
US-Hypothekenzinsen steigen leicht, bleiben aber nahe 3-Jahres-Tief
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Die durchschnittlichen langfristigen Hypothekenzinsen in den USA sind diese Woche leicht gestiegen, verharren aber weiterhin nahe ihrem tiefsten Stand seit über drei Jahren. Diese Entwicklung beeinflusst den angeschlagenen US-Immobilienmarkt und das Verhalten von Hauskäufern sowie jenen, die eine Refinanzierung ihrer Darlehen in Betracht ziehen.
Aktuelle Entwicklung der US-Hypothekenzinsen
Die durchschnittlichen langfristigen Hypothekenzinsen in den USA haben sich diese Woche leicht erhöht. Der Referenzzinssatz für eine 30-jährige Festhypothek stieg laut dem Hypothekenfinanzierer Freddie Mac am Donnerstag auf 6,09 %, nachdem er in der Vorwoche bei 6,06 % gelegen hatte.
Auch die Kreditkosten für 15-jährige Festhypotheken, die bei Hausbesitzern zur Refinanzierung beliebt sind, verzeichneten einen Anstieg. Dieser durchschnittliche Zinssatz kletterte auf 5,44 %, verglichen mit 5,38 % in der Vorwoche.
Historischer Kontext und Vergleich
Trotz des jüngsten Anstiegs bleiben die Hypothekenzinsen nahe ihrem niedrigsten Niveau seit mehr als drei Jahren. In der Vorwoche erreichte der durchschnittliche 30-jährige Festhypothekenzins mit 6,06 % tatsächlich den tiefsten Stand seit September 2022, als er bei 6,02 % lag.
Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek bei 6,96 %. Der 15-jährige Zinssatz betrug vor einem Jahr 6,16 %. Andere Quellen nennen für die 30-jährige Festhypothek einen Durchschnitt von 7,04 % und für die 15-jährige Festhypothek 6,27 % vor einem Jahr.
Einflussfaktoren auf die Hypothekenzinsen
Die Hypothekenzinsen werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Zinspolitik der Federal Reserve sowie die Erwartungen der Anleihemarktinvestoren hinsichtlich Wirtschaft und Inflation. Sie folgen im Allgemeinen der Entwicklung der Rendite 10-jähriger Staatsanleihen, die Kreditgeber als Richtschnur für die Preisgestaltung von Hypothekendarlehen verwenden.
Der moderate Zinsanstieg in dieser Woche folgte einem Sprung bei der Rendite 10-jähriger Staatsanleihen, da der Anleihemarkt auf geopolitische Spannungen reagierte. Dazu gehörten Drohungen der Trump-Administration bezüglich Zöllen im Zusammenhang mit der Kontrolle Grönlands und Turbulenzen am japanischen Anleihemarkt. Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen lag am Donnerstagmittag bei 4,27 %, gegenüber 4,17 % eine Woche zuvor.
Die Federal Reserve legt die Hypothekenzinsen nicht direkt fest, aber Zinssenkungen können auf eine geringere Inflation oder ein langsameres Wirtschaftswachstum hindeuten. Dies kann Investoren dazu bewegen, US-Staatsanleihen zu kaufen, was wiederum die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen und somit die Hypothekenzinsen senken kann. Ein Social-Media-Beitrag von Präsident Donald Trump vom 8. Januar auf Truth Social, in dem er eine Initiative zum Kauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar vorschlug, führte ebenfalls zu einer Marktreaktion.
Der US-Immobilienmarkt im Überblick
Der US-Immobilienmarkt befindet sich seit 2022 in einer Verkaufsschwäche, als die Hypothekenzinsen von ihren Tiefstständen der Pandemiezeit zu steigen begannen. Die Kombination aus höheren Hypothekenzinsen, jahrelang explodierenden Immobilienpreisen und einem chronischen Mangel an Wohnraum hat viele potenzielle Hauskäufer vom Markt ausgeschlossen.
Die Verkäufe von zuvor bewohnten US-Häusern verharrten im vergangenen Jahr auf einem 30-Jahres-Tief. Auch die Unsicherheit über die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt hält viele potenzielle Käufer zurück. Dennoch trug ein Rückgang der Hypothekenzinsen, der im Spätsommer begann, dazu bei, die Verkäufe bestehender US-Häuser gegen Ende des letzten Jahres anzukurbeln. Im Dezember stiegen die Verkäufe im Vergleich zum Vormonat um 5,1 %.
Die gesunkenen Hypothekenzinsen waren hilfreich für Hauskäufer, die sich die aktuellen Raten leisten können. Die durchschnittliche monatliche Wohnungszahlung in den USA sank in den vier Wochen bis zum 11. Januar auf 2.413 US-Dollar, ein Rückgang von 5,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und nahe dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren, so Redfin.
Refinanzierung und Käuferverhalten
Mit den gesunkenen Hypothekenzinsen haben mehr Hausbesitzer versucht, ihre bestehenden Hypothekendarlehen zu einem niedrigeren Zinssatz zu refinanzieren. Die Anträge für Hypotheken-Refinanzierungsdarlehen stiegen in der letzten Woche um 20 % gegenüber der Vorwoche und machten fast 62 % aller Hypothekenanträge aus, so die Mortgage Bankers Association (MBA). Die Anträge für Darlehen zum Kauf eines Hauses stiegen um 5 %.
In einer früheren Woche stiegen die Anträge für Refinanzierungsdarlehen sogar um 40 % und machten 60 % aller Anträge aus, während die Anträge für Hauskaufkredite um 16 % zunahmen. Fast 69 % der US-Haushalte mit einer ausstehenden Hypothek haben einen Festzinssatz von 5 % oder weniger, und etwas mehr als die Hälfte hat einen Zinssatz von 4 % oder darunter, so Realtor.com.
Ausblick und Expertenmeinungen
Ökonomen erwarten im Allgemeinen, dass die Hypothekenzinsen in diesem Jahr weiter sinken werden. Die meisten jüngsten Prognosen zeigen jedoch, dass der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Hypothek über 6 % bleiben wird, was etwa dem Doppelten des Wertes von vor sechs Jahren entspricht.
Bob Broeksmit, CEO der MBA, äußerte die Erwartung, dass "mit deutlich niedrigeren Hypothekenzinsen als vor einem Jahr und einer Annäherung an 6 % ein starkes Interesse von Hausbesitzern, die eine Refinanzierung anstreben, und von potenziellen Käufern, die von der Seitenlinie treten, zu erwarten ist." Brad Case, Chefökonom für Wohnimmobilien bei Homes.com, kommentierte, dass eine erhöhte Nachfrage nach hypothekenbesicherten Wertpapieren "den Druck auf ihre Preise und damit den Abwärtsdruck auf ihre Renditen erhöht." Er fügte hinzu: "Es ist also wahrscheinlich, dass die Politik die Hypothekenzinsen nach unten drücken wird, solange die Politik fortgesetzt werden kann." Dan Frio, ein Kreditgeber bei PBT Bancorp in Kentucky, sieht die jüngsten Marktveränderungen hingegen als "eine vorübergehende Atempause."
Es ist wichtig zu beachten, dass Meinungen, Schätzungen, Prognosen und andere Ansichten in Dokumenten von Freddie Mac die der Ökonomen und Forscher von Freddie Mac sind und nicht unbedingt die Ansichten von Freddie Mac oder dessen Management widerspiegeln.