betonte in seiner Erklärung, dass die "Drohung strafrechtlicher Anklagen eine Konsequenz davon ist, dass die Federal Reserve die Zinssätze auf der Grundlage unserer besten Einschätzung dessen festlegt, was der Öffentlichkeit dient, anstatt den Präferenzen des Präsidenten zu folgen."

Die Federal Open Market Committee (FOMC) hatte in den letzten drei Sitzungen – im September, Oktober und Dezember – die Zinssätze um jeweils 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Präsident Trump hatte jedoch monatelang öffentlich Druck ausgeübt, die Zinsen früher und aggressiver zu senken. Der Oberste Gerichtshof hatte im Mai die Fed-Beamten von Trumps Entlassungsbefugnis ausgenommen, doch der Machtkampf dauert an. Trump bestritt in einem NBC News Interview am Sonntag, von den Vorladungen gewusst zu haben, kritisierte Powell aber als "nicht sehr gut bei der Fed" und "nicht sehr gut im Bauen von Gebäuden".

Ausblick: Weitere Unsicherheiten am Horizont

Angesichts der rasanten Entwicklungen der letzten Wochen müssen sich Anleger möglicherweise auf weitere Herausforderungen in den kommenden Tagen einstellen. Die Kombination aus politischer Unsicherheit bezüglich der Fed-Unabhängigkeit und potenziellen neuen Handelskonflikten könnte die Volatilität an den Märkten erhöhen.

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