
US-Großhandelspreise steigen unerwartet stark im Februar
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Die US-Großhandelspreise sind im Februar deutlich stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet. Dieser Anstieg, der sich insbesondere in den Dienstleistungs- und Nahrungsmittelkosten widerspiegelt, signalisiert anhaltenden Inflationsdruck und könnte die Entscheidungen der Federal Reserve bezüglich der Zinspolitik beeinflussen.
Großhandelspreise übertreffen Erwartungen deutlich
Der Erzeugerpreisindex (PPI), ein Maß für die Kosten, die Produzenten für ihre Produkte erhalten, stieg im Februar saisonbereinigt um 0,7 % gegenüber dem Vormonat. Dies übertraf die Prognosen von Dow Jones befragten Ökonomen, die lediglich einen Anstieg von 0,3 % für diese Kennzahl erwartet hatten. Im Januar lag der Anstieg für alle Posten noch bei 0,5 %.
Auf Jahressicht verzeichnete der PPI eine Inflation von 3,4 %, den höchsten Wert seit Februar 2025, wie das Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch berichtete. Die Federal Reserve verfolgt das Ziel einer Inflationsrate von 2 %.
Kerndeflation und ihre Treiber
Die sogenannte Kerninflation, die volatile Nahrungsmittel- und Energiekosten ausschließt, stieg im Februar um 0,5 %. Auch hier lagen die Erwartungen der Ökonomen bei 0,3 %. Ohne Nahrungsmittel, Energie und Handelsdienstleistungen erhöhte sich der PPI ebenfalls um 0,5 %.
Im Jahresvergleich stiegen die Kernpreise um 3,9 %, der größte Sprung seit Januar 2025. Ein wesentlicher Treiber des Anstiegs im Februar waren die Dienstleistungskosten, die um 0,5 % zulegten und mehr als die Hälfte des monatlichen Gesamtanstiegs ausmachten. Innerhalb der Dienstleistungen stiegen die Gebühren für die Portfolioverwaltung um 1 %, während die Preise für Wertpapierhandel, Brokerage, Anlageberatung und verwandte Dienstleistungen um 4,2 % beschleunigten.
Waren- und Nahrungsmittelpreise im Fokus
Auch die Warenpreise verzeichneten einen Anstieg von 1,1 % im Februar. Besonders auffällig war der Zuwachs bei den Nahrungsmittelpreisen, die um 2.4 % stiegen und damit den größten Anstieg seit Mitte 2021 markierten.
Innerhalb der Nahrungsmittelkategorie schoss der Index für frisches und trockenes Gemüse um 48,9 % in die Höhe, während Obstpreise um 10 % zulegten. Trotz dieser monatlichen Anstiege waren die Nahrungsmittelpreise im Jahresvergleich immer noch niedriger. Die Energiepreise stiegen im Februar um 2,3 %.
Inflationsdruck und die Rolle der Fed
Der Bericht deutet darauf hin, dass der Inflationsdruck in der Pipeline, insbesondere auf der Dienstleistungsseite, hartnäckig bleibt. Dies erschwert den Weg der Federal Reserve, die abwägt, wie lange die Zinsen erhöht bleiben sollen, um ihr 2 %-Inflationsziel zu erreichen.
Die Fed wird am Mittwoch ihre jüngste Zinsentscheidung bekannt geben. Marktteilnehmer gehen mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit davon aus, dass die Zentralbanker ihren Leitzins in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 % belassen werden, wo er seit der letzten Senkung im Dezember 2025 liegt. Die Fed hatte die Zinsen im Jahr 2025 dreimal gesenkt, seitdem aber gehalten. Märkte preisen derzeit nur eine Zinssenkung in diesem Jahr ein.
Geopolitische Spannungen und Energiepreise
Die Inflationssorgen haben sich durch die Kämpfe im Nahen Osten, bei denen die USA und Israel Ziele im Iran angreifen, beschleunigt. Die Ölpreise bewegen sich um 100 Dollar pro Barrel und sind seit Jahresbeginn um über 70 % gestiegen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die bisherigen Inflationsdaten die Preisanstiege im Zusammenhang mit dem Krieg noch nicht vollständig erfasst haben. Die Anstiege bei den Großhandelspreisen im Februar erfolgten größtenteils, bevor der Krieg mit dem Iran die Energiepreise stark in die Höhe trieb.
Weitere Inflationsindikatoren
Der PPI-Bericht folgt auf weitere Inflationsdaten der letzten Woche. Die Verbraucherpreise (CPI) stiegen im Februar um 2,4 % im Jahresvergleich. Das Handelsministerium berichtete zudem, dass sein bevorzugtes Inflationsmaß, der Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex, im Januar um 2,8 % im Jahresvergleich zulegte. Die Kern-PCE-Preise stiegen um 3,1 %, der größte Anstieg seit fast zwei Jahren.
Ökonomen erwarten, dass sich weitere Inflationsauswirkungen des Nahostkonflikts in den CPI- und PPI-Berichten für März zeigen werden.