
US-Immobilienmarkt: Frühjahrsbelebung trotz höherer Hypothekenzinsen
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Der US-Immobilienmarkt zeigt im Frühjahr 2026 trotz gestiegener Hypothekenzinsen eine deutliche Belebung. Neue Berichte von Zillow und Intercontinental Exchange (ICE) deuten auf eine Rückkehr der Nachfrage und ein zunehmend ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hin, was die Frühjahrssaison aktiver gestalten könnte als in den Vorjahren.
Belebung des US-Immobilienmarktes im März
Der US-Immobilienmarkt hat im März 2026 an Fahrt aufgenommen, wie ein neuer Bericht von Zillow zeigt. Die Zahl der neu ausstehenden Immobilienangebote stieg im März um 4,6 % gegenüber dem Vorjahr. Dies markiert den zweithöchsten monatlichen Gesamtbetrag seit dem Ende des Pandemie-Booms im August 2022 und wird als positives Zeichen für den Markt zum Beginn der Hauptkaufsaison gewertet.
Insgesamt wurden im März 300.398 Häuser verkauft, basierend auf einer vorläufigen Zählung von Zillow. Dies entspricht einem Anstieg von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr und 25,2 % gegenüber Februar, wobei diese Zahlen Mitte des Monats noch revidiert werden. Die durchschnittlichen täglichen Seitenaufrufe pro zum Verkauf stehendem Angebot auf Zillow waren im März um 32 % höher als im Vorjahr, was ein starkes Nachfragesignal darstellt.
Hypothekenzinsen und Erschwinglichkeit
Die Belebung des Marktes erfolgte trotz eines Anstiegs der Hypothekenzinsen. Laut Daten von Freddie Mac stiegen die Hypothekenzinsen von 5,98 % Ende Februar auf 6,38 % Ende März. Dies führte dazu, dass die typische monatliche Hypothekenzahlung (ohne Steuern und Versicherungen) im März um 1,5 % gegenüber Februar anstieg und einige der zuvor erzielten Erschwinglichkeitsverbesserungen zunichtemachte.
Dennoch lag die monatliche Hypothekenzahlung für ein typisches US-Haus im März bei 1.789 US-Dollar (bei 20 % Anzahlung), was 4,4 % niedriger ist als im Vorjahr. Käufer scheinen sich an Raten im mittleren bis niedrigen Sechs-Prozent-Bereich anzupassen, was sie wieder in den Markt bringt. Ein separater Bericht von ICE stellte fest, dass der Markt in 99 der 100 größten US-Märkte im Jahresvergleich Erschwinglichkeitsgewinne verzeichnete.
Angebot und Nachfrage: Ein ausgewogenerer Markt?
Das Immobilienangebot hat sich ebenfalls verbessert. Im März standen 1,23 Millionen Häuser zum Verkauf, was einem Anstieg von 9,5 % gegenüber Februar und 4,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahl der neuen zum Verkauf stehenden Angebote erreichte 384.854 im März, ein Anstieg von 0,1 % gegenüber dem Vorjahr und 35,6 % gegenüber Februar.
Obwohl das Inventarwachstum sich verlangsamt hat, ist es im Jahresvergleich um 8 % gestiegen, so der ICE-Bericht. Aktive Angebote liegen jedoch immer noch 11 % unter dem Vor-Pandemie-Durchschnitt von 2017-2019. Andy Walden, Leiter der Hypotheken- und Immobilienmarktforschung bei ICE, kommentierte, dass diese Kombination dazu beiträgt, dass sich der Frühjahrsmarkt "besser versorgt und ausgewogener anfühlt als in den letzten Jahren".
Expertenstimmen und Ausblick
Mischa Fisher, Chefökonom bei Zillow, äußerte sich optimistisch: "Käufer und Verkäufer navigieren seit Beginn der Pandemie durch Unsicherheit und Marktvolatilität... Dennoch haben wir anhaltende Signale, dass der Markt eine Wende genommen hat." Er führte dies auf die aufgestaute Nachfrage aus drei Jahren geringen Verkaufsvolumens, Winterstürme im Januar und Februar sowie den Rückenwind niedrigerer Hypothekenzinsen zu Beginn des Jahres zurück.
Fisher hob insbesondere die "schnelle Beschleunigung der täglichen Seitenaufrufe pro Angebot im März" als eine bemerkenswerte Verbesserung gegenüber dem ruhenden Markt der letzten Jahre hervor. Für 2026 prognostizieren Ökonomen einen Anstieg der Verkäufe bestehender Häuser um 1,7 bis 3,9 % auf etwa 4,1 bis 4,2 Millionen Transaktionen landesweit. Die Hauspreise stabilisieren sich ebenfalls; der Zillow Home Value Index (ZHVI) stieg im März um 0,6 % gegenüber dem Vormonat und 0,8 % gegenüber dem Vorjahr. Analysten erwarten für 2026 meist stabile Preise oder moderate Anstiege zwischen 1 und 2,2 %. Insgesamt scheint sich der Immobilienmarkt in Richtung einer allmählichen Erholung zu bewegen, anstatt eines dramatischen Booms oder Busts.