US-Hypothekenzinsen steigen: Iran-Krieg befeuert Inflationsängste

US-Hypothekenzinsen steigen: Iran-Krieg befeuert Inflationsängste

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die Hypothekenzinsen in den USA sind in der Woche bis zum 19. März auf den höchsten Stand seit drei Monaten gestiegen. Der Iran-Krieg schürt Inflationsängste und setzt den US-Immobilienmarkt unter Druck, was die Kreditkosten für Hauskäufer deutlich erhöht. Diese Entwicklung dämpft die Erwartungen für die beginnende Frühjahrssaison am Immobilienmarkt.

Hypothekenzinsen steigen deutlich

Der Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek stieg in der Woche bis zum 19. März auf 6,22 %, nach 6,11 % in der Vorwoche, wie Freddie Mac berichtet. Obwohl die aktuellen Kreditkosten noch unter dem Wert von 6,67 % für einen konventionellen 30-jährigen Kredit vor einem Jahr liegen, ist der jüngste Anstieg ein entmutigendes Zeichen für Hauskäufer. Ende Februar fielen die Hypothekenzinsen erstmals seit September 2022 unter 6 %.

Anthony Smith, Senior Economist bei Realtor.com, äußerte gegenüber der Associated Press, dass "erhöhte Unsicherheit Käufer und Verkäufer erneut an den Rand drängen könnte, was die zögerlichen Marktbedingungen des letzten Jahres widerspiegelt." Die Hypothekenanträge fielen laut der Mortgage Bankers Association in der letzten Woche um fast 11 % gegenüber der Vorwoche. Neue Daten des Census Bureau zeigen zudem, dass die Verkäufe neuer Einfamilienhäuser im Januar gegenüber dem Vormonat um fast 18 % und gegenüber Januar 2025 um 11,3 % zurückgingen.

Geopolitische Spannungen und ihre Folgen

Der Zinssatz für die 30-jährige Festhypothek ist seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar gestiegen. Die US-Angriffe auf den Iran begannen am 28. Februar, woraufhin die Zinsen eine Aufwärtsentwicklung nahmen. Der Krieg hat die globalen Energieversorgung verknappt, die Ölpreise in die Höhe getrieben und Unsicherheit in die Finanzmärkte gebracht.

Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen, die die Richtung der Hypothekenzinsen beeinflusst, lag am Donnerstagnachmittag bei 4,26 %, gegenüber 3,96 % vor Kriegsbeginn. Steigende langfristige Anleiherenditen führen zu einem Anstieg der Hypothekenzinsen. Anthony Smith von Realtor.com erklärte in einem Blogbeitrag: "Steigende Energiepreise und erneute Handelsunsicherheit haben die Inflationserwartungen angehoben und üben Aufwärtsdruck auf längerfristige Zinsen und damit auf Hypothekenzinsen aus."

Die Ölpreise sind ein zentraler Aspekt dieses Konflikts und können Lieferkettenkosten erhöhen oder Verzögerungen verursachen. Der Preis für Rohöl eröffnete den Handel am 2. März bei 71,23 US-Dollar pro Barrel und stieg eine Woche später, am 9. März, auf 115,53 US-Dollar. Dies war das erste Mal seit 2022, kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, dass der Preis die Marke von 100 US-Dollar überschritt. Logan Mohtashami, Lead Analyst bei HousingWire, kommentierte am 7. März in einem Artikel, dass "keine aktuellen Wirtschaftsdaten wirklich von Bedeutung sind, solange dieser iranische Konflikt nicht gelöst ist." Er fügte hinzu, dass "Ölpreise viel höher steigen können, was höhere Benzin-, Kerosin- und Dieselpreise bedeutet, die die Lebensmittelpreise erhöhen können."

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und Verbraucher

Die erhöhte Volatilität und die steigenden Zinsen wirken sich direkt auf die Erschwinglichkeit von Eigenheimen aus. Anfang 2026 verbesserte sich die Erschwinglichkeit für Hauskäufer, da die Zinsen erstmals seit 2022 unter 6 % fielen. Der wöchentliche Bericht von Freddie Mac zeigte, dass der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek am 26. Februar auf 5,98 % sank. Die US-Angriffe auf den Iran am 28. Februar kehrten diesen Trend jedoch um.

Erica Adelberg, Chief MBS Strategist bei Bloomberg Intelligence, erklärte, dass die anfänglichen Fortschritte bei der Erschwinglichkeit größtenteils auf die Straffung der Spreads von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) zurückzuführen waren. Diese Straffung dämpfte die Marktvolatilität und gab der Federal Reserve Rückenwind für eine mögliche Lockerung ihrer Geldpolitik. Der Iran-Krieg kehrt diesen Kurs um. Adelberg merkte an: "Sowohl Volatilität als auch Zinsen haben als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran wieder begonnen zu steigen, was mehr Unsicherheit über die Richtung der Inflation, der Wirtschaft und der Fed-Politik ausgelöst hat."

Rolle der Federal Reserve und Zinsaussichten

Die Hypothekenzinsen werden auch indirekt von den Zinsentscheidungen der Federal Reserve beeinflusst, die das allgemeine Kreditumfeld prägen. Obwohl die Zentralbank die Hypothekenzinsen nicht direkt festlegt, werden ihre Entscheidungen zur Anhebung oder Senkung des kurzfristigen Leitzinses von Anleiheinvestoren genau beobachtet und können die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen beeinflussen.

Die Fed beschloss diese Woche, die Zinsen stabil zu halten, während sie die Auswirkungen des Iran-Krieges bewertet. Gleichzeitig signalisierte sie, dass sie die Zinsen in diesem Jahr mindestens einmal senken könnte. Einige Wall-Street-Analysten äußern jedoch Zweifel an dieser Prognose. Gregory Daco, Chefökonom bei EY-Parthenon, erklärte in einem Bericht, es sei "durchaus plausibel, dass die Fed in diesem Jahr keine Zinssenkungen vornehmen wird." Die Dauer und Schwere des Konflikts werden entscheidend dafür sein, wie lange die Zinsen beeinflusst werden.

Erwähnte Persönlichkeiten